Die Voestalpine steigert in den ersten drei Quartalen 2025/26 Ergebnis und Cashflow trotz herausforderndem Umfeld. Reorganisation, Wachstumsprojekte und die Transformation der Stahlproduktion prägen die Entwicklung.
Die Voestalpine AG hat ihr Ergebnis in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2025/26 gesteigert.Fotostudio Martin Eder / Voestalpine)
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Ergebniszuwachs in anspruchsvollem Marktumfeld
Die Voestalpine hat in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2025/26 (1. April 2025 bis 31. Dezember 2025) ein „sehr solides Ergebnis“ erzielt, wie das Unternehmen mitteilt. Grundlage dafür seien die robuste Konzernstrategie mit Fokus auf Qualität, Innovation und Effizienz sowie die branchenmäßige und regionale Diversifizierung des Stahl- und Technologiekonzerns.
Der Umsatz sank im Vorjahresvergleich um 5,1 % auf 11,1 Mrd. EUR (Q3 2024/25: 11,7 Mrd. EUR). Gleichzeitig verbesserte sich das EBITDA um 7,2 % auf 1 Mrd. EUR (Q3 2024/25: 968 Mio. EUR). Das EBIT legte um 20,9 % auf 473 Mio. EUR zu (Q3 2024/25: 391 Mio. EUR).
Das Ergebnis vor Steuern stieg signifikant um 46,5 % auf 372 Mio. EUR, das Ergebnis nach Steuern erhöhte sich um 25,1 % auf 259 Mio. EUR.
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Unterschiedliche Dynamik in den Geschäftsbereichen
Die Marktentwicklung zeigte sich differenziert. Railway Systems und Luftfahrt verzeichneten weiterhin eine positive Nachfrage. Bau-, Maschinenbau- und Konsumgüterindustrie verharrten hingegen stabil auf niedrigem Niveau.
Im Energiebereich blieb der Bedarf an Produkten der Steel Division positiv. Auch die Nachfrage aus der Automobilindustrie erwies sich dort als robust. Dagegen litt der Geschäftsbereich Automotive Components unter der verhaltenen Marktdynamik der Automobilproduktion, insbesondere in Europa. Sehr gut entwickelte sich hingegen die Lagertechnik in den ersten neun Monaten.
CEO Herbert Eibensteiner betont: „Als voestalpine reagieren wir rasch und passen uns an. So haben wir die Reorganisationsmaßnahmen in der High Performance Metals Division großteils abgeschlossen und werden unsere laufenden Maßnahmen an den deutschen Automotive-Components-Standorten weiter konsequent umsetzen. Gleichzeitig realisieren wir internationale Wachstumsprojekte in den Bereichen Bahninfrastruktur, Lagersysteme und Luftfahrt. Unsere Maßnahmen spiegeln sich in der Steigerung der Ergebniszahlen und im hohen Free Cashflow wider“.
Strategisch setzt der Konzern weiter auf Effizienzsteigerungen und die Reorganisation renditeschwacher Bereiche. In der High Performance Metals Division ist die Portfoliobereinigung mit der Veräußerung der Buderus Edelstahl in Wetzlar, Standortkonsolidierungen außerhalb Österreichs, Kapazitätsanpassungen bei Voestalpine BÖHLER Bleche in Mürzzuschlag sowie dem Verkauf von Voestalpine BÖHLER Profil großteils abgeschlossen.
Parallel werden Wachstumsprojekte in attraktiven Segmenten der Weiterverarbeitung – etwa Railway Systems, Lagertechnik und Luftfahrt – sowie in Regionen wie Indien vorangetrieben.
Ein dritter strategischer Eckpfeiler bleibt die Transformation der Stahlproduktion unter dem Programm greentec steel. Das Projekt mit einem Investitionsvolumen von rund 1,5 Mrd. EUR liegt laut Unternehmen im Kosten- und Zeitplan.
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Starker Cashflow und robuste Bilanzstruktur
Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit stieg im Vergleich zum Vorjahr um 53,3 % auf 1,1 Mrd. EUR. Der Free Cashflow drehte deutlich in den positiven Bereich und erreichte 345 Mio. EUR.
Trotz hoher Investitionen in greentec steel konnte die Nettofinanzverschuldung auf 1,4 Mrd. EUR reduziert werden. Das entspricht einem Rückgang von 27,4 % im Jahresvergleich und 13,8 % gegenüber dem Bilanzstichtag 31. März 2025.
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Das Eigenkapital erhöhte sich um 2,0 % auf 7,6 Mrd. EUR. Die Gearing Ratio verbesserte sich im Jahresvergleich von 26,2 % auf 18,7 % per 31. Dezember 2025.
Die Anzahl der Beschäftigten sank um 3,8 % auf 48.700 Vollzeitäquivalente.
Nach anfänglichen Unsicherheiten infolge der wirtschaftspolitischen Neupositionierung der USA habe sich die globale Wirtschaft weitgehend an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst, wie das Unternehmen ausführt. Trotz anhaltend hoher geopolitischer Unsicherheiten wird im letzten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 mit einer Fortsetzung der bisherigen Trends gerechnet.
Der Vorstand erwartet weiterhin ein EBITDA in einer Bandbreite von 1,4 bis 1,55 Mrd. EUR für das Gesamtjahr 2025/26.
Mit Material von Voestalpine via dpa
Wichtigste Kennzahlen der Voestalpine Q1 - Q3 2025/26 im Überblick
Kennzahl
Q1–Q3 2025/26
Q1–Q3 2024/25
Veränderung
Umsatz
11,1 Mrd. EUR
11,7 Mrd. EUR
–5,1 %
EBITDA
1,0 Mrd. EUR
968 Mio. EUR
+7,2 %
EBIT
473 Mio. EUR
391 Mio. EUR
+20,9 %
Ergebnis vor Steuern
372 Mio. EUR
–
+46,5 %
Ergebnis nach Steuern
259 Mio. EUR
–
+25,1 %
Cashflow aus Betriebstätigkeit
1,1 Mrd. EUR
–
+53,3 %
Free Cashflow
345 Mio. EUR
–
deutlich verbessert
Nettofinanzverschuldung
1,4 Mrd. EUR
–
–27,4 %
Eigenkapital
7,6 Mrd. EUR
–
+2,0 %
Gearing Ratio
18,7 %
26,2 %
verbessert
Beschäftigte (FTE)
48.700
–
–3,8 %
EBITDA-Ausblick 2025/26 (Gesamtjahr)
1,4–1,55 Mrd. EUR
–
bestätigt
Quelle: Voestalpine
FAQ zur Voestalpine-Entwicklung 2025/26
Wie entwickelte sich das Ergebnis der Voestalpine in den ersten drei Quartalen 2025/26? – EBITDA, EBIT sowie Vor- und Nachsteuerergebnis legten trotz Umsatzrückgangs deutlich zu.
Welche Rolle spielte der Cashflow im Geschäftsjahr 2025/26? – Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit stieg stark an, der Free Cashflow erreichte 345 Mio. EUR.
Wie steht es um die Verschuldung der Voestalpine? – Die Nettofinanzverschuldung wurde auf 1,4 Mrd. EUR reduziert, die Gearing Ratio verbesserte sich auf 18,7 %.
Bleibt der Ausblick für 2025/26 bestehen? – Der Vorstand bestätigt eine EBITDA-Bandbreite von 1,4 bis 1,55 Mrd. EUR für das Gesamtjahr.