Daniel Hager ist neuer ZVEI-Präsident. Der Verband stellt zudem Leistung, Innovation, Wettbewerbsfähigkeit, industrielle KI und Mikroelektronik in den Fokus.
Hager ist 54 Jahre alt und seit 15 Jahren im ZVEI aktiv. Er war unter anderem Vorsitzender des Fachverbands Elektroinstallationssysteme sowie Vorsitzender der Plattform Gebäude. Zudem ist er Vorsitzender des Aufsichtsrats der Hager Group.Stefan Weinzierl
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Summary:
Daniel Hager wurde am 20. Mai 2026 in Frankfurt am Main für drei Jahre zum ZVEI-Präsidenten gewählt. Der Verband fordert mehr Freiräume für industrielle KI, weniger Doppelregulierung und eine Stärkung Europas bei Mikroelektronik. Auswirkungen sieht der ZVEI für Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz, Energiepreise und den Industriestandort.
Wer ist der neue ZVEI-Präsident?
Der ZVEI bekommt eine neue Verbandsspitze. Daniel Hager ist am 20. Mai 2026 in Frankfurt am Main vom Vorstand für drei Jahre zum ZVEI-Präsidenten gewählt worden, wie aus der Mitteilung hervorgeht.
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Hager ist 54 Jahre alt und seit 15 Jahren im ZVEI aktiv. Er war unter anderem Vorsitzender des Fachverbands Elektroinstallationssysteme sowie Vorsitzender der Plattform Gebäude. Zudem ist er Vorsitzender des Aufsichtsrats der Hager Group.
Unmittelbar nach seiner Wahl betonte Hager die wirtschaftliche Bedeutung der Branche: „Die Digital- und Elektroindustrie ist eine der tragenden wirtschaftlichen Säulen unseres Landes“.
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ZVEI-Präsident fordert Fokus auf Leistung und Wettbewerbsfähigkeit
In seiner Eröffnungsrede zum eSummit kündigte Hager an, die hohe Bedeutung der Digital- und Elektroindustrie für technologischen Fortschritt und gesellschaftlichen Wohlstand in Deutschland im politischen Dialog stärker verankern zu wollen.
Auf der wichtigsten Veranstaltung der Branche forderte er Bundeskanzler Merz auf, politischen Stillstand zu überwinden und überfällige Reformen bei Rente, Arbeitszeit und Sozialkosten einzuleiten. Hager machte deutlich, worauf aus seiner Sicht der Fokus liegen müsse: „Wir müssen wieder stärker darauf schauen, was unseren Standort wirklich trägt: Leistung, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit.”
Damit rückt der neue ZVEI-Präsident zentrale Standortfragen in den Mittelpunkt. Der Verband verbindet die neue Spitze mit einem klaren industriepolitischen Signal: Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskraft und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit sollen stärker in den politischen Diskurs getragen werden.
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Warum industrielle KI mehr Gestaltungsfreiraum braucht
Deutschland und Europa stehen nach Einschätzung Hagers vor großen Transformationsherausforderungen. Das gelte insbesondere für die Entwicklung und Nutzung künstlicher Intelligenz. Während die USA und China Tempo machten, werde in Deutschland und Europa über Regeln diskutiert, die Innovation ausbremsen könnten.
Hager sieht die Elektro- und Digitalindustrie bei industrieller KI in einer besonderen Position: „Eine Stärke der deutschen Elektro- und Digitalindustrie liegt in der Entwicklung von KI für industrielle Anwendungen – für Roboter, Prozessindustrie, Stromnetze oder Gebäude und vieles mehr. Um sie auszuspielen, brauchen wir mehr Gestaltungsfreiräume.”
Regulierung müsse sich aus Sicht des ZVEI an einer einfachen Frage messen lassen: Hilft sie der Industrie und Wirtschaft oder steht sie Innovation im Weg? Der jüngst im Trilog gefundene Kompromiss zum KI-Omnibus sei laut Hager eine erhebliche Verbesserung, erfasse aber noch nicht alle relevanten Anwendungen. Dazu sagte er: „Auch bei Medizinprodukten gehört Doppelregulierung abgeschafft”.
Ein weiterer Schwerpunkt der neuen Verbandsspitze liegt auf der Resilienz Europas. Hager betonte, Europa müsse in geopolitisch schwierigen Zeiten gezielt gestärkt werden. Seine Einordnung fällt entsprechend deutlich aus: „In geopolitisch schwierigen Zeiten ist Europa unsere ‚Lebensversicherung‘. Nur ein starkes Europa hält uns im Spiel, das kaum noch anerkannten Regeln folgt. Wir müssen den Binnenmarkt ausbauen und die EU zu einem Industriebeschleuniger machen, der auf Innovation und unternehmerische Initiative fokussiert und ein faires Wettbewerbsumfeld schafft.“
Der ZVEI-Präsident verbindet europäische Stärke dabei mit industrieller Handlungsfähigkeit. Der Binnenmarkt soll ausgebaut werden, die EU stärker als Beschleuniger für Industrie, Innovation und unternehmerische Initiative wirken.
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Mikroelektronik wird zur Schlüsselbranche
Eine besondere Rolle weist Hager der technologischen Exzellenz zu. Europa müsse darüber verfügen, etwa in der Mikroelektronik. Nach Einschätzung des ZVEI handelt es sich dabei um eine Schlüsselbranche, die gefördert werden müsse.
Einer neuen ZVEI-Studie zufolge verdoppelt sich der Halbleiterbedarf in Europa bis 2040. Daraus leitet der Verband industriepolitischen Handlungsbedarf ab. Hager fordert: „Auf die steigenden Bedarfe muss Europa schnell reagieren und sein Mikroelektronik-Ökosystem stärken”.
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Zugleich warnt er vor einseitigen Abhängigkeiten bei zentralen Technologien: „Bei Schlüsseltechnologien darf Europa nicht in einseitige Abhängigkeiten rutschen.”
Warum Strompreise für Elektrifizierung entscheidend sind
Abhängigkeiten sollen nach Ansicht des ZVEI auch auf der Energieseite abgebaut werden. Hager sieht die weitere Entwicklung klar elektrisch geprägt: „Die Zukunft ist elektrisch – egal ob im Auto oder im Gebäude“.
Nach Angaben des Verbands zeigen ZVEI-Umfragen, dass die Attraktivität von elektrischer Mobilität und elektrischer Wärme eng mit dem Strompreis korreliert. Aus Sicht des ZVEI führt daher kein Weg daran vorbei, die Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß zu senken. Diese Senkung ist laut Mitteilung im Koalitionsvertrag angekündigt und von der EU-Kommission aufgefordert worden.
Neue Vizepräsidenten und Vorstand im ZVEI
Neben Daniel Hager wurden auch neue Vizepräsidenten gewählt. Neu in diese Funktionen gewählt wurden Dr. Peter Körte von Siemens, Dr. Frank Meyer von Bosch und Dr. Peter Weckesser von Schneider Electric.
Dem Engeren Vorstand gehören Dr. Markus Bergholz von Kostal, Christian O. Erbe von Erbe Elektromedizin, Philip W. Harting von Harting, Tim Holt von Siemens Energy, Ulrich Leidecker von Phoenix Contact, Philipp Steinberger von Wöhner und Andreas Urschitz von Infineon an.
mit Material des ZVEI
Der neue ZVEI-Präsident
• Wer ist neuer ZVEI-Präsident? – Daniel Hager wurde am 20. Mai 2026 vom Vorstand für drei Jahre zum ZVEI-Präsidenten gewählt.
• Welche Themen setzt der ZVEI-Präsident in den Fokus? – Im Mittelpunkt stehen Leistung, Innovation, Wettbewerbsfähigkeit, industrielle KI, Mikroelektronik und die Resilienz Europas.
• Warum fordert der ZVEI-Präsident weniger Regulierung bei industrieller KI? – Der Verband sieht bei KI für industrielle Anwendungen mehr Gestaltungsfreiräume als notwendig an und fordert den Abbau von Doppelregulierung.
• Welche Rolle spielt Mikroelektronik für den ZVEI-Präsidenten? – Mikroelektronik gilt als Schlüsselbranche. Laut neuer ZVEI-Studie verdoppelt sich der Halbleiterbedarf in Europa bis 2040.
• Was fordert der ZVEI-Präsident bei Energie und Strompreis? – Der ZVEI fordert, die Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß zu senken, um elektrische Mobilität und elektrische Wärme attraktiver zu machen.