Maschinen von Claas

Gute Stimmung bei Claas: Das Unternehmen konnte einen Umsatzrekord vermelden. (Bild: Claas)

Der westfälische Landtechnikhersteller Claas hat trotz Lieferengpässen und Pandemie bei Umsatz und Gewinn deutlich zugelegt. Der Umsatz des westfälischen Familienunternehmens kletterte im Ende September beendeten Geschäftsjahr 2020/21 um 19 Prozent auf den Rekordwert von 4,8 Milliarden Euro. Unterm Strich blieben 273 Millionen Euro Gewinn (Vorjahr: 107 Millionen Euro), wie die Gruppe mitteilte.

Dem Unternehmen sei in allen Weltregionen ein zweistelliger Umsatzanstieg und eine deutliche Verbesserung der Ertragskraft gelungen, sagte Konzernchef Thomas Böck. Selbst in Großbritannien habe trotz des Brexits ein deutlicher Zuwachs erzielt werden können. Bei Mähdreschern und Feldhäckslern habe das Umsatzwachstum bei 25 bis 30 Prozent, bei Traktoren bei über 20 Prozent gelegen. Etwas verhaltener sei die Entwicklung im Bereich Pressen und Futtererntemaschinen gewesen, sagte Vertriebschef Christian Radons. Die umsatzstärksten Märkte sind Deutschland (932 Millionen Euro) und Frankreich (828 Millionen Euro).

Als Grund für die Gewinnsteigerung nannte Finanzchef Hans Lampert unter anderem eine überdurchschnittlich gute "Preisrealisierung". Auch sei die Auslastung aller Fabriken hoch gewesen. Gleichzeitig seien die Kosten im Rahmen geblieben.

Welchen Platz Claas in unserem Maschinenbau-Ranking erreicht hat, erfahren Sie hier:

Das waren die Schwerpunkte bei Forschung und Entwicklung

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung hätten mit 262 Millionen Euro (Vorjahr: 237 Millionen Euro) einen Höchstwert erreicht, hieß es weiter. Investitionen in neue Elektronikarchitekturen sowie in die Digitalisierung von landwirtschaftlichen Prozessen hätten dabei einen Schwerpunkt gebildet.

Auch bei den Sachinvestitionen gab Claas mit 138 Millionen Euro mehr aus als im Vorjahr (131 Millionen Euro). Unter anderem seien Fabriken umgebaut und modernisiert worden. Allein in Harsewinkel investierte das Unternehmen 44 Millionen Euro, in Le Mans mehr als 40 Millionen Euro. Im Werk im russischen Krasnodar erweiterte das Unternehmen seine Produktionskapazitäten. Anstatt sechs würden dort jetzt sieben Mähdrescher pro Tag produziert. "Alles in allem steht Claas sehr, sehr gesund da", sagte Böck.

Für das laufende Geschäftsjahr sprach das Unternehmen von einem höheren Risiko bei der Versorgungssituation und den Beschaffungspreisen. "Chipkrise und angespannte Lieferketten bestimmen den Unternehmensalltag", hieß es. Man gehe davon aus, dass erst Ende 2022 eine Entspannung eintrete. Dennoch werde insgesamt mit einer stabilen Nachfrage nach Landtechnik gerechnet. Man erwarte einen um vier bis fünf Prozent höheren Umsatz und ein Ergebnis leicht unter dem Vorjahresniveau.

Das 1913 gegründete Unternehmen ist nach eigenen Angaben europäischer Marktführer bei Mähdreschern. Die Zahl der Mitarbeiter lag Ende September bei 12.000, 600 mehr als ein Jahr zuvor. Davon arbeiten knapp 5.800 in Deutschland und knapp 2.800 in Frankreich.

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dpa