Die US-Zollpolitik belastet mehr als 60 % der deutschen Industrieunternehmen. Laut ifo Institut werden Investitionen gestrichen oder verschoben, während Margen zunehmend unter Druck geraten.
Die Unternehmen streichen oder verschieben Investitionen und rechnen mit anhaltend hohen Zöllen.Andrii - stock.adobe.com
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Summary: Mehr als 60 % der befragten Industrieunternehmen spüren negative Folgen der US-Zollpolitik, in der Automobilindustrie sind es 74 %. Immer mehr Firmen streichen oder verschieben Investitionen in Deutschland. Die Mehrheit erwartet keine schnelle Entspannung des US-Zollniveaus.
Warum belastet die US-Zollpolitik die Industrie?
Die US-Zollpolitik beeinträchtigt einen Großteil der deutschen Industrie und wirkt sich zunehmend auf Investitionsentscheidungen aus. Das geht aus einer aktuellen Befragung des ifo Instituts hervor.
Demnach berichten mehr als 60 % aller Unternehmen von negativen Auswirkungen durch die US-Zölle. In der Automobilindustrie liegt der Anteil bei 74 %. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Anstieg um 14 Prozentpunkte.
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„Die Zollbelastung hat sich verfestigt, statt sich abzuschwächen. Die Autoindustrie ist doppelt betroffen: durch hohe Zölle und rückläufige Exporte in die USA“, sagt ifo-Außenhandels-Experte Andreas Baur.
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Wie verändern Unternehmen ihre Investitionspläne?
Die Folgen der US-Zollpolitik reichen zunehmend über das Geschäft auf dem amerikanischen Markt hinaus. Wie das ifo Institut mitteilt, hemmt die Belastung inzwischen auch die Investitionstätigkeit am Standort Deutschland.
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Der Anteil der Unternehmen, die geplante Investitionsprojekte gestrichen haben, stieg von 9 auf 16 %. Etwa jedes dritte Unternehmen verschiebt Vorhaben zeitlich. Dieser Anteil erhöhte sich um 11 Prozentpunkte.
„Die US-Zollpolitik trifft nicht nur das Geschäft in den USA selbst, sondern bremst zunehmend auch Investitionen am Standort Deutschland. Das ist ein Alarmsignal, gerade weil Investitionsentscheidungen normalerweise sehr träge sind“, sagt ifo-Forscher Sebastian Link.
Unternehmen geben Zollkosten an Kunden weiter
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Vielen Unternehmen gelingt es den ifo-Experten zufolge, die zusätzlichen Zollkosten über höhere Preise an ihre Kunden in den USA weiterzugeben. 34 % der Betriebe überwälzen die Mehrkosten vollständig, weitere 28 % geben mehr als die Hälfte weiter.
Jedes vierte Unternehmen trägt die Zollkosten jedoch zu einem großen Teil selbst. Dies wirkt sich der Mitteilung zufolge auf Margen und Geschäftslage aus.
Warum rechnet die Industrie nicht mit Entspannung?
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Nur wenige der befragten Unternehmen erwarten eine schnelle Verbesserung der Situation. 63 % kalkulieren mit einem unverändert hohen US-Zollniveau. Weitere 13 % rechnen sogar mit zusätzlichen Zollsteigerungen.
Damit bleibt die US-Zollpolitik für viele Industrieunternehmen ein erheblicher Belastungsfaktor. Neben dem Geschäft in den USA stehen zunehmend auch Investitionen in Deutschland und die Ertragslage der Unternehmen unter Druck.
mit Material vom Ifo Institut, München
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Die US-Zollpolitik
• Wie stark belastet die US-Zollpolitik die Industrie? – Mehr als 60 % der befragten Unternehmen berichten von negativen Auswirkungen der US-Zölle.
• Wie wirkt sich die US-Zollpolitik auf Investitionen aus? – 16 % der Unternehmen haben Projekte gestrichen, etwa jedes dritte Unternehmen verschiebt Investitionen.
• Welche Branche ist von der US-Zollpolitik besonders betroffen? – In der Automobilindustrie berichten 74 % der Unternehmen von negativen Folgen.
• Wie reagieren Unternehmen auf die Kosten der US-Zollpolitik? – 34 % geben die Zollkosten vollständig und weitere 28 % zu mehr als der Hälfte an US-Kunden weiter.
• Wie bewerten Unternehmen die weitere US-Zollpolitik? – 63 % erwarten ein unverändert hohes Zollniveau, 13 % rechnen mit weiteren Erhöhungen.