Wachstum trotz Gegenwind

Kärcher steigert Umsatz auf 3,48 Milliarden Euro

Im herausfordernden Jahr 2025 behauptet sich Kärcher gegen globale Marktbarrieren, steigert den Umsatz und baut seine internationale Präsenz weiter aus.

Veröffentlicht
Kärcher konnte seinen Umsatz 2025 auf 3,483 Milliarden Euro steigern, was einem Wachstum von 1,1 Prozent oder währungsbereinigt 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Geschäftszahlen mit Widerstandskraft

Hartmut Jenner, Vorsitzender des Vorstands der Alfred Kärcher SE & Co. KG

Die Alfred Kärcher SE & Co. KG hat das Geschäftsjahr 2025 nach eigenen Angaben mit einem Rekordumsatz von 3,483 Milliarden Euro abgeschlossen. Dies entspricht einem nominalen Wachstum von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, währungsbereinigt sogar 3,2 Prozent. Angesichts eines insgesamt rückläufigen Reinigungsmarktes und zahlreicher struktureller Herausforderungen ist dieses Ergebnis bemerkenswert. 

Die internationale Ausrichtung des Unternehmens zeigt sich auch in der Verteilung der Umsätze: 86 Prozent des Umsatzes wurden außerhalb Deutschlands erwirtschaftet. Kärcher ist mittlerweile mit 170 Gesellschaften in 87 Ländern aktiv und beschäftigt weltweit rund 17.000 Mitarbeitende.

„2025 war ein sehr ungewöhnliches Jahr, das uns stark gefordert hat“, sagt Hartmut Jenner, Vorsitzender des Vorstands der Alfred Kärcher SE & Co. KG. „Ich habe 2020 früh gesagt, dass wir zehn schwierige Jahre erleben werden. Jetzt ist die erste Halbzeit vorbei und ich bin insgesamt zufrieden damit, wie gut Kärcher sie bewältigt hat.“

Investitionen in Strukturen und Standorte

Trotz widriger Umstände – darunter steigende Handelsbarrieren, wachsender Preisdruck durch chinesische Hersteller und regulatorische Hürden – setzte Kärcher seine strategischen Investitionen fort. Insgesamt flossen im Jahr 2025 rund 170 Millionen Euro in Innovation und Strukturentwicklung.

In Curtea de Argeș (Rumänien) wurde die Produktions- und Entwicklungsfläche um 15.000 Quadratmeter erweitert. Eine vollautomatische Fertigungslinie für Staubsaugerbeutel wurde erstmals in Betrieb genommen. Das chinesische Werk in Changshu erhielt eine neue Halle mit Rotationssinter-Anlagen zur Fertigung von Bodenreinigungsgeräten. Auch der neue Hauptsitz von Kärcher Österreich in Wien, der in nur sechs Monaten Bauzeit realisiert wurde, zählt zu den großen Infrastrukturmaßnahmen des Jahres.

Technologisch wurde unter anderem in eine flexible Montageanlage für Heißwasser-Hochdruckreiniger am Standort Bühlertal investiert. Fahrerlose Transportsysteme übernehmen dort die logistische Abwicklung zwischen den Stationen.

Kulturelle Transformation und digitale Infrastruktur

Neben materiellen Investitionen setzte Kärcher 2025 auch einen Fokus auf die Weiterentwicklung seiner Unternehmenskultur. Ein zentrales Ziel der neuen Unternehmensstrategie ist es, Mitarbeitende stärker in Verantwortung zu bringen und unternehmerisches Denken zu fördern. Die neu definierten Werte "Neugier" und "Mut" zahlen auf dieses Ziel ein.

Mit der flächendeckenden Einführung der Google-KI Gemini 2024 wurde frühzeitig eine digitale Grundlage geschaffen. Die KI-Integration beeinflusst zunehmend die Arbeitsweise im Unternehmen. Im Dezember 2025 lag die Anzahl der Prompts bei über einer halben Million. Eine interne Umfrage bestätigte die positive Stimmung: 91 Prozent der Mitarbeitenden gaben an, gern für Kärcher zu arbeiten.

Nachhaltigkeit mit messbaren Zielen

Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie 2030 verfolgt Kärcher das Ziel, die Kreislaufwirtschaft systematisch auszubauen und den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Recyclingfähigkeit und Reparierbarkeit sollen künftig stärker in den Fokus rücken.

Auch gesellschaftliches Engagement wurde im Jubiläumsjahr 2025 intensiviert. Vorgesehen waren ursprünglich 90 kostenlose Reinigungsprojekte an öffentlichen Plätzen, in sozialen Einrichtungen und an historischen Bauwerken – realisiert wurden bis Jahresende 124 Projekte. Dazu zählen beispielsweise die Böden des Heidelberger Schlosses, die Siegesgöttin des Bronx Victory Memorials in New York sowie Notre-Dame de la Paix an der Elfenbeinküste.

Langjährige Partnerschaften wie die mit der Umweltstiftung Global Nature Fund wurden fortgeführt. Die gemeinsame Initiative „Clean Water for the World“ hat mit dem Bau von 35 Wasser- und Pflanzenkläranlagen in Ländern des Globalen Südens die Lebensbedingungen von mehr als 500.000 Menschen verbessert. Im Rahmen der Kärcher Cleanup Days sammelten Mitarbeitende in 20 Ländern insgesamt 17 Tonnen Abfall.

Zahlenübersicht Kärcher 2025

Umsatz gesamt3,483 Mrd. Euro
Umsatzwachstum nominal+1,1 %
Umsatzwachstum währungsbereinigt+3,2 %
Anteil Auslandsumsatz86 %
Anzahl Länder mit Gesellschaften87
Anzahl Gesellschaften weltweit170
Mitarbeitende weltweitca. 17.000
Investitionen in Strukturen und Innovation170 Mio. Euro
Reinigungsprojekte 2025124 (statt geplanter 90)
Beteiligte Länder bei Cleanup Days20
Gesammelter Müll bei Cleanup Days17 Tonnen
Anzahl neu ausgezeichneter Produkte150
Zufriedenheit laut Mitarbeiterbefragung91 %

Quelle: Kärcher

Produktportfolio und technologische Weiterentwicklungen

Kärcher wurde 2025 für über 150 Produktneuheiten ausgezeichnet – insbesondere für technische Innovation, Design und Marketing. Das Portfolio umfasst mittlerweile über 3.000 Produkte. Laut dem Markenranking Kantar BrandZ gilt Kärcher als Synonym für den Begriff „Reinigung“.

Die Produktstrategie für 2026 ist klar definiert. Hartmut Jenner erklärt: „Wir wollen das Leben unserer Kunden einfacher machen, indem wir ihnen die beste Reinigungslösung bieten. Selbst für Herausforderungen, die sie noch gar nicht sehen.“

Professionelle Reinigungslösungen für Industrie und Gewerbe

Der neue K-Mop 46 soll eine ergonomische Lösung für die Bodenreinigung auf beengtem Raum bieten. Die aufrecht designte, handgeführte Scheuersaugmaschine reduziert den körperlichen Aufwand für Anwender. Im Bereich der Fahrzeugwäsche sollen die App Pay&Wash, das Bedien-Interface K!Control SB sowie das Anlagenmanagement K!Connect neue Maßstäbe bei Effizienz und Nutzerfreundlichkeit setzen.

Die Weiterentwicklung der erfolgreichen eco!Booster-Düse zu einer MAX-Version ermöglicht erhebliche Einsparungen bei Energie, Wasser und Zeit. Ergänzt wird das Portfolio durch einen neuen Graffiti-Entferner für empfindliche Oberflächen und die autonome Reinigungsmaschine KIRA B 200, die in hochautomatisierten Umgebungen zum Einsatz kommen kann.

Sortimentserweiterung für den Privatbereich

Im Privatkundensegment wurde die neue Comfort-Range an Hochdruckreinigern eingeführt. Das verbesserte Gerätedesign, neues Zubehör und optimierte Funktionen sollen Transport und Handhabung erleichtern. Die Fensterreinigungsroboter RCW 2 und RCW 4 adressieren schwer zugängliche Glasflächen. Der SCV 4 Steam Vac reinigt verschiedene Bodenbeläge mit rotierenden Walzen und Dampf, ganz ohne Reinigungsmittel. Neu erscheinen außerdem überarbeitete Akku-Fenstersauger sowie eine leistungsstarke Serie von Nass-/Trockensaugern.

Mit Material von Kärcher

FAQ zum Geschäftsjahr 2025 von Kärcher

Wie hoch war der Umsatz von Kärcher im Jahr 2025? – Der Umsatz betrug 3,483 Milliarden Euro.

Wie viel Prozent des Umsatzes wurden international erzielt? – 86 Prozent des Umsatzes kamen aus dem Ausland.

Wie viele neue Gesellschaften wurden gegründet? – Neue Gesellschaften wurden unter anderem in Portugal und an der Elfenbeinküste eröffnet.

Was ist das Ziel der neuen Nachhaltigkeitsstrategie? – Der Ausbau der Kreislaufwirtschaft und die Verringerung des ökologischen Fußabdrucks.

Wie viele Reinigungsprojekte wurden 2025 durchgeführt? – Geplant waren 90, realisiert wurden 124.

Welche digitale Technologie wurde unternehmensweit eingeführt? – Die Google-KI Gemini 2024.

Was ist das Ziel für 2026 laut Vorstand Hartmut Jenner? – Kunden durch die besten Reinigungslösungen zu unterstützen, auch für Herausforderungen, die noch nicht absehbar sind.