Frau steht vor Maschinen und schaut auf ein Tablet

Durch die Corona-Pandemie nutzt Festo nun vermehrt seine eigene digitale Lernplattform. - Bild: Festo

Wege aus der Krise finden und nachhaltig für die Zukunft aufstellen: Das sind die Ziele für Festo. Für den Vorstandsvorsitzenden Oliver Jung sind Automation und technische Bildung ein Schlüssel dazu, wie er heute auf einer Pressekonferenz erklärte. Dazu zählen für Jung zum Beispiel Qualifizierungsangebote im Bereich Elektrifizierung. Denn 70 Prozent der Projekte aus dem Automotive-Bereich haben mit dem Thema Elektromobilität zu tun. Aber auch in der Elektronikindustrie sieht Jung ein Wachstumsfeld, das derzeit in allen Branchen Einzug hält. Festo sei hier mit Applikationslösungen gut aufgestellt.

Noch mehr Wachstum gibt es aber im Bereich Lifetech. Hier habe man teilweise Zuwachsraten von über 100 Prozent, so der CEO. Festo will das Segment deshalb in den nächsten Jahren weiter stark ausbauen.

Ein weiterer Trend ist laut Ansgar Kriwet, Vorstand Sales, die starke Flexibilisierung der Produktionsanlagen. Viele wollen kein Produkt mehr von der Stange, sondern ein auf sie individuell zugeschnittenes, berichtete er. Deshalb sei es wichtig, die Maschinen flexibel bedienen zu können. Auch hier sieht sich Festo mit seinen Angeboten für eine effizientere Produktion in geringen Losgrößen auf einem guten Weg.

Das sind die Industrietrends 2021

Was sind die Trends für 2021? Wie schätzt die Industrie die wirtschaftliche Lage ein? PRODUKTION hat beim VDMA, VDW, ZVEI und den Unternehmen ZF und Ceratizit nachgehakt. Wir wollten wissen:

Welche Schulnote würden Sie der Konjunktur für das Jahr 2021 geben? Was erwarten Sie von der neuen US-Regierung für die deutsch-amerikanischen Handelsbeziehungen? Die Antworten gibt es hier. 

Wie hat Corona die Zusammenarbeit innerhalb der Unternehmen verändert? Hier geht es zum zweiten Teil der Industrietrends.

Werden die Firmen Lieferketten infolge des Corona-bedingten Zusammenbruchs der Supply Chains dauerhaft anpassen? Werden die Lieferketten wieder regionaler? Alles zum Thema Lieferketten lesen Sie hier.

(Bild: littlewolf1989 - stock.adobe.com)

Digitale Lernplattform soll in Pandemiezeiten helfen

Ein Bereich, der vor allem derzeit enorm wichtig ist, ist digitales Lernen. Der Mechatronik-Unterricht, der normalerweise im Klassenraum stattfindet, finde nun auf der digitalen Lernplattform statt, sagte Jung. Das Unternehmen geht davon aus, dass in fünf Jahren jedes zweite Training online stattfindet.

Festo hat dafür seine Lernplattform „Festo Learning Experience“, kurz LX ins Leben gerufen. Dort stellt das Unternehmen laut Kriwet sein gesamtes Automatisierungswissen zur Verfügung.

Digitale Weiterbildung ist bei Festo eine eigene Geschäftseinheit, die Trainings, Kurse und Trainingsmaterial unter anderem an Weiterbildungseinrichtungen und Unternehmen verkauft. Durch die Pandemie nutzt der Maschinenbauer die Angebote nun auch vermehrt selbst.

So ist das Krisenjahr 2020 verlaufen

Denn rückblickend habe man quasi über Nacht den Hebel aufs Digitale umlegen müssen und können, so Jung. Auch Dinge wie technischer Support und Fernwartung habe man digital abwickeln können. Rund ein Drittel seines Geschäfts macht Festo mit seinem Onlinebusiness, so der CEO.

Investitionen in Nordamerika und Asien haben sich zudem ausbezahlt: Mit der Strategie „In der Region für die Region“ habe man stabile Lieferketten sichergestellt, sagte Jung. In beiden Regionen zieht der Vorstandsvorsitzende auch eine positive Bilanz für 2020.

Dennoch musste Festo im vergangenen Jahr pandemiebedingt einen Umsatzrückgang von 7,5 Prozent hinnehmen. Mit Blick auf Sparmaßnahmen „haben wir alle Register gezogen, die man in Krisen zieht“, sagte Jung. Dazu zählt auch Kurzarbeit, die bei Festo von Juli bis Oktober war. Es habe aber vom Frühjahr bis zum jetzigen Zeitpunkt eine Beschäftigungssicherung gegeben. Nichtsdestotrotz hat sich die Beschäftigungszahl etwas verringert, bestätigte Jung. Durch Vorruhestandsangebote habe man die Beschäftigtenzahl an die Geschäftslage angepasst. Derzeit arbeiten rund 20.000 Mitarbeitende bei Festo.

Ausblick: Optimismus und Impfangebot für 2021

2021 sieht Jung als Aufholjahr. Festo habe ein gutes erstes Quartal hingelegt- Vor allem die asiatischen Märkte erholen sich und auch Nordamerika sei auf einem guten Weg.

Eine wichtige Rolle wird weiterhin der Kampf gegen das Coronavirus spielen. Festo habe hier bereits 2020 frühzeitig reagiert, sagte Jung. Man habe bereits früh angefangen, die Mitarbeiter zu testen. „Inzwischen haben wir ein flächendeckendes Konzept für alle Mitarbeiter vor Ort, zum Beispiel in der Produktion, aber auch in den Büros“, sagte Kriwet auf Nachfrage von PRODUKTION. Für all diese Mitarbeiter stehen Tests zu Verfügung.

Sobald Impfstoff zur Verfügung steht, will Festo seine Beschäftigten außerdem zusammen mit den Betriebsärzten ein Impfangebot bieten. „Wir stehen in den Startlöchern“, meinte Kriwet.

Welche Maßnahmen andere Industrie-Unternehmen ergriffen haben, lesen Sie hier.

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