China-Risiken im EU-Handel

China-Risiken: Unternehmen sollen vorsorgen

China-Risiken rücken für deutsche Unternehmen stärker in den Fokus. Unions-Fraktionschef Jens Spahn fordert mehr Risikovorsorge im Chinageschäft, will aber keine neuen EU-Vorgaben.

Globale Lieferketten geraten unter Druck: Der Handelskonflikt zwischen EU und China verschärft die Risiken für Industrieunternehmen, Investitionen und Produktionsstandorte.
Globale Lieferketten geraten unter Druck: Der Handelskonflikt zwischen EU und China verschärft die Risiken für Industrieunternehmen, Investitionen und Produktionsstandorte.

Summary: Unionsfraktionschef Jens Spahn fordert deutsche Unternehmen nach einer China-Reise zu einer Neubewertung ihrer China-Risiken auf. Anlass sind der Handelsstreit zwischen der EU und China sowie Beratungen beim EU-Gipfel in Brüssel. Neue Berichtspflichten lehnt Spahn ab, stattdessen setzt er auf Eigenverantwortung und neue Partnerschaften.

Warum China-Risiken neu bewertet werden sollen

Angesichts des Handelsstreits zwischen der EU und China fordert Unionsfraktionschef Jens Spahn deutsche Unternehmen zu mehr Risikovorsorge auf. Nach seiner Rückkehr von einer China-Reise sagte der CDU-Politiker dem Informationsdienst „Table.Briefings“, Unternehmen sollten „ihre Risiken anders bewerten“ als noch vor drei oder vier Jahren.

Im Zentrum steht die Frage, wie belastbar Geschäftsmodelle, Produktionsstandorte und Investitionen in China im Fall neuer wirtschaftlicher Verwerfungen sind. Spahn formulierte die Erwartung an Unternehmen deutlich: «Ich frage jeden Unternehmer: Habt ihr den Stresstest so gemacht, dass Euer Unternehmen weiterlebt, wenn ihr Eure Anlage in China abschreiben müsst?»

Zugleich machte er klar, dass der Staat aus seiner Sicht nicht als Absicherung für solche unternehmerischen Risiken auftreten könne. «Die Bundesregierung jedenfalls kann diese Risiken nicht übernehmen.»

Spahn lehnt neue EU-Vorgaben ab

Neue EU-Vorgaben zur Diversifizierung von Lieferketten sieht Spahn kritisch. Solche Regeln würden aus seiner Sicht vor allem zusätzliche Bürokratie verursachen. «Zur Diversifizierung zwingen heißt ja wieder: Berichte schreiben, Nachweise erbringen», erklärte er. «Dem kann ich wenig abgewinnen.»

Damit setzt Spahn auf Eigenverantwortung der Unternehmen statt auf neue Berichtspflichten. Aus der Meldung geht hervor, dass er sich unter anderem für neue Partnerschaften mit anderen Ländern ausspricht. Diese könnten helfen, Abhängigkeiten im Chinageschäft zu reduzieren, ohne Unternehmen durch weitere Nachweispflichten zu belasten.

Wie der EU-Gipfel den China-Kurs verhandelt

Beim aktuellen EU-Gipfel in Brüssel beraten die Staats- und Regierungschefs über den weiteren Kurs gegenüber China. Im Fokus steht die Frage, wie Europa auf Chinas enorme staatliche Förderung, hohe Exporte und Rekordüberschüsse reagieren soll.

Diese Entwicklungen setzen der europäischen Industrie zu, weil billigere chinesische Konkurrenz den Wettbewerb verschärft. Für Unternehmen aus Industrie, Maschinenbau und Produktion gewinnt damit die strategische Bewertung von China-Risiken an Bedeutung. Es geht nicht nur um Absatzmärkte, sondern auch um Investitionen, Lieferketten und die Widerstandsfähigkeit industrieller Geschäftsmodelle.

Mit Material der dpa

FAQ zu China-Risiken

• Warum sollen Unternehmen China-Risiken neu bewerten? – Jens Spahn verweist auf veränderte Rahmenbedingungen im Chinageschäft und fordert stärkere Risikovorsorge.

• Welche China-Risiken spricht Spahn konkret an? – Er nennt den Fall, dass ein Unternehmen seine Anlage in China abschreiben müsste und trotzdem weiter bestehen können sollte.

• Wer soll China-Risiken tragen? – Nach Spahns Aussage kann die Bundesregierung diese Risiken nicht übernehmen.

• Welche Rolle spielen China-Risiken beim EU-Gipfel? – Die Staats- und Regierungschefs beraten in Brüssel über den weiteren Kurs gegenüber China.

• Was bedeuten China-Risiken für die Industrie? – Sie betreffen Investitionen, Lieferketten und den Wettbewerb mit billigerer chinesischer Konkurrenz.