Deutsche Exporte

Deutsche Exporte: Rückgang zu Jahresbeginn

Die Deutschen Exporte sind schwach ins Jahr 2026 gestartet. Besonders das Geschäft mit Europa und China ging deutlich zurück. Gleichzeitig wächst wegen geopolitischer Spannungen neue Unsicherheit.

Die Deutschen Exporte sind im Januar 2026 um 2,3 % zum Vormonat gesunken, wie das Statistische Bundesamt meldet. Vor allem Lieferungen in die EU und nach China gingen zurück, während die USA Zuwächse verzeichneten.

Die Deutschen Exporte sind zum Jahresbeginn 2026 spürbar zurückgegangen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im Januar Waren im Wert von 130,5 Milliarden EUR exportiert. Gegenüber dem starken Dezember entspricht das einem Minus von 2,3 %.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat fiel der Zuwachs dagegen moderat aus: Die Ausfuhren lagen 0,6 % über dem Wert des Januar 2025. Wie aus der Mitteilung des Statistischen Bundesamts hervorgeht, zeigt sich damit ein gemischtes Bild für die exportstarke deutsche Wirtschaft.

Warum schwächelt das Europa- und China-Geschäft?

Besonders deutlich fiel der Rückgang im europäischen Geschäft aus. Die Ausfuhren in die EU-Staaten sanken gegenüber dem Vormonat um 4,8 % auf 71,6 Milliarden EUR.

Noch stärker traf es das China-Geschäft. Die Exporte in die Volksrepublik brachen um gut 13 % ein und beliefen sich nur noch auf 6,3 Milliarden EUR.

Zuwächse erzielten deutsche Unternehmen dagegen in ihrem wichtigsten Exportmarkt: den Vereinigten Staaten. Die Ausfuhren in die USA stiegen im Januar kräftig um 11,7 % auf 13,2 Milliarden EUR.

Wie entwickeln sich die Importe?

Auch die Einfuhren nach Deutschland gingen zurück. Im Januar wurden Waren im Wert von 109,2 Milliarden EUR importiert.

Damit lagen die Importe 5,9 % unter dem Niveau des Vormonats Dezember und 4,0 % unter dem Wert des Vorjahresmonats.

Welche geopolitischen Risiken belasten die Deutschen Exporte?

Bereits im Jahr 2025 hatten sich die deutschen Ausfuhren nur moderat entwickelt. Dank eines starken Dezembers konnten die Exporte erstmals seit zwei Jahren wieder leicht wachsen – trotz des Zollstreits mit den USA unter Präsident Donald Trump.

Für das Jahr 2026 erwartet der Außenhandelsverband BGA ein Exportplus von 0,6 %. Zuletzt hatten sich auch die Exporterwartungen der Industrie verbessert: Die Ifo-Exporterwartungen stiegen im Februar wieder in den positiven Bereich.

Allerdings wurden diese Daten noch vor Beginn des Iran-Kriegs erhoben. Mit der Eskalation im Nahen Osten wächst die Unsicherheit für die exportorientierte deutsche Industrie. Steigende Ölpreise verteuern den Transport von Waren – ein besonders sensibles Thema für die stark exportabhängige Wirtschaft.

Warum bleibt das internationale Geschäft für Unternehmen schwierig?

Aus Sicht der Wirtschaft fehlt derzeit die Dynamik im Außenhandel. DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier kommentiert die aktuellen Zahlen deutlich:

„Dem deutschen Exportmotor fehlt das Schmieröl. Das Auslandsgeschäft springt nicht an. Von außenwirtschaftlicher Dynamik kann keine Rede sein. Unter vielen Kunden weltweit herrscht angesichts der großen globalen Unsicherheiten oft Zurückhaltung.“

Treier warnt zudem vor den Folgen für das laufende Jahr:

„Der Rückgang der deutschen Exporte zu Jahresbeginn ist ein schwieriges Signal für das Gesamtjahr 2026. Auch wenn die Exporte in die Vereinigten Staaten leicht anziehen, bleiben die USA für deutsche Unternehmen weiterhin ein großer Risikofaktor. Die anhaltende Unsicherheit aufgrund der volatilen US-Handelspolitik ist für das US-Geschäft deutscher Firmen Gift und erschwert langfristige Investitions- und Planungsentscheidungen.“

Etwas Zuversicht entsteht durch neue Handelsabkommen der Europäischen Union. Treier betont jedoch:

„Neue Handelsabkommen der EU wie mit Indien und den Mercosur-Staaten sorgen für etwas Zuversicht, reichen aber für eine Trendwende noch nicht aus. Umso wichtiger ist es jetzt die Standortfaktoren für die exportierende deutsche Industrie zu verbessern, damit die internationale Wettbewerbsfähigkeit bei der Erschließung neuer Märkte nicht zum Hindernis wird.“

mit Material von dpa und DIHK

Im Fokus: Die deutschen Exporte

Warum sind die Deutschen Exporte im Januar 2026 gesunken? Die Deutschen Exporte gingen um 2,3 % zum Vormonat zurück. Vor allem schwächere Ausfuhren in die EU und nach China belasteten die Entwicklung.

Welche Märkte treiben die Deutschen Exporte derzeit? Die Vereinigten Staaten bleiben der wichtigste Exportmarkt. Im Januar stiegen die Ausfuhren dorthin um 11,7 %.

Welche Risiken beeinflussen die Deutschen Exporte? Geopolitische Konflikte, steigende Ölpreise sowie Unsicherheiten in der US-Handelspolitik erschweren das internationale Geschäft.

Wie entwickeln sich die Deutschen Exporte im Gesamtjahr 2026? Der Außenhandelsverband BGA erwartet für 2026 ein moderates Wachstum der Deutschen Exporte von rund 0,6 %.