Elektro- und Digitalindustrie: Aufträge steigen

Elektro- und Digitalindustrie startet mit Auftragsplus

Die Elektro- und Digitalindustrie ist mit einem moderaten Auftragsplus ins Jahr 2026 gestartet. Während die Nachfrage zunimmt, bleibt die Produktion unter Vorjahresniveau und das Geschäftsklima zeigt erste Dämpfer.

Für das laufende Jahr rechnet der Branchenverband ZVEI mit einer moderaten Belebung. Erwartet wird ein Produktionsplus von rund zwei Prozent.

Mit Beginn des Jahres 2026 hat sich das Auftragswachstum in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie fortgesetzt. Im Januar lagen die Neubestellungen insgesamt um 3,2 Prozent über dem Vorjahreswert. Dabei entwickelten sich die Bestellungen aus dem Inland und dem Ausland ähnlich positiv. Die Orders aus Deutschland stiegen um 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ausländische Kunden erhöhten ihre Bestellungen um 3,5 Prozent.

Allerdings zeigen sich innerhalb der internationalen Nachfrage deutliche Unterschiede. „Bei der Auslandsnachfrage gab es allerdings eine große Diskrepanz zwischen den Bestellungen aus dem Euroraum und aus Drittländern außerhalb des gemeinsamen Währungsraums“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Während die Auftragseingänge aus dem Euroraum im Januar um 12,5 Prozent anzogen, gingen die Bestellungen aus Drittländern leicht um 0,9 Prozent zurück.

Rückblick: Aufträge legten bereits 2025 deutlich zu

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Branche ein spürbares Wachstum bei den Auftragseingängen verzeichnet. Insgesamt stiegen die Bestellungen 2025 um – zwischenzeitlich leicht revidierte – 5,7 Prozent. Die Dynamik kam dabei vor allem aus dem Ausland. Während die Inlandsbestellungen nur geringfügig um 0,2 Prozent zunahmen, legten die Auslandsorders deutlich stärker zu.

Insgesamt stiegen die Bestellungen aus dem Ausland um 10,2 Prozent. Innerhalb Europas wuchsen die Orders aus dem Euroraum um 8,1 Prozent. Noch stärker entwickelte sich das Geschäft mit Drittländern außerhalb der Eurozone mit einem Plus von 11,2 Prozent.

Warum bleibt die Produktion noch unter Vorjahresniveau?

Trotz steigender Bestellungen blieb die Produktion elektrotechnischer und elektronischer Güter zu Jahresbeginn unter dem Niveau des Vorjahres. Im Januar 2026 lag der reale Output der Branche preisbereinigt um 2,9 Prozent niedriger als im gleichen Monat des Vorjahres. Bereits 2025 hatte die Produktion leicht nachgegeben. Der aggregierte preisbereinigte Branchenoutput sank im vergangenen Jahr um 0,3 Prozent. Für das laufende Jahr rechnet der Branchenverband ZVEI jedoch wieder mit einer moderaten Belebung. Erwartet wird ein Produktionsplus von rund zwei Prozent.

Umsatz der Elektro- und Digitalindustrie wächst moderat

Auch beim Umsatz zeigt sich zum Jahresstart ein moderates Wachstum. Im Januar 2026 lag der nominale Branchenumsatz bei 17,6 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg von 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Inlandsumsatz entwickelte sich dabei dynamischer als das Auslandsgeschäft. Die Erlöse mit deutschen Kunden stiegen um 5,5 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro.

Die Umsätze mit internationalen Partnern wuchsen dagegen nur um 0,8 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro. Innerhalb Europas ging der Umsatz mit Kunden aus dem Euroraum sogar leicht zurück – um 1,0 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Demgegenüber stiegen die Erlöse mit Partnern aus Drittländern um 1,7 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr 2025 erreichte der Branchenumsatz der deutschen Elektro- und Digitalindustrie 226,8 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 3,0 Prozent gegenüber dem Jahr 2024.

Wie entwickeln sich Produktion, Beschäftigung und Geschäftsklima?

Im Februar zeigte sich in der Branche ein gemischtes Bild bei den Erwartungen für die kommenden Monate. Der Saldo der Unternehmen, die ihre Produktion steigern beziehungsweise reduzieren möchten, ging von plus 14 auf plus elf Prozentpunkte zurück. Gleichzeitig verbesserten sich die Einstellungsabsichten. Hier stieg der Saldo von minus elf auf minus sechs Punkte.

Ende des vergangenen Jahres waren insgesamt 872.700 Menschen in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie beschäftigt. Das entspricht einem Rückgang von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aktuell befinden sich rund 22.100 Beschäftigte in Kurzarbeit.  Auch beim Geschäftsklima zeigt sich zuletzt eine leichte Eintrübung. „Nach dem starken Anstieg im Januar gab das Geschäftsklima in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie im Februar wieder etwas nach“, so Gontermann.

 Weiter erklärte er: „Sowohl die Beurteilung der aktuellen Lage als auch die allgemeinen Geschäftserwartungen fielen ungünstiger aus als im Vormonat. Die stimmungsmäßigen Auswirkungen des Iran-Kriegs und seiner eventuellen Folgen sind in den letzten Werten noch nicht abgebildet. Sie werden sich erstmals mit den Klimawerten für den Monat März zeigen.“

Wie aus der Mitteilung hervorgeht, könnten geopolitische Entwicklungen damit künftig auch die Branchenstimmung beeinflussen.

FAQ zur Elektro- und Digitalindustrie

Welche Entwicklung zeigen die Auftragseingänge in der Elektro- und Digitalindustrie? Im Januar 2026 stiegen die Neubestellungen in der Elektro- und Digitalindustrie um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Welche Rolle spielt das Ausland für die Elektro- und Digitalindustrie? Die Auslandsnachfrage ist ein wichtiger Wachstumstreiber. Besonders Bestellungen aus dem Euroraum legten zuletzt deutlich zu.

Wie entwickelt sich die Produktion in der Elektro- und Digitalindustrie? Die Produktion lag im Januar 2026 noch 2,9 Prozent unter dem Vorjahreswert. Für das Gesamtjahr erwartet der ZVEI jedoch ein moderates Produktionsplus.

Wie viele Menschen arbeiten in der Elektro- und Digitalindustrie? Ende des vergangenen Jahres beschäftigte die Branche rund 872.700 Menschen in Deutschland.

Wie entwickelt sich das Geschäftsklima in der Elektro- und Digitalindustrie? Nach einem starken Anstieg im Januar zeigte sich das Geschäftsklima im Februar wieder etwas schwächer.