Einheitliche Technik und Software

Drohnenschutz für Unternehmen: Minister will klare Regelungen

Drohnenschutz wird für Unternehmen zur Sicherheitsfrage. Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter fordert klare Zuständigkeiten, einheitliche Standards und eine enge Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Wirtschaft.

HD Advanced Technologies, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Heidelberger Druckmaschinen AG, und Ondas Autonomous Systems (OAS), ein amerikanisch-israelischer Anbieter autonomer Verteidigungs- und Sicherheitssysteme, bündeln ihre Kompetenzen. Unter dem Namen Onberg Autonomous Systemsentsteht ein Joint Venture für autonome Drohnenabwehrsysteme.
Wie sollen sich Unternehmen vor Drohnen schützen? Sachsens Wirtschaftsminister Panter fordert klare Regeln, Standards und Zusammenarbeit.

• Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter fordert eine gemeinsame Sicherheitsarchitektur von Bund und Ländern beim Drohnenschutz.

• Unternehmen mit kritischen und besonders schützenswerten Anlagen sollen Risiken analysieren und in geeignete Schutzmaßnahmen investieren.

• Staatliche Gefahrenabwehr und betrieblicher Objektschutz sollen auch über Ländergrenzen hinweg ineinandergreifen.

• Einheitliche Standards bei Software und Technik sollen helfen, Gefahren frühzeitig zu erkennen und im Ernstfall schnell zu handeln.

Warum Drohnenschutz nicht an Landesgrenzen enden kann

Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter setzt beim Drohnenschutz für Unternehmen auf ein abgestimmtes Vorgehen von Bund, Ländern und Wirtschaft. Der Freistaat sei bereit, seine Verantwortung bei der Gefahrenabwehr wahrzunehmen, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Gleichzeitig seien bundesweit einheitliche Standards, moderne technische Fähigkeiten und eine stärkere Unterstützung erforderlich.

Anlass für die Forderungen ist ein Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen. Panter sieht darin eine Bedrohung, die über einzelne Standorte hinausreicht: „Der Drohnenvorfall auf dem Leipziger Flughafen stellt uns alle vor neue, reale Bedrohungsszenarien - auch die sächsische Wirtschaft. Wenn wir über den Schutz von Halbleiterfabriken, Chemieanlagen oder Energieinfrastruktur sprechen, reden wir längst nicht mehr über ein lokales Problem“, betonte der Minister gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Ein Angriff auf eine solche Anlage könne Auswirkungen weit über Sachsen hinaus haben. Panters Schlussfolgerung: „Deshalb braucht es eine gemeinsame Sicherheitsarchitektur von Bund und Ländern.“

Unternehmen sollen in Schutzmaßnahmen investieren

Die Verantwortung für den Drohnenschutz sieht der Wirtschaftsminister jedoch nicht allein beim Staat. Dieser könne nicht jede Anlage rund um die Uhr vollständig schützen. Deshalb seien auch die Betreiber kritischer und besonders schützenswerter Anlagen gefordert.

„Betreiber kritischer und besonders schützenswerter Anlagen müssen auch Vorsorge treffen, Risiken analysieren und in geeignete Schutzmaßnahmen investieren. Wichtig ist dabei, dass staatliche Gefahrenabwehr und betrieblicher Objektschutz auch über Ländergrenzen hinweg ineinandergreifen. Deshalb ist hier auch der Bund in der Pflicht“, sagte Panter.

Damit rückt neben der staatlichen Gefahrenabwehr der betriebliche Objektschutz in den Mittelpunkt. Entscheidend ist nach den Aussagen des Ministers, dass beide Ebenen aufeinander abgestimmt sind.

Wie soll Drohnenschutz technisch abgestimmt werden?

Für ein abgestimmtes Vorgehen hält Panter klare Verantwortlichkeiten für notwendig. Gefahren sollen möglichst früh erkannt und Zuständigkeiten eindeutig geregelt werden. Im Ernstfall müsse schnelles Handeln möglich sein.

„Unser Ziel muss sein, Gefahren früh zu erkennen, Zuständigkeiten klar zu regeln und im Ernstfall schnell handeln zu können. Dafür brauchen wir kein Gegeneinander von Bund, Ländern und Unternehmen, sondern klare Verantwortlichkeiten und Zusammenarbeit“, sagte Panter abschließend.

Damit diese Zusammenarbeit funktioniert, seien einheitliche Standards bei Software und Technik erforderlich. Diese sollen auch für private Betreiber gelten.

Mit Material der dpa

Was Sie zum Thema Drohnenschutz wissen müssen

• Warum fordert Panter einheitliche Regeln für den Drohnenschutz? – Drohnenvorfälle können laut Panter Bedrohungsszenarien schaffen, deren Auswirkungen über einzelne Standorte und Bundesländer hinausreichen.

• Welche Unternehmen betrifft der Drohnenschutz besonders? – Genannt werden Betreiber kritischer und besonders schützenswerter Anlagen, darunter Halbleiterfabriken, Chemieanlagen und Energieinfrastruktur.

• Welche Rolle haben Unternehmen beim Drohnenschutz? – Betreiber sollen Vorsorge treffen, Risiken analysieren und in geeignete Schutzmaßnahmen investieren.

• Was fordert Panter beim Drohnenschutz von Bund und Ländern? – Gefordert werden eine gemeinsame Sicherheitsarchitektur, klare Zuständigkeiten sowie einheitliche Standards bei Software und Technik.

• Was soll der Drohnenschutz im Ernstfall ermöglichen? – Gefahren sollen früh erkannt, Verantwortlichkeiten klar geregelt und schnelles Handeln ermöglicht werden.