Ausbau des Kerngeschäfts

Heidelberg investiert in neue Wachstumsmärkte

Heidelberg treibt den strategischen Ausbau zum breiter aufgestellten Technologieunternehmen voran. Übernahmen im Kerngeschäft sowie neue Aktivitäten bei Energiespeichern und Verteidigung sollen Wachstumspotenziale eröffnen.

Die Heidelberger Druckmaschinen AG hat nach eigenen Angaben zum Start ins neue Geschäftsjahr 2026/2027 ihren Weg zum breiter aufgestellten Technologieunternehmen konsequent fortgesetzt.
Die Heidelberger Druckmaschinen AG hat nach eigenen Angaben zum Start ins neue Geschäftsjahr 2026/2027 ihren Weg zum breiter aufgestellten Technologieunternehmen konsequent fortgesetzt.

• Heidelberg stärkt sein Kerngeschäft durch die Übernahmen des manroland-sheetfed-Lifecycle-Geschäfts und der Produktion von POLAR Weiterarbeitungssystemen.

• Neue Potenziale sollen Natrium-Ionen-Batteriespeicher und Aktivitäten im europäischen Verteidigungssektor erschließen.

• Im ersten Quartal 2026/2027 lag der Auftragseingang bei 537 Mio. EUR, der Umsatz bei 404 Mio. EUR. Die Jahresprognose bleibt bestätigt.

Wie Heidelberg sein Kerngeschäft ausbaut

Die Heidelberger Druckmaschinen AG setzt zum Start in das Geschäftsjahr 2026/2027 ihre strategische Weiterentwicklung zu einem breiter aufgestellten Technologieunternehmen fort. Wie das Unternehmen mitteilt, sollen mehrere Initiativen die Basis für künftiges Wachstum schaffen.

Im Kerngeschäft baut Heidelberg seine Position durch die Übernahme des Lifecycle-Geschäfts und der globalen Vertriebs- und Servicegesellschaften der manroland sheetfed Gruppe sowie durch die vollständige Übernahme der Produktion von POLAR Weiterarbeitungssystemen aus.

Im Zuge der manroland-sheetfed-Transaktion hat sich Heidelberg zudem die IP für die Roland 900 / Cartonmaster im Bogenoffset-Großformat gesichert. Eine erste Maschine ist bereits verkauft. Das Unternehmen prüft derzeit Optionen für die weitere Produktion und Weiterentwicklung des Systems an einem Low-Cost-Standort.

"Unsere Investitionen anhand der strategischen Agenda prägen das laufende Geschäftsjahr von Heidelberg. Wir wollen die Marktposition des Unternehmens weiter stärken und neue Potenziale erschließen. Damit legen wir die Basis für profitables Wachstum und nachhaltige Wertsteigerung in den kommenden Jahren", sagt Jürgen Otto, Vorstandsvorsitzender von Heidelberg.

Welche Rolle spielt der Verteidigungssektor?

Auch im europäischen Verteidigungssektor verfolgt das Unternehmen neue Marktchancen. Auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtmesse in Berlin hat Onberg eine Absichtserklärung zur Gründung eines weiteren Joint Ventures mit dem ukrainischen Drohnenentwickler Skyeton unterzeichnet.

Skyeton verfügt über Hightech-Überwachungsdrohnen, die laut Mitteilung im realen Gefecht erprobt sind. In Kombination mit dem UGV von Heidelberg soll ein autonomer Wirkverbund entstehen. Die unbemannten Luft-Boden-Systeme werden aktuell in der Ukraine in schnellen Innovationszyklen entwickelt.

Am Standort Brandenburg nahm Onberg im Juli zudem einen Live-Hub für integrierte Drohnenabwehr in Betrieb. Dort wird Entscheidern aus Behörden, Betreibern kritischer Infrastruktur, Streitkräften und Industrie demonstriert, wie integrierter Schutz vor feindlichen Drohnen funktioniert.

Natrium-Ionen-Batteriespeicher als neues Geschäftsfeld

Ein weiteres Potenzial sieht Heidelberg bei Energiespeichern. HD Advanced Technologies steigt in die Produktion von Natrium-Ionen-Batteriespeichern ein und hat dafür gemeinsam mit dem Schweizer Unternehmen Phenogy eine Technologie- und Industrieplattform gestartet.

Im ersten Schritt übernimmt HD Advanced Technologies die industrielle Fertigung kompletter Energiespeichersysteme für Phenogy. Das Spektrum reicht von der Beschaffung und Produktion bis zu Rollout, Installation, Service und Wartung.

Darüber hinaus schaffen beide Unternehmen die Voraussetzungen für ein Joint Venture zur Entwicklung und industriellen Fertigung von Natrium-Ionen-Batteriezellen. Grundlage sollen die Zellchemie von Phenogy und ein spezifisches Druckverfahren von Heidelberg bilden.

Wie ist Heidelberg ins Geschäftsjahr gestartet?

Das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026/2027 vom 1. April bis 30. Juni 2026 war nach Angaben des Unternehmens von weiterhin herausfordernden Rahmenbedingungen geprägt. Der Auftragseingang erreichte 537 Mio. EUR nach 559 Mio. EUR im Vorjahresquartal.

Insbesondere das Auslaufen eines staatlich geförderten Investitionsprogramms in Italien belastete den Auftragseingang. Gegenüber dem Vorjahresquartal entstand dadurch ein Rückgang von mehr als 60 Mio. EUR, der durch positive Entwicklungen in China und Asien nur teilweise kompensiert werden konnte.

Der Umsatz sank erwartungsgemäß von 466 Mio. EUR auf 404 Mio. EUR. Zuwächsen in China, Großbritannien und Brasilien standen vor allem Rückgänge in der Region EMEA gegenüber.

Die um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA-Marge lag bei 0,2 % nach 4,4 % im Vorjahresquartal. Als wesentlichen Grund nennt Heidelberg das geringere Umsatzvolumen. Der Free Cashflow erreichte nach drei Monaten saisonal üblich -77 Mio. EUR gegenüber -68 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf -32 Mio. EUR nach -11 Mio. EUR.

Entwicklung der Heidelberg-Segmente

Im Segment Heidelberg Technology lagen Auftragseingang und Umsatz nach drei Monaten über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Das bereinigte EBITDA blieb mit -4 Mio. EUR konstant.

Bei Print & Packaging Equipment gingen Auftragseingang und Umsatz zurück. Als Ursache nennt das Unternehmen insbesondere eine teilweise erwartete Abschwächung in der Region EMEA. Digital Solutions & Lifecycle steigerte dagegen den Auftragseingang nach drei Monaten um rund 5 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Umsatz lag auf Vorjahresniveau.

"Im Kerngeschäft investieren wir gezielt in Wachstumsmärkte und stärken damit auch unser Service-, Verbrauchsmaterial- und Ersatzteilgeschäft", sagt Dr. David Schmedding, Vorstand Technologie und Vertrieb bei Heidelberg. "Dabei können wir den Anteil wiederkehrender Umsätze erhöhen und das eher konjunkturabhängige Neumaschinengeschäft besser ausbalancieren."

Warum Heidelberg an seiner Prognose festhält

Trotz des Umsatzrückgangs und der niedrigeren bereinigten EBITDA-Marge im ersten Quartal bestätigt Heidelberg die Prognose für das Geschäftsjahr 2026/2027.

Das Unternehmen erwartet weiterhin einen stabilen Konzernumsatz auf Vorjahresniveau. Gleichzeitig soll sich die bereinigte EBITDA-Marge gegenüber dem Vorjahr spürbar verbessern. Voraussetzung ist die Annahme, dass sich die für die Geschäftstätigkeit relevanten Wechselkurse nicht wesentlich verändern.

Mit Material von Heidelberg

Wichtig zu wissen: Heidelberg und der strategische Ausbau

• Wie baut Heidelberg sein Kerngeschäft aus? – Durch die Integration des Lifecycle-Geschäfts von manroland sheetfed, dessen Vertriebs- und Servicegesellschaften sowie die vollständige Übernahme der Produktion von POLAR Weiterarbeitungssystemen.

• Welche neuen Geschäftsfelder erschließt Heidelberg? – Heidelberg erweitert seine Aktivitäten unter anderem in Richtung Natrium-Ionen-Batteriespeicher und europäischer Verteidigungssektor.

• Wie entwickelte sich Heidelberg im ersten Quartal 2026/2027? – Der Auftragseingang lag bei 537 Mio. EUR, der Umsatz bei 404 Mio. EUR und die bereinigte EBITDA-Marge bei 0,2 %.

• Welche Rolle spielen Natrium-Ionen-Batteriespeicher bei Heidelberg? – HD Advanced Technologies übernimmt zunächst die industrielle Fertigung kompletter Energiespeichersysteme für PHENOGY. Zudem werden Voraussetzungen für ein Joint Venture zur Batteriezellfertigung geschaffen.

• Welche Prognose gibt Heidelberg für 2026/2027? – Erwartet werden ein stabiler Konzernumsatz auf Vorjahresniveau und eine spürbare Verbesserung der bereinigten EBITDA-Marge.