Preiserwartungen sinken

Was sinkende Preiserwartungen für Unternehmen bedeuten

Die Preiserwartungen der Unternehmen sind laut Ifo im Juni erneut gefallen. Das deutet auf weniger Inflationsdruck hin, eine Entwarnung gibt es jedoch nicht.

Sinkende Preiserwartungen deuten auf nachlassenden Inflationsdruck hin. Vor allem geringere Energiepreise könnten Industrieunternehmen entlasten, auch wenn die Preisentwicklung weiter angespannt bleibt.
Sinkende Preiserwartungen deuten auf nachlassenden Inflationsdruck hin. Vor allem geringere Energiepreise könnten Industrieunternehmen entlasten, auch wenn die Preisentwicklung weiter angespannt bleibt.

Summary: Das Ifo-Institut in München meldet für Juni erneut gesunkene Preiserwartungen der Unternehmen. Der Indikator fiel von 30 auf 26,4 Punkte, weil weniger Firmen Preiserhöhungen planen. Trotz Entspannung bei Energie, Industrie und Lebensmitteln bleiben Produzenten- und Verbraucherpreise unter Druck.

Warum sinken die Preiserwartungen laut Ifo?

Das Münchner Ifo-Institut sieht Anzeichen für eine Beruhigung bei der Inflation. Wie aus der Mitteilung hervorgeht, sind die Preiserwartungen der Unternehmen im Juni den zweiten Monat in Folge zurückgegangen. Der Indikator sank von 30 auf 26,4 Punkte.

Damit planen laut den Wirtschaftsforschern weniger Unternehmen, ihre Preise in den kommenden Monaten zu erhöhen. Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser ordnet die Entwicklung als Hinweis darauf ein, dass die große Welle der Preiserhöhungen durch sein könnte, sofern der Effekt durch das Ende des Tankrabatts ausgeklammert wird. Dieser werde sich im Juli bemerkbar machen.

Preiserwartungen bleiben über dem Durchschnitt

Eine vollständige Entwarnung gibt das Ifo jedoch nicht. Die Produzenten- und Verbraucherpreise dürften in den kommenden Monaten weiter steigen, erklärt Wollmershäuser. Zudem liegen die Preiserwartungen weiterhin deutlich über dem Durchschnitt der Jahre 2023 bis 2025. Dieser beträgt 18,3 Punkte.

Wollmershäuser verweist zugleich auf die Wirkung fallender Energiepreise: «Sinkende Energiepreise, zu denen die Hoffnungen auf Frieden im Nahen Osten zusätzlich beigetragen haben, scheinen die Unternehmen zuversichtlicher hinsichtlich der wirtschaftlichen Lage gemacht zu haben.»

Wie misst das Ifo die Preiserwartungen?

Die Preiserwartungen beruhen auf einer Befragung des Ifo-Instituts. Der Index setzt den Anteil der Unternehmen, die ihre Preise in den kommenden Monaten erhöhen wollen, ins Verhältnis zu den Unternehmen, die ihre Preise senken wollen.

Nicht abgefragt wird, wie stark Preise steigen oder fallen sollen. Der Wert zeigt damit die Richtung des erwarteten Preisdrucks, nicht aber das genaue Ausmaß einzelner Preisänderungen.

Wo der Preisdruck besonders nachlässt

Besonders deutlich gingen die Preiserwartungen bei energieintensiven Unternehmen zurück. Dort fiel der Indikator von 41,2 auf 30,2 Punkte. Bei nicht-energieintensiven Unternehmen schwächte sich der Preisdruck weniger stark ab. Hier sank der Wert von 30,3 auf 27,1 Punkte.

Auch in den Dienstleistungs- und Handelssektoren sowie im Verarbeitenden Gewerbe meldet das Ifo etwas niedrigere Preiserwartungen. Für Industrieunternehmen deutet das auf eine gewisse Entspannung hin, allerdings auf weiterhin erhöhtem Niveau.

Wie entwickeln sich die Preiserwartungen bei Lebensmitteln?

Auch bei Lebensmitteln zeigt sich eine gewisse Beruhigung. Lebensmittelhersteller planen deutlich seltener mit steigenden Preisen. Der entsprechende Indikator sank von 19,6 auf 12,7 Punkte.

Im Lebensmitteleinzelhandel ließ der Preisdruck ebenfalls nach. Der Wert ging von 55,3 auf 48,5 Punkte zurück. Trotz dieses Rückgangs bleibt der Indikator in diesem Bereich nach Ifo-Angaben weiterhin hoch.

Mit Material der dpa

FAQ zu Preiserwartungen

• Was zeigen die Preiserwartungen des Ifo? – Sie zeigen, ob mehr Unternehmen Preissteigerungen oder Preissenkungen in den kommenden Monaten planen.

• Warum sind die Preiserwartungen im Juni gesunken? – Laut Ifo planen weniger Unternehmen Preiserhöhungen; sinkende Energiepreise haben die wirtschaftliche Zuversicht gestärkt.

• Sind sinkende Preiserwartungen eine Entwarnung für die Inflation? – Nein. Das Ifo erwartet weiterhin steigende Produzenten- und Verbraucherpreise.

• Wie hoch liegen die Preiserwartungen aktuell? – Der Ifo-Indikator fiel im Juni von 30 auf 26,4 Punkte.

• Was bedeuten die Preiserwartungen für Lebensmittel? – Hersteller planen seltener Preissteigerungen, im Lebensmitteleinzelhandel bleibt der Preisdruck aber hoch.