Branche im Aufwind

Maschinenbau: Stabile Aufträge bringen Hoffnung

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau hat drei magere Jahre hinter sich. Doch die exportorientierte Branche schöpft wieder Hoffnung.

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Die Auftragslage im deutschen Maschinen- und Anlagenbau zeigt erstmals seit langem echte Stabilisierungszeichen.

Die stabile Auftragslage lässt die deutsche Maschinenbauindustrie auf eine konjunkturelle Trendwende hoffen. Nach drei Jahren mit teils deutlichen Rückgängen sind im vergangenen Jahr preisbereinigt genauso viele Bestellungen eingegangen wie im Jahr zuvor, berichtet der VDMA. 

Das "reale Nullwachstum" sei vor allem durch zusätzliche Order aus dem Euro-Raum (+ sieben Prozent) getrieben. Aus dem Inland kamen hingegen ein Prozent weniger Aufträge und auch die Bestellungen aus dem Nicht-Euro-Ausland gingen um zwei Prozent zurück. Hier wirken sich auch Einbußen durch die US-Zollpolitik unter Präsident Trump aus.  

Bessere Stimmung bei wichtigen Kunden

Auch bei wichtigen Kunden wie der Autoindustrie sorgt das Europageschäft für bessere Stimmung. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Januar wegen positiverer Geschäftserwartungen leicht gestiegen. Vor allem im Ausland rechnen die Unternehmen mit deutlich besseren Geschäften. "Den amtlichen Daten zu den Auftragseingängen nach zu urteilen, spielt hier der innereuropäische Handel die treibende Rolle", sagt Ifo-Expertin Anita Wölfl. Insbesondere gegenüber China, zunehmend aber auch zu den USA habe die deutsche Autoindustrie Wettbewerbsfähigkeit verloren.

Die Unternehmen im Maschinenbau blicken inzwischen insgesamt zuversichtlicher nach vorn. "Die Anzeichen auf eine konjunkturelle Bodenbildung für den Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland verdichten sich", bilanziert VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt. 

Er weist auf die zunehmenden Bestellungen im vierten Quartal hin. Die Monate Oktober bis Dezember brachten nach Verbandsangaben getragen vom Auslandsgeschäft real drei Prozent mehr Aufträge. Hier waren gegen den Jahrestrend vor allem die Bestellungen aus den Nicht-Euro-Ländern überproportional gewachsen.

Produktion soll wieder zulegen

Das sollte 2026 auch auf die zuletzt stark zurückgefahrene Produktion in den Betrieben durchschlagen. "Für 2026 prognostizieren wir daher unverändert ein kleines Plus in der Produktion von real ein Prozent", bekräftigt Gernandt. Zuletzt hatte der Verband für 2025 den Produktionsrückgang auf fünf Prozent geschätzt. Auch in den beiden Jahren zuvor war die Produktion in dem Industriezweig geschrumpft. 

Folgerichtig hat sich die Stimmung im Maschinen- und Anlagenbau zuletzt aufgehellt. Laut der VDMA-Konjunkturerhebung bewerteten im Januar knapp 30 Prozent der insgesamt 962 teilnehmenden Unternehmen die aktuelle Lage als gut oder sehr gut. Im Oktober hatten das nur 23 Prozent getan. 

Schlecht oder sehr schlecht ist die Lage aus der Sicht von 24 Prozent der Unternehmen. Bei der vorhergehenden Befragung hatten das noch 33 Prozent erklärt. Auch die mittelfristigen Aussichten haben sich spürbar verbessert. 

Steigende Umsätze erwartet

Für das laufende Jahr rechnen rund 57 Prozent der Unternehmen mit einer nominalen Umsatzsteigerung, also einschließlich der Preiserhöhungen. Knapp 29 Prozent sehen eine Stagnation als realistisch an und weniger als 15 Prozent erwarten einen Umsatzrückgang.

Die Ergebnisse seien nicht mehr als ein hoffnungsvolles Zeichen, mahnt der VDMA-Chefvolkswirt. Es brauche jetzt politische Rückendeckung, um eine Trendwende hinzulegen. "Wir brauchen Reformen, die die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen in Deutschland und Europa."

FAQ: Stabile Aufträge im Maschinen- und Anlagenbau

1. Wie hat sich die Auftragslage im deutschen Maschinenbau zuletzt entwickelt?

Nach drei schwachen Jahren blieb der Auftragseingang im vergangenen Jahr preisbereinigt auf dem Niveau des Vorjahres. Dieses reale Nullwachstum gilt als erstes Stabilisierungssignal für die Branche.

2. Welche Regionen haben besonders zu den stabilen Aufträgen beigetragen?

Vor allem zusätzliche Bestellungen aus dem Euro-Raum sorgten für positive Impulse. Das Inland sowie das Nicht-Euro-Ausland verzeichneten hingegen leichte Rückgänge bei den Auftragseingängen.

3. Warum wird von einer möglichen konjunkturellen Bodenbildung gesprochen?

Im vierten Quartal legten die Aufträge real um drei Prozent zu, getragen vor allem vom Auslandsgeschäft. Diese Entwicklung verdichtet laut Branchenverband die Anzeichen für eine konjunkturelle Bodenbildung.

4. Wie hat sich die Stimmung in den Unternehmen des Maschinenbaus verändert?

Die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage hat sich verbessert: Rund 30 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Lage als gut oder sehr gut, während der Anteil negativer Bewertungen deutlich gesunken ist.

5. Welche Erwartungen gibt es für Produktion und Umsatz in den kommenden Jahren?

Für 2026 wird ein leichtes Produktionsplus von real einem Prozent erwartet. Zudem rechnen mehr als die Hälfte der Unternehmen im laufenden Jahr mit steigenden nominalen Umsätzen.