System für Luft-, See- und Landziele

Marine-Laserwaffensystem: Auftrag für MBDA und Rheinmetall

Das Laserwaffensystem für die Deutsche Marine nimmt konkrete Formen an: Das BAAINBw beauftragt MBDA und Rheinmetall mit der Entwicklung. Einsatzfähig soll das Hochenergie-Lasersystem 2029 sein.

Ein Laserwaffensystem soll die deutsche Marine stärken. MBDA und Rheinmetall entwickeln das System für Luft-, See- und Landziele.
Ein Laserwaffensystem soll die deutsche Marine stärken. MBDA und Rheinmetall entwickeln das System für Luft-, See- und Landziele. Ein Vorläufer wurde bereits auf der Fregatte Sachsen erprobt.

• Das BAAINBw beauftragt MBDA Deutschland und Rheinmetall Waffe Munition mit einem Laserwaffensystem für die Deutsche Marine.

• Der Vertrag wurde am 9. Juli 2026 unterzeichnet, die Einsatzfähigkeit ist für 2029 vorgesehen.

• Das System soll Luft-, See- und Landziele bekämpfen und durch deutsche Lieferketten sowie heimisches System-Know-how nationale Souveränität sichern.

• Die Serienfertigung soll zu großen Teilen in Deutschland erfolgen und neue Ausbildungs- und Arbeitsplätze schaffen.

Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) hat die Arbeitsgemeinschaft HEL aus MBDA Deutschland und Rheinmetall Waffe Munition mit der Entwicklung eines Hochenergie-Laserwaffensystems für die Deutsche Marine beauftragt. Wie aus der Mitteilung hervorgeht, liegt der Auftragswert im mittleren dreistelligen Mio.-EUR-Bereich. Das Laserwaffensystem soll 2029 einsatzfähig sein.

Für das Vorhaben befindet sich ein Joint Venture aus MBDA Deutschland und Rheinmetall Waffe Munition in Gründung. Der Auftrag umfasst die Realisierung eines Gesamtsystems für maritime Anwendungen. Dieses soll die vollständige Wirkkette von der Aufklärung über die Zielverfolgung bis zur Bekämpfung abbilden.

Bei der Entwicklung legen die Unternehmen besonderen Wert auf deutsche Lieferketten und heimisches System-Know-how. Damit soll die nationale Souveränität bei dieser Schlüsseltechnologie gesichert werden.

Laserwaffensystem baut auf erprobtem Demonstrator auf

Grundlage der Entwicklung ist ein Gesamtsystemdemonstrator, der bereits unter operativen Bedingungen auf See getestet wurde. Das System ist auf die Anforderungen und den Bedarf der Bundeswehr zugeschnitten.

Im März 2026 stellte der Marine-Laserdemonstrator bei der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition (WTD91) in Meppen vor hochrangigen deutschen Delegationen erneut seine Leistungsfähigkeit unter Beweis. Zuvor hatte er an Bord der Fregatte Sachsen 28.000 nautische Meilen durch Nordsee, Ostsee und Mittelmeer absolviert.

Während der mehr als einjährigen Tests sowie der Nutzung bei der WTD91 wurden laut Mitteilung mehr als 1.000 Schüsse erfolgreich gegen Luft-, See- und Landziele durchgeführt. Dabei wurde die Wirksamkeit auch unter schlechten Umweltbedingungen nachgewiesen.

Wie präzise arbeitet das Laserwaffensystem?

Eine ausgereifte Strahlqualität und Trackingfähigkeit sollen eine starke Fokussierung der Laserleistung auch bei beweglichen Zielen ermöglichen. Das System von MBDA und Rheinmetall kann die Leistung auf eine Fläche von wenigen Zentimetern fokussieren.

Durch die dabei entstehende hohe Energiedichte sollen Ziele schneller, präziser und wirksamer mit geringerer Laserleistung bekämpft werden können. Die Kombination aus Zielverfolgung und fokussierter Energieabgabe bildet damit einen zentralen technologischen Bestandteil des Gesamtsystems.

Thomas Gottschild, Geschäftsführer von MBDA Deutschland GmbH und Executive Vice President Strategy & Future Growth, MBDA, erklärt: „Das Laserwaffensystem von MBDA und Rheinmetall ist ein technologisches Vorzeigeprojekt mit einer sehr hohen Technologiereife. Es erfüllt die spezifischen Anforderungen der Bundeswehr und wird die Verteidigungsfähigkeit der Deutschen Marine gegen Luft-, See- und Landziele signifikant stärken. Der containerisierte Lasereffektor wird zugleich kosteneffizient für den Hafenschutz aber auch weitere Anwendungen einsetzbar sein“.

Laserwaffensystem soll insbesondere Drohnen abwehren

Neben der Bekämpfung von Luft-, See- und Landzielen stellen die Unternehmen insbesondere die Drohnenabwehr heraus. Durch den containerisierten Aufbau ist darüber hinaus eine Nutzung für den Hafenschutz und weitere Anwendungen vorgesehen.

Roman Koehne, Leiter der Rheinmetall-Division Weapon and Ammunition, betont die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen: „Hier zeigt sich eindrucksvoll, welche hochtechnologische Systemreife erzielt werden kann, wenn die zwei führenden Systemhäuser, Rheinmetall und MBDA ihre sich ergänzenden Fähigkeiten zu einem Gesamtsystem vereinigen. Das Laserwaffensystem wird unseren Soldaten im Einsatz auf den Marineeinheiten insbesondere bei der Drohnenabwehr ein signifikant höheres Schutzniveau verschaffen. Die Serienfertigung wird zu großen Teilen in Deutschland durchgeführt und neue Ausbildungs- und Arbeitsplätze schaffen. Wir freuen uns mit der Beauftragung über das gezeigte Vertrauen.“

Warum spielt die Fertigung in Deutschland eine Rolle?

MBDA und Rheinmetall verbinden die Entwicklung des Laserwaffensystems ausdrücklich mit deutschen Lieferketten und heimischer Systemkompetenz. Nach Angaben der Unternehmen soll auch die spätere Serienfertigung zu großen Teilen in Deutschland stattfinden.

Damit verknüpft das Vorhaben die Entwicklung und Fertigung des Hochenergie-Lasersystems mit dem Ziel, nationale Souveränität in dieser Schlüsseltechnologie zu sichern. Zugleich sollen im Zuge der Serienfertigung neue Ausbildungs- und Arbeitsplätze entstehen.

Mit Material von MBDA

Was Sie zum Thema Laserwaffensystem wissen müssen

• Wann soll das Laserwaffensystem einsatzfähig sein? – Die Einsatzfähigkeit des Systems für die Deutsche Marine ist für 2029 vorgesehen.

• Wer entwickelt das Laserwaffensystem? – Beauftragt ist die ARGE HEL aus MBDA Deutschland GmbH und Rheinmetall Waffe Munition GmbH. Ein gemeinsames Joint Venture befindet sich in Gründung.

• Welche Ziele kann das Laserwaffensystem bekämpfen? – Der Demonstrator wurde erfolgreich gegen Luft-, See- und Landziele eingesetzt. Besonders hervorgehoben wird die Drohnenabwehr.

• Wie wurde das Laserwaffensystem bislang erprobt? – Der Demonstrator absolvierte 28.000 nautische Meilen und mehr als 1.000 erfolgreiche Schüsse während der Tests und der Nutzung bei der WTD91.

• Wo soll das Laserwaffensystem produziert werden? – Die Serienfertigung soll zu großen Teilen in Deutschland stattfinden.