Freihandelsabkommen mit den Philippinen

Freihandelsabkommen schafft neue Exportchancen

Das Freihandelsabkommen zwischen EU und Philippinen nimmt Gestalt an. Weniger Zölle und ein besserer Marktzugang sollen neue Chancen für europäische Unternehmen schaffen.

Wie entwickeln sich die deutschen Exporte? Im Juli 2026 sinken sie um 0,8 %, während der Außenhandelsüberschuss auf 21,3 Mrd. EUR steigt.
Die EU und die Philippinen wollen mit einem Freihandelsabkommen Zölle abbauen und den Marktzugang erleichtern.

• Die EU und die Philippinen haben sich grundsätzlich auf ein Freihandelsabkommen verständigt, technische Details und die Umsetzung sind noch offen.
• Mehr als 94 % der Zolltarifpositionen sollen liberalisiert werden und mehr als 97 % der Waren auf beiden Seiten abdecken.
• Chancen sieht die EU unter anderem für Maschinen, Transportmittel, Arzneimittel, Medizintechnik und Landwirtschaft.
• Erstmals soll der philippinische Markt für öffentliche Aufträge für ausländische Bieter geöffnet werden.

Was bringt das Freihandelsabkommen mit den Philippinen?

Die Europäische Union und die Philippinen haben sich grundsätzlich auf ein Freihandelsabkommen verständigt. Das teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit. Nach Angaben der EU-Kommission sollen durch das Abkommen unter anderem Zölle auf beiden Seiten abgebaut und der gegenseitige Marktzugang verbessert werden. Einzelne Punkte müssen nach der grundsätzlichen Einigung allerdings noch verhandelt werden.

Die Philippinen haben 113 Millionen Einwohner und sind laut EU-Kommission ein wichtiger Markt für europäische Exporteure. EU-Unternehmen liefern insbesondere Maschinen, Transportmittel, Arzneimittel und medizinische Geräte in das Land. Auch für Schweinefleisch aus der EU sind Zollerleichterungen vorgesehen.

Mehr als 94 % der Zolltarifpositionen sollen fallen

Das geplante Freihandelsabkommen sieht einen weitreichenden Abbau von Handelshemmnissen vor. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic sagte in Brüssel: «Wir haben vereinbart, über 94 Prozent der Zolltarifpositionen zu liberalisieren, die mehr als 97 Prozent der Waren auf beiden Seiten abdecken.»

Sefcovic verwies dabei auf Chancen für zahlreiche europäische Unternehmen sowie für die Landwirtschaft. Neben einem besseren Marktzugang spielt aus Sicht des Handelskommissars auch die Widerstandsfähigkeit von Lieferketten eine Rolle.

«Zudem sorgt dies für stärkere und diversifiziertere Lieferketten in einer Zeit, in der Widerstandsfähigkeit zu einer strategischen Priorität geworden ist - Halbleiter sind hierfür ein deutliches Beispiel. Neues Investitionspotenzial ergibt sich im Bereich der erneuerbaren Energien, in dem die Philippinen den Ausbau ihrer Kapazitäten vorantreiben möchten.»

Das Abkommen sei zudem ein klares Signal für ein stärkeres Engagement der EU im indopazifischen Raum, erklärte Sefcovic.

Wie öffnet sich der philippinische Markt?

Mit dem verhandelten Abkommen soll laut der Brüsseler Behörde erstmals auch der philippinische Markt für öffentliche Aufträge für ausländische Bieter geöffnet werden. Damit erweitert sich der vorgesehene Marktzugang über den klassischen Warenhandel hinaus.

Darüber hinaus umfasst das Abkommen Regelungen zu Nachhaltigkeit, Schutzstandards, Energie und Rohstoffen. Vorgesehen ist außerdem der Schutz Hunderter europäischer Lebensmittel mit geschützter Herkunftsbezeichnung.

Maschinen und Lieferketten im Fokus

Für europäische Industrieunternehmen sind die Philippinen bereits ein Exportmarkt. Maschinen und Transportmittel gehören nach Angaben der EU-Kommission zu den Gütern, die europäische Unternehmen in größerem Umfang dorthin liefern.

Zugleich rückt das Abkommen Lieferketten in den Mittelpunkt. Sefcovic nennt Halbleiter ausdrücklich als Beispiel für die angestrebte stärkere Diversifizierung. Zusätzlich sieht er Investitionspotenzial bei erneuerbaren Energien, da die Philippinen ihre entsprechenden Kapazitäten ausbauen möchten.

Wie groß ist der Handel zwischen EU und Philippinen?

Die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen reichen bis ins Jahr 2015 zurück. Zwischenzeitlich lagen die Gespräche auf Eis. Seit März 2024 wurde wieder daran gearbeitet.

Im Jahr 2025 war die EU nach Angaben der EU-Kommission der viertgrößte Handelspartner der Philippinen. Auf sie entfielen 8,3 % des gesamten Warenhandels des Landes. Der bilaterale Warenhandel erreichte 2025 ein Volumen von 17,6 Mrd. EUR. Der Handel mit Dienstleistungen belief sich 2024 auf 10,3 Mrd. EUR.

Die EU mit ihren 450 Millionen Einwohnern ist zugleich ein wichtiger Handelspartner für zahlreiche Länder und Regionen. Ihr Anteil am Welthandel betrug 2025 bei einem Volumen von 8 Billionen EUR insgesamt 15,9 %.

Mit der grundsätzlichen Einigung ist das Verfahren noch nicht abgeschlossen. Beide Seiten müssen sich noch über die Umsetzung und technische Details verständigen.

mit Material der dpa

Was Sie zum Thema Freihandelsabkommen wissen müssen

• Was sieht das Freihandelsabkommen zwischen EU und Philippinen vor? – Geplant sind unter anderem der Abbau von Zöllen und ein verbesserter gegenseitiger Marktzugang.

• Welche Bedeutung hat das Freihandelsabkommen für den Maschinenbau? – Maschinen gehören laut EU-Kommission bereits zu den wichtigen europäischen Exportgütern für den philippinischen Markt.

• Wie viele Zölle sollen durch das Freihandelsabkommen liberalisiert werden? – Mehr als 94 % der Zolltarifpositionen, die mehr als 97 % der Waren auf beiden Seiten abdecken, sollen liberalisiert werden.

• Öffnet das Freihandelsabkommen auch öffentliche Aufträge? – Laut EU-Kommission soll der philippinische Markt für öffentliche Aufträge erstmals für ausländische Bieter geöffnet werden.

• Ist das Freihandelsabkommen bereits vollständig ausgehandelt? – Nach der grundsätzlichen Einigung müssen noch Fragen zur Umsetzung und technische Details geklärt werden.