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MBDA erhält Folgeauftrag für LFK Meteor

Meteor bleibt das Rückgrat europäischer Luftverteidigung. Die Bundeswehr setzt erneut auf den Hightech-Lenkflugkörper aus multinationaler Kooperation. MBDA soll ihn bauen.

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Soldaten des Jagdgeschwaders 74 in Neuburg an der Donau montieren Meteor-Flugkörper an einen Eurofighter.
Soldaten des Jagdgeschwaders 74 in Neuburg an der Donau montieren Meteor-Flugkörper an einen Eurofighter.

Meteor bleibt strategisches Kernsystem

Der LFK Meteor:

  • Typ: Luft-Luft-Lenkflugkörper (Beyond Visual Range – BVR)
  • Antrieb: Regulierbarer Feststoffstaustrahlantrieb
  • Hersteller: MBDA (Fertigung in Deutschland durch Bayern-Chemie)
  • Länge: ca. 3,65 Meter
  • Durchmesser: ca. 0,178 Meter
  • Startgewicht: ca. 185 Kilogramm
  • Reichweite: >100 Kilometer (exakte Reichweite klassifiziert)
  • Leitsystem: Aktives Radar-Zielsuchsystem (fire-and-forget)
  • Besonderheiten:
    - Große „No Escape Zone“ dank kontinuierlicher Schubversorgung
    - Hohe Endgeschwindigkeit und Agilität im Zielanflug
    - Netzwerkfähig zur Zieldatenaktualisierung während des Flugs
  • Plattformen: Eurofighter/Typhoon, Rafale, Gripen, KF-21 Boramae, F-35 (ab 2025 in Integration)
  • Kooperationsländer: Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Schweden
  • Einsatzprofil: Bekämpfung hochagiler Ziele in großer Entfernung, inklusive Abfangmissionen gegen gegnerische Jäger, Bomber oder Marschflugkörper unter komplexen Einsatzbedingungen.

MBDA hat vom Meteor Integrated Joint Programme Office (IJPO) einen neuen Auftrag zur Lieferung weiterer Meteor Luft-Luft-Lenkflugkörper für die Bundeswehr erhalten. Die Beauftragung erfolgte im Namen des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw).

Der Auftrag fügt sich ein in eine Reihe weiterer Meteor-Beschaffungen und Testaktivitäten, die für das Jahr 2025 geplant sind. Damit wird die bereits bestehende Zusammenarbeit weiter gefestigt und der Ausbau der Luftüberlegenheit fortgesetzt.

MBDA-CEO Eric Béranger betont den kooperativen Charakter des Projekts: „Meteor ist ein eindrucksvolles Beispiel für die Stärke multinationaler Rüstungszusammenarbeit. Der jüngste Auftrag aus Deutschland, einem der Entwicklungspartner des Lenkflugkörpers, spiegelt das anhaltende Vertrauen in das Meteor-Programm wider. Das Programm zeichnet sich durch eine einzigartige Partnerschaft unter der Leitung von MBDA aus. Es vereint Spitzentechnologien aus sechs europäischen Ländern mit dem Ziel, gemeinsam entscheidende militärische Fähigkeit bereitzustellen.“

Europäische Technologiekooperation im Fokus

Die Entwicklung und Fertigung des Meteor-Systems ist ein Vorzeigeprojekt europäischer Verteidigungstechnologie. Beteiligt sind Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und Schweden. Die Koordination liegt bei MBDA, einem führenden Systemhaus für Lenkflugkörper.

Eine Schlüsselkomponente des Meteor ist der fortschrittliche Feststoffstaustrahlantrieb. Er wird in Deutschland von der MBDA-Tochter Bayern-Chemie produziert. Durch den regelbaren Schub bleibt die Rakete während des gesamten Fluges auf Geschwindigkeit und Reichweite, was ihr eine überlegene „No Escape Zone“ verschafft. Diese ist im Vergleich zu konventionellen Luft-Luft-Lenkflugkörpern deutlich größer.

Weltweiter Einsatz auf modernen Plattformen

Meteor wird als universell einsetzbares Luftkampfsystem in zahlreichen Kampfflugzeugen weltweit integriert. Zu den aktuellen Trägerplattformen zählen Eurofighter/Typhoon, Rafale, Gripen und der südkoreanische KF-21 Boramae.

Im Jahr 2025 wurden weitere Integrationen vorangetrieben: Meteor wurde erstmals erfolgreich in die F-35 eingebunden. Der erste Flug erfolgte auf der F-35B-Variante, ergänzt durch Bodentests mit der F-35A. Diese Entwicklungen unterstreichen die Systemoffenheit des Meteor und seine Anpassungsfähigkeit an modernste Kampfluftfahrzeuge.

Ein Meilenstein war zudem der bestätigte Testschuss durch die brasilianische Luftwaffe im November 2025. Dabei wurde der Lenkflugkörper erfolgreich von einer F-39E Gripen E abgefeuert. Die brasilianischen Streitkräfte bewerten Meteor als essenziell für ihre Luftverteidigungsfähigkeit.

Meteor im Kontext globaler Luftraumsicherung

Die Rolle von Meteor als Schlüsselkomponente der Luftüberlegenheit wächst mit jedem Jahr. Auch 2025 zeigte sich ein deutliches Engagement vieler Nationen in der Weiterentwicklung und Integration des Systems.

Eric Béranger resümiert: „MBDA konnte im Jahr 2025 mit Meteor bemerkenswerte Erfolge erzielen, da viele Nationen weiter im Bereich der Luftüberlegenheit investierten, um die Souveränität ihrer Lufträume sicherzustellen.“

Der neue Auftrag aus Deutschland festigt nicht nur die technologische Weiterentwicklung, sondern unterstreicht auch das sicherheitspolitische Vertrauen in ein System, das seit Jahren Maßstäbe setzt.

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Mit Material von MBDA

FAQ zum Bau neuer Meteor-Flugkörper

Wer hat den Auftrag für Meteor vergeben? - Der Auftrag wurde vom Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) über das Meteor Integrated Joint Programme Office (IJPO) vergeben.

Wer produziert den Meteor-Lenkflugkörper? - Der Lenkflugkörper wird unter Leitung von MBDA produziert, wobei die Antriebstechnik von der deutschen Tochter Bayern-Chemie stammt.

Welche Länder sind am Meteor-Programm beteiligt? - Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und Schweden sind als Partnerländer beteiligt.

Auf welchen Flugzeugen kommt Meteor zum Einsatz? - Meteor ist u. a. integriert in Eurofighter/Typhoon, Rafale, Gripen, KF-21 Boramae sowie ab 2025 in der F-35.

Was zeichnet den Meteor gegenüber anderen Lenkflugkörpern aus? - Der regelbare Staustrahlantrieb verleiht Meteor eine überlegene Reichweite und eine außergewöhnlich große „No Escape Zone“.