GTF 3, Boxer und Leopard: KNDS transformiert Ex-Bahnwerk Göritz
KNDS Görlitz kommt bei der Transformation des früheren Alstom-Bahnwerks voran. Der Standort wird zur wichtigen Fertigungssäule für militärische Fahrzeugsysteme.
Umbau des ehemaligen Bahnwerks Görlitz (v.li.): Florian Hohenwarter (CEO KNDS Deutschland), Ministerpräsident Michael Kretschmer und Standortleiter Enrico Blocksdorf.KNDS
Anzeige
Summary:
KNDS hat in Görlitz ein Jahr nach der Übernahme des früheren Alstom-Bahnwerks deutliche Fortschritte gemeldet. Jetzt informierten sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und weitere Gäste über den Standortausbau. Mehr als die Hälfte der 70.000 qm2 Werksfläche ist bereits umgestaltet; bis Jahresende sollen 400 Mitarbeiter beschäftigt sein.
Wie KNDS Görlitz zum Rüstungsproduktionsstandort entwickelt
Ein Jahr nach der Übernahme des ehemaligen Alstom-Bahnwerks in Görlitz hat KNDS den Fortschritt des Transformationsprojekts vorgestellt. Nach Unternehmensangaben besuchte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer den Standort, um sich ein Bild von der Entwicklung zu machen. Anwesend waren zudem Görlitz’ Oberbürgermeister Octavian Ursu sowie weitere Gäste aus Bundes- und Lokalpolitik.
Anzeige
Im Mittelpunkt stand die Umwandlung des früheren Bahnwerks in einen modernen Rüstungsproduktionsstandort. KNDS Deutschland CEO Florian Hohenwarter enthüllte dabei die 40. Innenraumkabine für das Geschützte Transportfahrzeug GTF 3 der Bundeswehr. Die Innenräume der Kabine werden unter anderem in Görlitz gefertigt und ausgestattet. Anschließend gehen sie an den KNDS-Standort München zur Lackierung.
Welche Rolle der Standort Görlitz für KNDS übernimmt
Anzeige
Der Standort Görlitz wird für KNDS zu einer wichtigen Fertigungssäule im geplanten Produktionshochlauf. Das Unternehmen verweist dabei auf hochspezialisierte Mitarbeiter und gute Rahmenbedingungen. Mehr als die Hälfte der 70.000 qm2 Werksfläche wurde laut KNDS bereits umgestaltet. Bis Jahresende sollen dort 400 Mitarbeiter beschäftigt sein.
„Es war uns ein besonderes Anliegen, Herrn Ministerpräsidenten Kretschmer als Unterstützer des Projekts über den Fortschritt der Transformation des Standorts zu informieren. Wir haben bereits mehr als die Hälfte der 70.000 qm2 Werksfläche umgestaltet und werden bis Jahresende 400 Mitarbeiter beschäftigen“, sagte Florian Hohenwarter, CEO von KNDS Deutschland.
Die Produktion umfasst nach Unternehmensangaben inzwischen mehrere Baugruppen für militärische Fahrzeugsysteme. Neben dem GTF3 entstehen in Görlitz bereits Wannen und Turmgehäuse für den Kampfpanzer Leopard 2 sowie Module für unterschiedliche Varianten des Radpanzers Boxer.
Die Transformation bleibt nicht auf die bestehenden Fertigungsumfänge begrenzt. KNDS bereitet in Görlitz auch die Produktion von Turmgehäusen für den Schützenpanzer Puma sowie Wannen für den Radpanzer Boxer vor. Damit erweitert der Standort schrittweise seine Bedeutung innerhalb des industriellen Fertigungsverbunds.
„Neben dem GTF3 produzieren wir heute in Görlitz bereits Wannen und Turmgehäuse für den Kampfpanzer Leopard 2 sowie Module für unterschiedliche Varianten des Radpanzers BoxerR. Die Produktion von Turmgehäusen für den Schützenpanzer Puma und Wannen für den Radpanzer Boxer ist in Vorbereitung. Der Fortschritt, den wir in nur kurzer Zeit erzielen konnten, erfüllt uns mit Stolz und unterstreicht unsere Ambition: Görlitz baut Zukunft.“
Die Übernahme des Standorts geht auf eine Rahmenvereinbarung vom 5. Februar 2025 zurück. Damals unterzeichnete KNDS die Vereinbarung zur Übernahme des Görlitzer Werks von Alstom. Etwas mehr als ein Jahr später sieht das Unternehmen den Standort als hochspezialisierte Produktionsstätte, die zusätzliche Fertigungskapazitäten schafft.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer ordnete den Ausbau in Görlitz als industriepolitisch bedeutsam ein. Aus seiner Sicht profitiert nicht nur die Oberlausitz, sondern der gesamte Freistaat von der Entwicklung des Standorts.
„Sachsen ist Industrieland – und das zeigt sich auch hier in Görlitz. KNDS hat sich in der Region etabliert und entwickelt den Standort kontinuierlich weiter. Das ist ein Gewinn für die Oberlausitz und für den gesamten Freistaat. Moderne Industrie schafft Wertschöpfung, sichert qualifizierte Arbeitsplätze und stärkt unsere technologische Leistungsfähigkeit. Mit seiner starken Industrie, exzellent ausgebildeten Fachkräften und einer herausragenden Forschungslandschaft bietet Sachsen beste Voraussetzungen, damit Unternehmen wie KNDS langfristig erfolgreich wachsen und einen wichtigen Beitrag zur Sicherheits- und Verteidigungsindustrie in Deutschland und Europa leisten können,“ sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer.
Mit dem Ausbau kann KNDS seine Fertigungskapazitäten nach eigenen Angaben um eine spezialisierte Produktionsstätte erweitern. Ziel ist es, Fahrzeugsysteme schneller und umfassender an die Bundeswehr und deren Partner liefern zu können.
Anzeige
Welche Produkte bei KNDS Görlitz entstehen
Das Werk ist in die Fertigung von Baugruppen für mehrere geschützte und gepanzerte Fahrzeugsysteme eingebunden. Dazu zählen Innenraumkabinen für das Geschützte Transportfahrzeug GTF 3, Wannen und Turmgehäuse für den Leopard 2 sowie Module für Varianten des Boxer. Weitere Fertigungsumfänge für Puma und Boxer befinden sich in Vorbereitung.
Mit Material von KNDS
Anzeige
FAQ zu KNDS Görlitz
• Was ist KNDS Görlitz? – KNDS Görlitz ist der frühere Alstom-Standort in Görlitz, den KNDS zu einem modernen Rüstungsproduktionsstandort transformiert.
• Welche Produkte entstehen bei KNDS Görlitz? – In Görlitz werden unter anderem Innenräume für GTF-3-Kabinen, Baugruppen für LEOPARD 2 sowie Module für BOXER-Varianten gefertigt.
• Warum ist KNDS Görlitz für den Produktionshochlauf wichtig? – Der Standort erweitert die Fertigungskapazitäten von KNDS und soll schnellere sowie umfassendere Lieferungen von Fahrzeugsystemen ermöglichen.
• Wie viele Mitarbeiter soll KNDS Görlitz beschäftigen? – Bis Jahresende sollen am Standort Görlitz 400 Mitarbeiter beschäftigt sein.
• Welche Fläche wird bei KNDS Görlitz umgestaltet? – Mehr als die Hälfte der 70.000 qm2 Werksfläche ist nach Unternehmensangaben bereits umgestaltet.