Lufaufnahme vom Grob-Stammsitz in Mindelheim.

Grob musste einen Umsatzrückgang von zehn Prozent verkraften. Das Bild zeigt den Stammsitz in Mindelheim. - Bild: Grob

| von Anja Ringel und Julia Dusold

Zur Transformation ist dann auch noch die Corona-Pandemie dazugekommen: Der Maschinenbauer Grob musste im vergangenen Jahr mit noch nie dagewesenen Herausforderungen kämpfen. „Neben der langfristigen, strategischen Ausrichtung unseres Familienunternehmens sind wir aktuell aufgrund der sich ständig ändernden Bedingungen mehr denn je gefordert, unser Unternehmen mit einer klaren Strategie und Ausrichtung zu führen“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Christian Grob diese Woche auf einer Pressekonferenz.

Um zu Pandemiezeiten überhaupt eine Chance zu haben auf den Weg zu Wachstum und Normalität zurückzukommen, habe der Mindelheimer Maschinenbauer zahlreiche Projekte und Abläufe auf den Prüfstand gestellt. Damit sei man „relativ gut“ durch die Pandemie gekommen, so Grob.

Wie bei vielen anderen Industrieunternehmen auch, nutzte Grob das Instrument der Kurzarbeit, um durch die Krise zu kommen. Christian Grob dankte in diesem Zusammenhang den politischen Verantwortlichen, „die durch gute Beschlüsse und viele gesetzliche Entscheidungen, wie die Verlängerung der Kurzarbeit, uns so manche Sicherheit und Steuerungsmaßnahmen an die Hand gaben“.

Was Christian Grob zum Thema Impfungen gesagt hat, lesen Sie hier.

Grob wächst mit der Elektromobilität

Von der E-Maschinen- bis zur Brennstoffzellen-Montage: Grob präsentiert dieser Tage seine Neuerungen rund um die Welt von Zerspanung, Elektromobilität, Industrie 4.0 sowie Services. E-Antriebe und Batteriespeichersysteme sind für die Gesamtstrategie des Unternehmens mittlerweile von entscheidender Bedeutung. Mehr zu diesen Themen lesen Sie auf unserem Schwesterportal AUTOMOBIL PRODUKTION. (Bild: Grob)

Reisebeschränkungen behindern Projekte

Dennoch machen sich die Auswirkungen der Krise auch in den Zahlen von Grob bemerkbar. Der Umsatz fiel im Geschäftsjahr 2020/21 um zehn Prozent auf rund 1,1 Milliarden Euro, sagte der stellvertretende Geschäftsführer und CFO Wolfram Weber. Der Auftragseingang liegt mit rund einer Milliarde Euro ungefähr auf Vorjahresniveau.

„Die schwierige Marktsituation, gezeichnet von weltweiter Rezession, zunehmendem Protektionismus, dem strukturellen Wandel hin zur E-Mobilität und zudem noch Corona haben zu einer Unterauslastung bei vielen Maschinenbauern geführt, wodurch automatisch die Preise unter Druck geraten sind“, sagte Weber. Zudem erschweren die Reisebeschränkungen die Vor- und Endabnahmen der Projekte. Mehr zu Service in Coronazeiten lesen sie hier. 

Eine weitere Herausforderung für den Maschinenbauer: Der Transformationsprozess hin zur E-Mobilität. Dieser erfordere zunächst einen hohen Entwicklungs-, Lern-, und Qualifikationsaufwand, sagte Weber. Trotzdem sei es dem Unternehmen gelungen, mit einen kleinen Überschuss abzuschließen. Die E-Mobilität macht im Übrigen inzwischen knapp 40 Prozent der Gesamtleistung aus.

Grob plant Stellenabbau

Weber sieht das Unternehmen gut für die Zukunft gerüstet. Für das neue Geschäftsjahr erwartet der Maschinenbauer bei den Aufträgen eine ähnliche Lage wie im Vorjahr. Ergebnisseitig rechnet Grob aber mit einem schwierigen Jahr, weshalb die Mindelheimer ein Maßnahmenpaket gestartet haben. Dazu zählt unter anderem ein Kostensenkungsprogramm und ein Stellenabbau im Verwaltungsbereich über ein Freiwilligenprogramm. Etwa ein- bis zweihundert Stellen sollen mithilfe des Programms abgebaut werden, berichtet Weber.

„Die Firma Grob ist langfristig der Partner der Autoindustrie und orientiert sich weiterhin an den umfassenden Veränderungen der Automobilindustrie“, sagte CEO German Wankmiller. Die gesamte Gruppe sei in ihrer Entwicklung von Prozessen und Abläufen deutlich flexibler und dynamischer geworden. „Mit dieser Gewissheit, dass wir an den richtigen Technologien arbeiten und der hohen Motivation unserer Mitarbeiter, sehen wir uns für die Zukunft und deren Herausforderungen bestens aufgestellt“, erklärte er.  

Geballter Input zum Thema Werkzeugmaschinen

Werkzeugmaschinen sind das Herzstück der Industrie. - Bild: Pixel B – stock.adobe.com

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