Elektroexporte wachsen im ersten Halbjahr

Elektroexporte: EU-Märkte treiben das Wachstum

Die deutschen Elektroexporte haben im ersten Halbjahr 2026 deutlich zugelegt. Vor allem die EU-Märkte trieben das Wachstum, während die Ausfuhren in die USA und nach China zurückgingen.

Die deutschen Elektroexporte legten im ersten Halbjahr 2026 um 9,3 % auf 138,5 Mrd. EUR zu. Besonders die EU-Märkte trugen das Wachstum.

  • Die deutschen Elektroexporte stiegen von Januar bis Juni 2026 um 9,3 % auf 138,5 Mrd. EUR.

  • Im Juni erreichten die Ausfuhren 24,5 Mrd. EUR und lagen damit 18,3 % über dem Vorjahreswert.

  • EU-Partnerländer trugen das Exportwachstum im ersten Halbjahr, während die Lieferungen in die USA und nach China sanken.

  • Auf der Importseite dominiert China mit 42,8 Mrd. EUR; insgesamt erreichten die Elektroimporte 143,8 Mrd. EUR.

Wie stark sind die Elektroexporte gewachsen?

Die Ausfuhren der deutschen Elektro- und Digitalindustrie haben im Juni 2026 wertmäßig deutlich zugelegt. Wie der ZVEI mitteilt, erreichten die Elektroexporte 24,5 Mrd. EUR. Damit lagen sie 18,3 % über dem Vorjahreswert.

Auch im gesamten ersten Halbjahr zeigte sich eine dynamische Entwicklung. Von Januar bis Juni stiegen die Exporte gegenüber dem Vorjahr um 9,3 % auf insgesamt 138,5 Mrd. EUR.

„Zwar fiel das Exportwachstum im gesamten ersten Halbjahr nur halb so hoch aus wie im Juni. Mit einem Plus von 9,3 Prozent auf insgesamt 138,5 Milliarden Euro war die Entwicklung in diesem aussagekräftigeren Zeitraum aber ebenfalls sehr dynamisch“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann.

Wie entwickeln sich die Elektroimporte?

Noch stärker als die Ausfuhren legten im Juni die Importe elektrotechnischer und elektronischer Güter nach Deutschland zu. Sie erhöhten sich um 20,2 % auf 25,1 Mrd. EUR.

Im gesamten ersten Halbjahr 2026 summierten sich die Elektroimporte auf 143,8 Mrd. EUR. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Zuwachs von 7,7 % und damit einer geringeren Wachstumsrate als bei den Exporten.

„Das im bisherigen Jahresverlauf aufgelaufene sektorale Handelsdefizit von ohnehin weniger als fünfeinhalb Milliarden Euro fiel damit auch wieder niedriger als im ersten Halbjahr 2025 aus”, so Gontermann.

USA und China bleiben wichtige Absatzmärkte

Größtes Abnehmerland der deutschen Elektroexporte blieben im ersten Halbjahr 2026 die USA. Die Lieferungen in die Vereinigten Staaten gingen gegenüber dem Vorjahr allerdings um 2,1 % auf 12,4 Mrd. EUR zurück.

„Angesichts der kaum mehr ausrechenbaren US-Zoll- bzw. Handelspolitik erscheint dieser Rückgang tatsächlich recht moderat“, sagte Gontermann.

Auf Rang zwei folgt China. Die Branchenausfuhren in die Volksrepublik reduzierten sich zwischen Januar und Juni um 1,6 % auf 11,4 Mrd. EUR.

Welche EU-Märkte treiben die Elektroexporte?

Ab Rang drei wird die Liste der größten Abnehmer von EU-Partnerländern bestimmt. „Die Ränge drei bis neun werden allesamt von EU-Partnerländern besetzt. Sie haben das Exportwachstum der Branche im ersten Halbjahr letztlich getragen“, so Gontermann.

Die Ausfuhren in die Niederlande stiegen um 14,3 % auf 8,3 Mrd. EUR. Frankreich nahm Elektroerzeugnisse im Wert von 8,1 Mrd. EUR ab, ein Plus von 12,6 %. Besonders kräftig wuchsen die Lieferungen nach Polen um 29,2 % auf 7,5 Mrd. EUR und nach Tschechien um 30,5 % auf 6,6 Mrd. EUR.

Auch Italien verzeichnete mit 6,5 Mrd. EUR ein Plus von 16,4 %. Nach Österreich gingen Waren im Wert von 5,6 Mrd. EUR, 10,8 % mehr als im Vorjahr. Die Exporte nach Spanien stiegen um 14,0 % auf 5,5 Mrd. EUR.

Rückläufig waren dagegen die Branchenausfuhren in das Vereinigte Königreich. Sie sanken um 6,6 % auf 4,9 Mrd. EUR, womit das Land Rang zehn unter den Abnehmern belegte.

China dominiert die deutschen Elektroimporte

Auf der Einfuhrseite bleibt China mit deutlichem Abstand der wichtigste Lieferant. Im ersten Halbjahr 2026 importierte Deutschland elektrotechnische und elektronische Erzeugnisse im Wert von 42,8 Mrd. EUR aus der Volksrepublik. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum war das ein Anstieg um 11,0 %.

Zweitgrößter Lieferant war Ungarn mit 7,6 Mrd. EUR und einem Rückgang um 1,0 %. Auf Rang drei folgten die USA mit einem Plus von 5,4 % auf 7,1 Mrd. EUR.

Dahinter lagen Polen mit 6,8 Mrd. EUR und einem Plus von 8,0 %, Tschechien mit 6,6 Mrd. EUR und einem Minus von 5,5 % sowie Taiwan mit 5,4 Mrd. EUR und einem Zuwachs von 10,1 %. Die Importe aus Frankreich stiegen um 14,2 % auf 3,8 Mrd. EUR.

Die Plätze acht bis zehn belegten Vietnam mit einem Plus von 18,3 % auf 3,6 Mrd. EUR, Japan mit einem Zuwachs von 7,3 % auf ebenfalls 3,6 Mrd. EUR sowie Malaysia mit 3,5 Mrd. EUR und einem Plus von 2,4 %.

Was zeigt die globale Produktionsstruktur?

Der Vergleich zwischen Abnehmer- und Lieferländern zeigt unterschiedliche regionale Schwerpunkte. Auf der Kundenseite dominieren mit sieben von zehn Ländern die EU-Staaten. Unter den zehn größten Lieferländern finden sich dagegen fünf asiatische Länder.

“Hier spiegelt sich dann auch die globale Produktionsstruktur der Branche wider”, sagte Gontermann. “Denn drei Viertel aller weltweit hergestellten Elektroerzeugnisse kommen heute aus Asien, knapp die Hälfte allein aus China.”

Was Sie zum Thema Elektroexporte wissen müssen

• Wie stark sind die deutschen Elektroexporte 2026 gestiegen? – Im ersten Halbjahr erhöhten sich die Elektroexporte um 9,3 % auf 138,5 Mrd. EUR.

• Welche Märkte treiben die Elektroexporte? – Vor allem die EU-Partnerländer trugen das Exportwachstum im ersten Halbjahr 2026.

• Welches Land ist der größte Abnehmer der Elektroexporte? – Die USA blieben mit einem Exportvolumen von 12,4 Mrd. EUR der größte Abnehmer.

• Welche Rolle spielt China bei den Elektroexporten? – Die Exporte nach China sanken um 1,6 % auf 11,4 Mrd. EUR. Gleichzeitig war China mit 42,8 Mrd. EUR der mit Abstand größte Lieferant auf der Importseite.

• Wie stehen Elektroexporte und Elektroimporte zueinander? – Im ersten Halbjahr lagen die Exporte bei 138,5 Mrd. EUR und die Importe bei 143,8 Mrd. EUR. Das sektorale Handelsdefizit betrug damit weniger als 5,5 Mrd. EUR.