Inflationsrate in Deutschland

Inflationsrate: Energie treibt Teuerung an

Die Inflationsrate in Deutschland ist im März 2026 auf 2,7 % gestiegen. Vor allem deutlich höhere Preise für Kraftstoffe und Heizöl wirkten erhöhend auf die Teuerung.

Symbolbild einer Tankstelle bei Dämmerung: Höhere Preise für Kraftstoffe und Heizöl stehen im März 2026 als zentrale Treiber der Inflation in Deutschland im Fokus.
Steigende Energiepreise treiben die Inflationsrate in Deutschland im März 2026 auf 2,7 %. Vor allem Kraftstoffe und Heizöl verteuern sich deutlich.

Summary: Das Statistische Bundesamt meldet für Deutschland im März 2026 eine Inflationsrate von 2,7 %. Ausschlaggebend waren vor allem stark gestiegene Energiepreise infolge der Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten. Während Nahrungsmittel nur unterdurchschnittlich teurer wurden, blieben Dienstleistungen erneut ein überdurchschnittlicher Preistreiber.

Was zeigt der Verbraucherpreisindex im März 2026?

Die Inflationsrate in Deutschland lag im März 2026 bei +2,7 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit bestätigte sich das vorläufige Ergebnis des Statistischen Bundesamtes. Im Februar 2026 hatte die Teuerungsrate noch bei +1,9 % gelegen, im Januar 2026 bei +2,1 %.

Auch gegenüber dem Vormonat zog das Preisniveau spürbar an. Der Verbraucherpreisindex stieg im März 2026 um 1,1 % gegenüber Februar 2026. Wie aus der Mitteilung des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, erreichte die Inflationsrate damit den höchsten Stand seit Januar 2024.

Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, sagt: „Die deutlichen Preissteigerungen bei den Energieprodukten treiben die Inflation. Insbesondere Kraftstoffe und Heizöl haben sich für die Verbraucherinnen und Verbraucher seit Beginn des Iran-Kriegs sprunghaft verteuert“.

Warum treibt Energie die Inflationsrate?

Die Preise für Energieprodukte lagen im März 2026 um 7,2 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Damit stiegen die Energiepreise erstmals seit Dezember 2023 wieder im Jahresvergleich. Im Februar 2026 hatte hier noch ein Rückgang von -1,9 % vorgelegen.

Besonders kräftig fiel der Anstieg bei Kraftstoffen aus. Sie verteuerten sich binnen Jahresfrist um 20,0 %. Noch deutlicher war die Entwicklung bei leichtem Heizöl mit einem Plus von 44,4 %. Wie aus der Mitteilung hervorgeht, standen diese Preissprünge maßgeblich im Zusammenhang mit den Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten sowie der daraus ausgelösten Entwicklung am Rohölmarkt.

Bei der Haushaltsenergie zeigte sich dagegen ein differenzierteres Bild. Trotz des starken Anstiegs beim leichten Heizöl war Haushaltsenergie insgesamt um 1,2 % günstiger als im März 2025. Strom verbilligte sich um 4,5 %, Erdgas einschließlich Betriebskosten um 2,9 % und Fernwärme um 1,2 %.

Wie entwickelten sich Nahrungsmittel und Kerninflation?

Die Preise für Nahrungsmittel stiegen im März 2026 um 0,9 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit blieb der Preisauftrieb unter der allgemeinen Inflationsrate und schwächte sich gegenüber Februar 2026 mit damals +1,1 % leicht ab.

Höhere Preise gab es vor allem bei Zucker, Marmelade, Honig und anderen Süßwaren mit +6,1 %. Darunter verteuerte sich Schokolade um 9,6 %. Auch Obst mit +4,7 %, frisches Gemüse mit +3,8 % sowie Fleisch und Fleischwaren mit +3,6 % lagen über dem Vorjahresniveau.

Günstiger wurden insbesondere Speisefette und Speiseöle mit -17,6 %. Butter verbilligte sich um 29,1 %, Olivenöl um 11,8 %. Auch Molkereiprodukte waren mit -5,4 % günstiger, während Eier um 14,8 % teurer wurden.

Die Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, also die Kerninflation, lag im März 2026 bei +2,5 %. Ohne Energie betrug die Rate +2,3 %, ohne Heizöl und Kraftstoffe +2,0 %.

Waren und Dienstleistungen bleiben wichtige Preistreiber

Waren insgesamt verteuerten sich im März 2026 um 2,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Verbrauchsgüter lagen um 3,4 % höher, Gebrauchsgüter um 0,5 %. Neben Energieprodukten und Nahrungsmitteln verteuerten sich auch alkoholfreie Getränke um 4,3 %. Für Kaffee, Tee und Kakao mussten 12,1 % mehr gezahlt werden, Tabakwaren lagen 6,1 % höher. Preisrückgänge zeigten sich unter anderem bei Haushaltsgroßgeräten mit -2,8 % und bei Geräten der Unterhaltungselektronik mit -5,6 %.

Dienstleistungen verteuerten sich im gleichen Zeitraum um 3,2 % und damit überdurchschnittlich. Besonders stark stiegen die Preise bei Dienstleistungen sozialer Einrichtungen mit +7,0 % sowie bei der kombinierten Personenbeförderung mit +6,2 %. Letzteres führt das Statistische Bundesamt insbesondere auf die Erhöhung des Deutschlandtickets zum Jahresbeginn zurück.

Auch Wartung und Reparatur von Fahrzeugen mit +4,8 %, Wasserversorgung und andere Dienstleistungen an der Wohnung mit +3,5 %, Gaststättendienstleistungen mit +3,3 % sowie Versicherungsdienstleistungen mit +3,2 % lagen deutlich über dem Vorjahresniveau. Bedeutsam für die Preisentwicklung blieben zudem die Nettokaltmieten mit +1,9 %. Günstiger waren nur wenige Dienstleistungen, darunter Telekommunikationsdienstleistungen mit -0,1 %.

Was passierte im Vergleich zum Vormonat?

Gegenüber Februar 2026 stieg der Verbraucherpreisindex im März 2026 um 1,1 %. Besonders stark fiel erneut der Anstieg bei Energie aus. Binnen Monatsfrist legten die Energiepreise um 7,7 % zu.

Kraftstoffe verteuerten sich dabei um 15,6 %. Beim Dieselkraftstoff lag das Plus sogar bei 22,6 %. Leichtes Heizöl stieg im Monatsvergleich um 43,2 %. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, standen auch diese Entwicklungen im Zusammenhang mit den Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten.

Daneben verteuerten sich internationale Flüge um 10,0 %. Pauschalreisen und Bekleidungsartikel legten jeweils um 4,4 % zu. Die Preise für Nahrungsmittel blieben dagegen mit +0,1 % nahezu stabil. Frisches Obst wurde um 1,3 % teurer, während frisches Gemüse um 2,8 % günstiger wurde. Bei Gurken betrug der Rückgang 19,1 %, bei Kopf- oder Eisbergsalat 5,1 %.

Mit Material von Destatis

FAQ: Inflationsrate im März 2026

• Warum ist die Inflationsrate im März 2026 gestiegen? – Vor allem höhere Preise für Energieprodukte, insbesondere Kraftstoffe und Heizöl, trieben die Inflationsrate auf 2,7 %.

• Wie hoch war die Inflationsrate ohne Energie? – Die Inflationsrate ohne Energie lag im März 2026 bei +2,3 %.

• Welche Rolle spielten Nahrungsmittel für die Inflationsrate? – Nahrungsmittel verteuerten sich mit +0,9 % unterdurchschnittlich und wirkten deutlich schwächer als Energie auf die Inflationsrate.

• Welche Dienstleistungen beeinflussten die Inflationsrate besonders? – Überdurchschnittliche Preissteigerungen gab es etwa bei sozialen Einrichtungen, kombinierter Personenbeförderung, Fahrzeugwartung und Nettokaltmieten.

• Wie stark stieg die Inflationsrate gegenüber dem Vormonat? – Gegenüber Februar 2026 legten die Verbraucherpreise im März 2026 um 1,1 % zu.