Rüffel für viele Unternehmen

Siemens Healthineers: Montag kritisiert „Rumgenörgel“

Siemens Healthineers hält am Standort Deutschland fest. CEO Bernhard Montag verweist auf steigende Beschäftigung und Investitionen – und kritisiert Wirtschaftslenker, die zu stark auf die Politik schauen.

Der Vorstandvorsitzende von Siemens Healthineers, Bernhard Montag, hat die Anspruchshaltung vieler Wirtschaftslenker in Deutschland gegenüber der Politik kritisiert. 'Mir persönlich gefällt dieses Rumgenörgel einfach nicht. Weil ich sage: Das sind Unternehmen, wir sind nicht in einer Planwirtschaft oder Staatswirtschaft.'
Der Vorstandvorsitzende von Siemens Healthineers, Bernhard Montag, hat die Anspruchshaltung vieler Wirtschaftslenker in Deutschland gegenüber der Politik kritisiert. "Mir persönlich gefällt dieses Rumgenörgel einfach nicht. Weil ich sage: Das sind Unternehmen, wir sind nicht in einer Planwirtschaft oder Staatswirtschaft."

  • Siemens-Healthineers-Chef Bernhard Montag kritisiert die Anspruchshaltung mancher Wirtschaftsführer gegenüber der Politik.

  • Siemens Healthineers beschäftigt mehr als 20 % seiner Mitarbeiter in Deutschland und investierte zuletzt 650 Mio. EUR in deutsche Standorte.

  • Nach Angaben Montags nimmt die Beschäftigung in Deutschland zu, Probleme bei der Mitarbeitersuche gebe es nicht.

  • Im Geschäftsjahr 2025 erreichte der Konzern 23,4 Mrd. EUR Umsatz und erstmals mehr als 2 Mrd. EUR Nettogewinn.

Der Vorstandsvorsitzende von Siemens Healthineers, Bernhard Montag, kritisiert die Anspruchshaltung vieler Wirtschaftslenker in Deutschland gegenüber der Politik. In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur in Berlin stellte er die Verantwortung der Unternehmen selbst heraus.

„Mir persönlich gefällt dieses Rumgenörgel einfach nicht. Weil ich sage: Das sind Unternehmen, wir sind nicht in einer Planwirtschaft oder Staatswirtschaft“, sagte Montag. „Dauernd auf die Regierung zu schauen, finde ich schwierig.“

Ein Teil der Wirtschaftsführer verhalte sich mit Blick auf politisches Handeln so, wie es Unternehmen ihren eigenen Beschäftigten mitunter vorwerfen würden. „Es ist dieses Verhalten, das man Arbeitnehmern gerne mal vorwirft: Ich habe ein Recht, dass da jemand was für mich zur Seite räumt und ich glaube, da ist ein fundamentales Missverständnis drin“, erklärte der Vorstandschef.

Montag habe nicht das Verständnis, dass die Regierung für Wirtschaftswachstum verantwortlich sei. Auch deutsche Bürokratie oder fehlende Baugenehmigungen seien aus seiner Sicht nicht der Grund dafür, dass in Deutschland kein Unternehmen wie der US-Chiphersteller Nvidia entstanden sei.

Siemens Healthineers hält am Standort Deutschland fest

Ungeachtet der Debatten über die Rahmenbedingungen bleibt Deutschland für Siemens Healthineers von großer Bedeutung, wie aus den Aussagen Montags gegenüber der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht.

„Wir haben mehr als 20 Prozent der Mitarbeiter in Deutschland. Das heißt: Wir sind immer noch da. Wir haben unseren Kern da. Wir haben in den letzten Jahren 650 Millionen Euro investiert in die deutschen Standorte“, sagte der Manager.

Auch bei der Beschäftigung beschreibt Montag eine positive Entwicklung: „Wir bauen und wir haben auch immer mehr Beschäftigte. Also sozusagen die Beschäftigung in Deutschland nimmt zu. Das ist erstmal das Faktische. Und wir haben auch eigentlich kein Problem, Mitarbeiter zu finden.“

Siemens Healthineers ist die ehemalige Medizintechniksparte von Siemens und ging 2018 an die Börse. Siemens blieb Hauptaktionär. Der Konzern stellt Geräte und Systeme her, mit denen unter anderem Krankheiten wie Krebs diagnostiziert, überwacht und behandelt werden können.

Welche Rolle spielt Siemens bei Siemens Healthineers?

Seit 2021 ist Siemens Healthineers im Dax 40 gelistet. Kurz zuvor hatte das Unternehmen die Übernahme des US-Krebsspezialisten Varian abgeschlossen. Der Wert des Deals belief sich auf 16,4 Mrd. EUR. Das Mutterunternehmen Siemens will seine Aktienmehrheit in Kürze abgeben.

Damit steht die Beteiligungsstruktur des Medizintechnikkonzerns vor einer Veränderung. Der operative Kern in Deutschland bleibt nach den Aussagen Montags jedoch von großer Bedeutung.

Siemens Healthineers steigert Umsatz und Gewinn

Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Siemens Healthineers einen Umsatz von 23,4 Mrd. EUR. Der Nettogewinn erreichte 2,1 Mrd. EUR und überschritt damit erstmals die Marke von 2 Mrd. EUR.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Siemens Healthineers nach einer Korrektur ein Umsatzwachstum von bis zu 4 %. Die Gewinne sollen noch stärker steigen. Dazu trägt unter anderem eine Rückerstattung von zu viel bezahlten US-Zöllen bei.

Mit Material der dpa

Was Sie zum Thema Siemens Healthineers wissen müssen

• Warum setzt Siemens Healthineers auf Deutschland? – Deutschland bleibt ein wichtiger Standort des Konzerns. Mehr als 20 % der Beschäftigten arbeiten hier, zudem wurden in den vergangenen Jahren 650 Mio. EUR in deutsche Standorte investiert.

• Wie bewertet Siemens Healthineers die Verantwortung der Politik? – CEO Bernhard Montag kritisiert die Erwartung mancher Wirtschaftsführer, die Regierung müsse stärker für Unternehmen und Wirtschaftswachstum sorgen.

• Wie entwickelt sich die Beschäftigung bei Siemens Healthineers in Deutschland? – Nach Angaben Montags nimmt die Beschäftigung in Deutschland zu. Probleme bei der Suche nach Mitarbeitern sieht er nicht.

• Wie hat sich Siemens Healthineers 2025 entwickelt? – Der Umsatz lag bei 23,4 Mrd. EUR, der Nettogewinn erreichte 2,1 Mrd. EUR und überschritt damit erstmals die Marke von 2 Mrd. EUR.

• Welche Rolle spielt Siemens bei Siemens Healthineers? – Siemens blieb nach dem Börsengang 2018 Hauptaktionär, will seine Aktienmehrheit aber in Kürze abgeben.