Die industrielle Produktion mit ihren Wertschöpfungsketten muss weiterlaufen. - Bild: Korn V. - stock.adobe.com

Jede Regelung müsste sicherstellen, dass die industrielle Produktion mit ihren Wertschöpfungsketten weiterläuft, forderte der VDMA-Präsident. - Bild: Korn V. - stock.adobe.com

| von Redaktion Produktion

Der Maschinenbauverband VDMA warnt vor Alleingängen bei Grenzregelungen und der Einführung einer Homeoffice-Pflicht für Bürojobs zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. "Nationale Alleingänge bei Grenzregelungen wären fatal. Wenn zum Beispiel Lkw-Fahrer an der Grenze einen Corona-Test machen müssten, käme es zu großen Zeitverzögerungen. Das würde nicht funktionieren", sagte VDMA-Präsident Karl Haeusgen der Deutschen Presse-Agentur.

Eine Homeoffice-Pflicht für alle Büro-Beschäftigten würde ebenfalls Wertschöpfungsketten im Maschinenbau gefährden. "Wir brauchen für bestimmte Arbeiten mit hohen Datenvolumina eine IT-Infrastruktur, die zu Hause in der Regel nicht zur Verfügung steht, insbesondere nicht im ländlichen Raum", sagte Haeusgen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder wollen an diesem Dienstag über weitere Maßnahmen in der Corona-Krise beraten. "Jede Regelung müsste sicherstellen, dass die industrielle Produktion mit ihren Wertschöpfungsketten weiterläuft", forderte der VDMA-Präsident.

Laut einer aktuellen Umfrage des Verbandes unter rund 1.000 Firmen der exportorientierten und mittelständisch geprägten Branche arbeitet derzeit nur noch gut die Hälfte der Beschäftigten in den Betrieben. Die anderen seien aufgrund von Homeoffice-Regelungen, Kurzarbeit oder dem Abbau von Zeitarbeitskonten nicht dort.

Weitere Beschäftigte ins Homeoffice?

Der Homeoffice-Anteil allein liegt demnach bei 30 Prozent der Beschäftigten. Haeusgen wies darauf hin, dass die Quote bei Büroarbeiten in der Regel deutlich höher sei. "In meinem Unternehmen liegt sie beispielsweise zwischen 70 und 90 Prozent. Für die produzierende Industrie ist die Differenzierung zwischen Büro und Produktion wichtig."

Haeusgen betonte zugleich: "Auch uns bereiten die hohen Corona-Zahlen Sorgen, und wir sehen die vorrangige Aufgabe, diese in den Griff zu bekommen." Jeder dritte Maschinenbauer hält es der Umfrage zufolge für möglich, weitere Beschäftigte ins Homeoffice zu schicken. Eine zeitweilige Zunahme der Homeoffice-Arbeitsplätze ohne nachhaltige Störung der Betriebsabläufe auf 34 Prozent wäre nach Auffassung der Befragten realisierbar. Viele der Maschinenbauer, die über einen Betriebsarzt verfügen, seien zudem bereit, die staatlichen Impfzentren zu unterstützen. "Und diese Bereitschaft dürfte noch wachsen, sobald ein Impfstoff zur Verfügung steht, der einfach zu handhaben ist", sagte der VDMA-Präsident.

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