Industriepolitik: Reiche drängt auf weniger KI-Hürden
Künstliche Intelligenz ist aus Sicht von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche ein entscheidender Hebel für die Zukunft der deutschen Industrie.
Künstliche Intelligenz (KI) entscheidet nach Ansicht von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche über die Zukunft der deutschen Industrie.BMWE
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Summary: Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat auf der Hannover Messe Künstliche Intelligenz als Schlüssel für den Industriestandort Deutschland bezeichnet. Sie fordert eine bessere Nutzung industrieller Daten und weniger regulatorische Hürden in Europa. Andernfalls drohten Wettbewerbsnachteile und eine Verlagerung von Trainingsaktivitäten in die USA.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sieht Künstliche Intelligenz als entscheidenden Faktor für die Zukunft der deutschen Industrie. Auf der Hannover Messe bezeichnete die CDU-Politikerin KI als "eine Überlebenschance" für den Industriestandort Deutschland, wie aus einer dpa-AFX-Meldung hervorgeht.
Zugleich verband Reiche mit der Technologie einen klaren industriepolitischen Anspruch. KI biete die Möglichkeit, als Industrieland auf die Weltbühne der KI-Giganten zu kommen. "Da gehören wir hin", sagte Reiche. Sie zeigte sich überzeugt, dass deutsche Unternehmen dazu in der Lage seien.
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Warum Künstliche Intelligenz für die Industrie zentral ist
Nach Ansicht der Ministerin liegen die Voraussetzungen dafür im industriellen Kern des Standorts. Deutschland verfüge über eine hohe industrielle Fertigungstiefe und "sitzt auf einem riesigen Datenschatz", um den die USA das Land beneiden würden.
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Aus Reiches Sicht kommt es nun darauf an, diese vorhandenen Daten deutlich besser zu nutzen. Gerade darin sieht sie eine wesentliche Voraussetzung, damit Unternehmen KI-Anwendungen entwickeln und im industriellen Maßstab einsetzen können.
Wie Reiche die EU-Regulierung bewertet
Kritisch äußerte sich die Ministerin zur europäischen Regulierung. Die KI-Verordnung der EU behandele das Thema, als gehe es um "Spielzeug-Chatbots". Tatsächlich stehe jedoch die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie auf dem Spiel.
Reiche forderte deshalb, die Regeln so anzupassen, dass Industriedaten für KI nutzbar würden. Ohne entsprechende Änderungen könnten Unternehmen ihre Daten nicht für das Training von Anwendungen einsetzen.
Mit Blick auf internationale Wettbewerbsbedingungen warnte Reiche vor konkreten Standortnachteilen. Es sei "nicht in Ordnung", dass Unternehmen etwa beim Training autonomer Autos in die USA ausweichen müssten, weil sie Daten in Europa nicht ausreichend nutzen dürften.
Nach ihren Angaben entstehen entsprechende Trainings- und Schulungszentren deshalb an der US-Westküste. Die Ministerin machte damit deutlich, dass aus ihrer Sicht zu strenge Vorgaben nicht nur Innovationen bremsen, sondern auch industrielle Wertschöpfung verlagern können.
Was Reiche jetzt von der Politik verlangt
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Neben einer Anpassung der Regulierung plädierte Reiche für mehr Geschwindigkeit im politischen Handeln. Man müsse schneller, mutiger und entschlossener werden. Dazu gehöre auch, notfalls in Kauf zu nehmen, Regulierungen nicht in jedem Punkt perfekt umzusetzen.
Damit verbindet die Ministerin die Erwartung, dass Deutschland seine industriellen Datenbestände und technologischen Stärken konsequenter in Wettbewerbsvorteile ummünzt.
Mit Material der dpa
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FAQ Künstliche Intelligenz
• Warum nennt Reiche Künstliche Intelligenz eine Überlebenschance? – Weil Künstliche Intelligenz aus ihrer Sicht über die Zukunft des Industriestandorts Deutschland entscheidet.
• Welche Rolle spielen Daten für Künstliche Intelligenz? – Reiche sieht in den vorhandenen Industriedaten die zentrale Grundlage, um KI-Anwendungen zu trainieren und zu nutzen.
• Was kritisiert Reiche an der Künstliche-Intelligenz-Regulierung der EU? – Sie hält die Regeln für zu eng und zu wenig auf die industrielle Wettbewerbsfähigkeit ausgerichtet.
• Welche Folgen hat die Regulierung für Künstliche Intelligenz laut Reiche? – Unternehmen könnten für Trainingszwecke in die USA ausweichen, wenn Daten in Europa nicht ausreichend nutzbar sind.