Die Konjunkturprognose 2026 fällt beim IW deutlich schwächer aus. Der Iran-Krieg belastet Energiepreise, Lieferketten und Exporte der deutschen Wirtschaft.
Düstere Aussichten für die deutsche Konjunktur: Steigende Energiepreise, Lieferstörungen und schwache Exporte belasten Industrie und Produktion.Symbolbild - KI-generiert
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Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln senkt seine Prognose für 2026 auf 0,4 % Wachstum. Grundlage ist eine Auswertung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Belastend wirken Iran-Krieg, steigende Energiepreise, Lieferstörungen, schwache Exporte und sinkende Investitionen.
Warum senkt das IW die Konjunkturprognose 2026?
Der Krieg im Iran trifft die ohnehin angeschlagene Wirtschaft in Deutschland spürbar. Konjunkturforscher des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) rechnen für 2026 nur noch mit einem Wachstum von 0,4 %. Das geht aus einer Auswertung hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
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Noch im Dezember hatte das IW für 2026 ein Wachstum von 0,9 % erwartet. Diese Prognose entstand vor Beginn des Konflikts. Nun korrigiert das Forschungsinstitut seinen Ausblick deutlich nach unten.
«Der Iran-Krieg hat die zaghafte Erholung der deutschen Wirtschaft abgewürgt. Steigende Energiepreise und Lieferstörungen treffen ein Land, das nach drei Jahren Rezession und Stagnation kaum noch Puffer hat», sagte IW-Ökonom Michael Grömling.
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Das verbleibende minimale Plus geht nach Einschätzung des IW vor allem auf staatliche Konsumausgaben und Investitionen in die Verteidigung zurück. Damit wird die wirtschaftliche Entwicklung weniger von einer breiten Erholung getragen als von einzelnen staatlich geprägten Impulsen.
Wie stark belasten Energiepreise und Lieferstörungen die Wirtschaft?
Nach Einschätzung des Instituts konfrontiert der Krieg im Iran die gesamte Weltwirtschaft mit schwer kalkulierbaren ökonomischen Belastungen. Für Deutschland sind demnach alle Bereiche der Wirtschaft betroffen.
Besonders deutlich zeigt sich die Belastung über den Energiepreisschock. Im Jahresdurchschnitt 2026 erwartet das IW eine Inflationsrate von 3 %. Zugleich sinkt laut Auswertung die Erwerbstätigkeit. Auch die Anlageinvestitionen gehen zurück, während der private Konsum stagniert.
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Für die Industrie ist diese Kombination besonders kritisch: höhere Energiepreise, schwächere Nachfrage und rückläufige Investitionen verschlechtern die Rahmenbedingungen für Produktion, Maschinenbau und exportorientierte Wertschöpfungsketten.
Auch das Auslandsgeschäft entwickelt sich nach der IW-Auswertung schwach. Die deutschen Exporte gehen demnach zum vierten Mal in Folge zurück, obwohl der Welthandel wächst.
«Die deutschen Exporte schrumpfen zum vierten Mal in Folge, während der Welthandel wächst», sagte Grömling. Nach seiner Einschätzung koppelt sich die deutsche Konjunktur immer stärker von den Weltmärkten ab.
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Das IW sieht darin ein Signal für einen gravierenden Verlust an Wettbewerbsfähigkeit. Für eine exportorientierte Volkswirtschaft wie Deutschland wiegt diese Entwicklung schwer, da viele Branchen vom Maschinenbau bis zur industriellen Zulieferung eng mit internationalen Absatzmärkten verbunden sind.
Warum bleibt die Konjunkturprognose 2026 unsicher?
Die Prognose ist nach Angaben von Grömling mit hoher Unsicherheit behaftet. Entscheidend sei, wie lange der Krieg im Iran andauert und wie stark sich daraus weitere Belastungen für Energiepreise, Lieferketten und Weltwirtschaft ergeben.
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Damit bleibt der wirtschaftliche Ausblick für 2026 fragil. Zwar weist die Prognose noch ein leichtes Wachstum aus, doch die Belastungsfaktoren reichen von Energiepreisen über Investitionsschwäche bis hin zu einer anhaltenden Exportflaute.
Wirtschaft startet 2026 mit leichtem Wachstum
Zu Jahresbeginn ist die deutsche Wirtschaft trotz der Krisen leicht gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt legte im ersten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,3 % zu, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Daten mitteilte.
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Für das Gesamtjahr 2025 wurde ein Mini-Wachstum von 0,2 % errechnet. In den Jahren zuvor war Deutschland in die Rezession gerutscht: 2023 schrumpfte die Wirtschaftsleistung um 0,9 %, 2024 um 0,5 %.
Die neue Konjunkturprognose 2026 zeigt damit, wie schmal der Wachstumspfad bleibt. Nach drei Jahren aus Rezession, Stagnation und nur minimaler Expansion fehlt der deutschen Wirtschaft laut IW der Puffer, um zusätzliche geopolitische und konjunkturelle Belastungen leicht abzufedern.
Mit Material der dpa
FAQ zur Konjunkturprognose 2026
• Warum senkt das IW die Konjunkturprognose 2026? – Das IW verweist auf den Iran-Krieg, steigende Energiepreise, Lieferstörungen und die schwache Ausgangslage der deutschen Wirtschaft.
• Wie hoch ist die neue Konjunkturprognose 2026 des IW? – Das Institut rechnet für 2026 nur noch mit einem Wachstum von 0,4 % statt zuvor 0,9 %.
• Welche Rolle spielen Exporte in der Konjunkturprognose 2026? – Die deutschen Exporte schrumpfen laut IW zum vierten Mal in Folge, obwohl der Welthandel wächst.
• Welche Inflation erwartet das IW in der Konjunkturprognose 2026? – Infolge des Energiepreisschocks erwartet das IW im Jahresdurchschnitt 2026 eine Inflationsrate von 3 %.
• Warum ist die Konjunkturprognose 2026 unsicher? – Die tatsächlichen Auswirkungen hängen laut IW stark davon ab, wie lange der Krieg im Iran andauert.