Eine Hand, die Spritze und Corona-Impfstoff hält.

Immer mehr Firmen impfen ihre Mitarbeitenden selbst. - Bild: Wolfilser - stock.adobe.com

Nicht nur die Hausärzte, sondern auch die Betriebsärzte impfen inzwischen gegen das Coronavirus. In Deutschland könnten die bundesweit rund 12.000 Werksmediziner "pro Monat etwa fünf Millionen Beschäftigte impfen", sagte die Vizepräsidentin des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte, Anette Wahl-Wachendorf, den Zeitungen der Funke Mediengruppe im April.

Auch bei den Corona-Tests für Mitarbeitende sieht sich die deutsche Wirtschaft auf Kurs. „Zwischen 80 und 90 Prozent der deutschen Unternehmen testen oder bereiten den Teststart unmittelbar vor“, hieß es ebenfalls im April in einem Schreiben von Spitzenverbänden der Wirtschaft an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Das Schreiben liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Darin heißt es: „Der Testappell zeigt damit trotz kurzer Vorbereitungsphase Wirkung.“

Welche konkreten Pläne und Regelungen die Industrieunternehmen beim Thema Impfen aber auch Schnelltests haben, lesen Sie in unserem Überblick:

Pharmazeutin Dr. Sung Min Pyo steht an einem Schrank mit Impfstoff.
Mehr als 100 BASF-Mitarbeitende sorgen dafür, dass alles im Impfzentrum nach Plan läuft. Eine von ihnen ist Pharmazeutin Dr. Sung Min Pyo. - Bild: BASF

BASF

Seit 14. April werden im eigens dafür eingerichteten Impfzentrum der BASF am Standort Ludwigshafen die ersten Mitarbeitenden gegen Corona geimpft. Die Landesregierung Rheinland-Pfalz hat das BASF-Impfzentrum als offizielles Corona-Impfzentrum im Rahmen des Modellprojektes „Betriebsarztimpfungen“ akkreditiert und BASF wöchentliche Lieferungen von Impfstoff zugesichert.

"Die Regeln für dieses Projekt setzen Bund und Länder. Das gilt für die Impfreihenfolge genauso wie für die Auswahl des Impfstoffs", erklärte Michael Heinz, Mitglied der Vorstands und Standortleiter Ludwigshafen. Geimpft werden entsprechend dieser vorgegebenen Reihenfolge zunächst Mitarbeitende, die zur Impfgruppe 2 gehören.

Das Corona-Impfzentrum der BASF befindet sich auf dem Werksgelände in der Nähe von Tor 11. Dort wurde eine Multifunktionshalle eigens umgebaut. Impfkabinen wurden eingerichtet, Laufwege gekennzeichnet, Warte- und Ruheräume definiert – alles streng nach den Vorgaben der Landesregierung. Impftermine können über ein betriebsinternes Registrierungstool online beantragt werden.

BMW

BMW will ab Mai anfangen seine Mitarbeiter zu impfen, erklärte CEO Oliver Zipse auf dem Münchner Management Kolloquium im März. Der Start der Impfungen war dann, wie bei den meisten anderen Unternehmen auch, der 7. Juni. Seit März stattet der Münchner Autobauer seine Mitarbeitenden zudem mit Selbsttests aus. Einen ausführlichen Bericht zum Thema Impfen bei BMW lesen Sie hier.

Bosch

An den deutschen Standorten von Bosch erhalten die Mitarbeitenden mindestens einmal pro Woche einen Schnelltest, erklärte ein Pressesprecher gegenüber der 'Stuttgarter Zeitung'. Je nach Corona-Situation in den jeweiligen Regionen seien auch tägliche Testungen möglich.

Ceratizit

Das Unternehmen hat an seinem Standort in Kempten einen Trailer in ein Testzentrum umgewandelt. Dort können sich die Mitarbeitenden zwei Mal wöchentlich testen lassen: 

Daimler

Der Stuttgarter Autobauer hat am 9. Juni mit den Covid-19-Schutzimpfungen für Beschäftigte in Deutschland begonnen. Das medizinische Fachpersonal mit mehr als 70 Werksärzten und mehr als 200 medizinischen Fachangestellten war laut Unternehmen gut auf den Impfstart vorbereitet. In den konzerneigenen Impfzentren gibt es je nach Standortgröße unterschiedlich viele Impfstraßen, in denen im Fünfminutentakt die Beschäftigten aufgeklärt und gegen das Coronavirus immunisiert werden können. An den Standorten können so täglich mehrere Hundert Beschäftigte geimpft werden, deutschlandweit sind bei entsprechender Impfstoffverfügbarkeit mehr als 3.000 Impfungen täglich möglich.

Die Beschäftigten konnten sich für eine Impfung durch den Werksärztlichen Dienst über eine Online-Plattform registrieren. Basierend darauf erfolgte die Bedarfsplanung und die Terminvergabe für die einzelnen Impfzentren. 

Zudem erhalten Beschäftigte, die ihre Arbeit nicht mobil erledigen können, zwei Selbsttests pro Woche kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Selbsttests werden dann auf freiwilliger Basis zu Hause durchgeführt, um mögliche Ansteckungen frühzeitig zu unterbinden. Ein digitalisierter, internationaler Meldeprozess ermöglicht es dem Unternehmen, schnell und systematisch alle Corona-Fälle innerhalb der Belegschaft zu erfassen und die Nachverfolgung möglicher Kontaktpersonen sicherzustellen.

Festo

Festo hat nach eigener Aussage schon früh begonnen, seine Mitarbeiter auf das Coronavirus zu testen. Ob das Unternehmen selbst impfen will, hat Ansgar Kriwet, Vorstand Sales, auf Nachfrage von PRODUKTION hier erklärt.

Ford

Ende März hat ein neues Corona-Schnelltestzentrum auf dem Gelände der Ford-Werke eröffnet. Der Autobauer unterstützt damit nach eigener Aussage den Anbieter "Mein Corona Schnelltest" und stellt das ehemalige Gelände des Ford Kindergartens kostenlos zur Verfügung. Das Testangebot richtet sich dabei nicht nur an die Ford-Belegschaft, sondern an alle Bürger. Rund 1.500 Tests können täglich durchgeführt werden.

Ford hat außerdem eigene Impfzentren aufgebaut, wie das Unternehmen mitteilt. Insgesamt wurden an den beiden deutschen Fertigungsstandorten in Köln und Saarlouis zwei Impfzentren aufgebaut. Ford könnte somit seine über 20.000 Beschäftigten in Köln, Saarlouis und Aachen in bis zu vier Impfstraßen gegen das Coronavirus impfen.  Um einen möglichst reibungslosen und raschen Ablauf gewährleisten zu können, wurden weiterhin ehemalige Betriebsärzte aus dem Ruhestand zurückgeholt und medizinisches Personal aufgestockt.

Grob

Sobald Impfstoff verfügbar ist, will auch das Mindelheimer Unternehmen grob seine Beschäftigten impfen. Wie das genau aussehen soll, hat Aufsichtsratsvorsitzender Christian Grob auf Nachfrage von PRODUKTION hier erklärt.

Globalfoundries

"Wir können kaum erwarten, dass Impfstoff zur Verfügung steht, den wir Mitarbeitern vor Ort anbieten wollen", sagte ein Sprecher des Dresdner Chipherstellers Globalfoundries zu ‚Radio Dresden‘.

Im Werk gebe es aufgrund der jährlichen Grippeschutzimpfung die nötige Erfahrung und einen Betriebsarzt. Das Unternehmen steht nach eigener Aussage zu dem Thema in Kontakt mit der Stadt Dresden. Rund 3.200 Mitarbeitende arbeiten in Dresden für Globalfoundries.

Firmen bauen für Impfzentren um

CEO Rainer Hundsdörfer (links) und Dirk Elkemann (OB Wiesloch) stehen im von Heidelberg eingerichteten betrieblichen Impfzentrum am Standort Wiesloch/Walldorf.
CEO Rainer Hundsdörfer (links) und Dirk Elkemann (OB Wiesloch) im von Heidelberg eingerichteten betrieblichen Impfzentrum am Standort Wiesloch/Walldorf. – Bild: Heidelberg

Heidelberger Druck

Die Heidelberger Druckmaschine AG (Heidelberg) hat ein betriebliches Impfzentrum am Standort Wiesloch/Walldorf eingerichtet. „Wir sind bereit, sofern Impfstoff eintrifft, unsere Belegschaft zu impfen“, sagt CEO Rainer Hundsdörfer in einer Mitteilung.

Das Impfzentrum ist startbereit: Die notwendigen Umbaumaßnahmen auf dem Werksgelände wurden in einem Bürogebäude auf dem Gelände umgesetzt. Dazu gehört beispielsweise die Kennzeichnung von Laufwegen und die Einrichtung von Warte- und Ruheräumen.

Als offizielles Impfzentrum unterliegt Heidelberger Druck den allgemeinen gesetzlichen Bestimmungen, die auch für alle anderen Zentren gelten. Dazu zählt auch die Impfreihenfolge. Neben der Belegschaft will das Unternehmen, wenn möglich auch die Angehörigen impfen und zur Entlastung des Gesundheitssystems beitragen, da dann nicht jeder Mitarbeitende einzeln einen Impftermin suchen oder zum Hausarzt gehen müsste.

Zudem stellt Heidelberg allen im Betrieb anwesenden Beschäftigten in Deutschland einen Selbsttest zur Verfügung. Die Tests werden auf freiwilliger Basis zu Hause durchgeführt, um mögliche Ansteckungen anderer Personen im Unternehmen frühzeitig zu unterbinden.

Intego

Das fränkische Unternehmen, das optische Prüf- und Messanlagen für die Fertigungsbranche produziert, nutzt seit Januar Gurgel-Pool-Tests. Geschäftsführer Thomas Wagner erklärt auf der Website der DIHK: „Man hätte das schon im vergangenen Jahr tun können, es war schon möglich. Und wir haben es jetzt eben umgesetzt.“

Das Unternehmen hat ein Test-Verfahren gesucht, das kostengünstig und skalierbar ist. Initiiert von Intego werden die Gurgel-Pool-Tests mittlerweile in einigen Landkreisen in Nordbayern genutzt.

Das steckt dahinter: Die Mitarbeiter gurgeln 30 Sekunden mit Leitungswassern und spucken anschließend in zwei Röhrchen. Ein Röhrchen behalten sie als Rückstellprobe, das andere geben sie ihrem Arbeitgeber. Im Betrieb werden dann alle Röhrchen-Inhalte in einen Becher gegeben und als Pool getestet. Ist das Ergebnis positiv, werden die Rückstellproben einzeln ausgewertet.

Zu den Kosten sagt Wagner: „Der Vorteil ist, dass es freiverkäufliches Material ist, was nur einen Euro pro Person kostet. Die Auswertung kostet weniger als einen Euro“.  Weil sich eine Auswertung der Testergebnisse bei diesem Verfahren für die Labore nicht rentiert, werten die teilnehmenden Landkreise die Tests selbst aus.

Während der Betriebsschließung wurde Testzentrum gebaut

LMT Group

Die LMT Group hat zum Schutz ihrer Belegschaft die Geschäftsaktivitäten vom 26. März bis 29. März heruntergefahren. Diese vorsorgliche Schutzmaßnahme hat aktuelle Infektionsketten erfolgreich durchbrochen, sodass der Betrieb seit 30. März mit Schnelltests wieder angelaufen ist.

Die Zeit der Betriebsschließung hat das Unternehmen genutzt, um ein eigenes Testzentrum aufzubauen. „Seit dem 26. März wurden keine weiteren Infektionsfälle gemeldet und die Tests der identifizierten Kontaktpersonen fielen negativ aus. Zudem wurden vorsorglich alle betroffenen Arbeitsplätze vorübergehend abgesperrt und vollständig desinfiziert“, erklärt die Geschäftsführung in einer Mitteilung.

Um eine möglichst sichere Wiederaufnahme des Betriebs am Standort Schwarzenbek zu gewährleisten, hat die LMT Group ab dem 30. März die verpflichtenden Schnelltests eingeführt.

MAN

Die Beschäftigten von MAN Truck & Bus können sich seit 8. Juni an den deutschen Standorten gegen das Coronavirus impfen lassen. Die Anmeldungen in den internen Portalen zeigen laut Unternehmen, dass das Angebot wird sehr gut angenommen wird. „Unsere lange und sorgfältige Vorbereitung hat sich ausgezahlt. Der Impfbeginn erfolgte trotz sehr kurzer Vorlaufzeit bei der Impfstoffverfügbarkeit völlig reibungslos “, sagte Dr. Oliver Breitkopf, Leitender Arzt bei MAN Truck & Bus SE, am ersten Impftag.

Im Rahmen der Impfkampagne werden alle Mitarbeitenden an den deutschen Standorten in den kommenden Wochen die Möglichkeit zur Impfung während der Arbeitszeit bekommen. Das Impfangebot ergänzt die bestehenden Schutzmaßnahmen. Hierzu gehört laut MAN unter anderem ein umfassendes Testkonzept mit PCR ebenso wie Antigen-Schnelltests bei Verdachtsfällen und bei Corona-Infektionen in der Belegschaft – immer mit dem Ziel, Infektionsketten frühzeitig zu unterbrechen.

Lufthansa

Auch die Lufthansa will ihre Mitarbeiter selbst gegen das Coronavirus impfen. Das Unternehmen hat an den Standorten Frankfurt, München und Hamburg Impfzentren aufgebaut, wie ein Sprecher der Dpa berichtete. Die Einheiten seien ab 19.4. einsatzbereit und könnten in eigener Regie bis zu 400 Menschen täglich impfen.

Noch wartet die Fluggesellschaft allerdings auf Impfstoff. Man wolle sich dort nicht vordrängen und warte selbstverständlich auf die Zuteilung, erklärte der Sprecher. Zuerst sollen die Mitarbeiter mit direktem Kundenkontakt geschützt werden. Insgesamt beschäftigt Lufthansa in Deutschland rund 63.000 Menschen. Zuerst hatte 'Hit Radio FFH' über die Impfstrategie berichtet.

Metabo

Betreten des Werksgeländes nur mit einem tagesaktuellen, negativen Schnelltest: Diese Regel gilt seit Ende März beim Nürtinger Elektrowerkzeug-Hersteller Metabo. Alle Mitarbeitenden erhalten vom Unternehmen für jeden Arbeitstag kostenlose Schnelltests, mit denen sie sich zu Hause testen sollen. „So können wir sicherstellen, dass nur negativ getestete Mitarbeitende das Unternehmen betreten“, sagt Geschäftsführer Horst Garbrecht. Wenn der Selbsttest positiv ist, können die Beschäftigten auf Firmenkosten einen PCR-Test machen.

Metabo hat sich bei seiner Strategie gegen ein firmeneigenes Testzentrum entschieden. Das sei eine enorme logistische Herausforderung, die nicht zu stemmen wäre, sagt Garbrecht. Zudem gebe es auch gewisse Risiken, wenn erst einmal viele ungetestete Menschen an einen Ort versammelt wären. Selbsttests seien ein viel schnelleres und leichter umsetzbares Konzept. Testen werde für das Metabo-Team während der Zeit der Pandemie zum täglichen Morgenritual gehören wie das Zähneputzen“, so der CEO. Zudem gibt es eine an sieben Tagen pro Woche besetzte Corona-Hotline, die den Mitarbeitenden bei Fragen weiterhelfen soll.

Um herauszufinden, wie gut die Teststrategie wirkt und ob ergänzende Maßnahmen notwendig sind, wird das Tübinger Labor CeGaT das Projekt wissenschaftlich begleiten. Metabo investiert 120.000 Euro monatlich in die Selbsttests.

Das sind die Industrietrends 2021

Was sind die Trends für 2021? Wie schätzt die Industrie die wirtschaftliche Lage ein? PRODUKTION hat beim VDMA, VDW, ZVEI und den Unternehmen ZF und Ceratizit nachgehakt. Wir wollten wissen:

Welche Schulnote würden Sie der Konjunktur für das Jahr 2021 geben? Was erwarten Sie von der neuen US-Regierung für die deutsch-amerikanischen Handelsbeziehungen? Die Antworten gibt es hier. 

Wie hat Corona die Zusammenarbeit innerhalb der Unternehmen verändert? Hier geht es zum zweiten Teil der Industrietrends.

Werden die Firmen Lieferketten infolge des Corona-bedingten Zusammenbruchs der Supply Chains dauerhaft anpassen? Werden die Lieferketten wieder regionaler? Alles zum Thema Lieferketten lesen Sie hier.

(Bild: littlewolf1989 - stock.adobe.com)

Opel

Nach dem Bund-Länder-Beschluss zur Corona-Pandemie hat auch Opel-CEO Michael Lohscheller die Unterstützungsangebote des Unternehmens bekräftigt: „Wir wollen unsere gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und stehen bereit: Schon in Kürze werden wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in größerem Umfang Selbsttests anbieten. Zudem bieten wir erneut an, die Kapazitäten unseres werksärztlichen Dienstes zur Verfügung zu stellen, um bei den Impfungen mitzuhelfen, sobald Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung steht", sagte er im April in einer Mitteilung. 

Dafür hat der Autobauer bereits Vorbereitungen getroffen: „Wir können und wollen bei Opel möglichst bald unsere Beschäftigten impfen und könnten die Impfungen im zweiten Schritt auch auf die Angehörigen ausweiten“, sagte Lohscheller. „Wir haben ein kompetentes und eingespieltes Team von Betriebsärzten und könnten, wenn Impfstoff verfügbar wäre, am Tag mehrere hundert Menschen gegen Corona impfen, nach einer Anlaufphase vielleicht sogar noch deutlich mehr.“

Am Standort Kaiserslautern hat das Unternehmen der Stadt zudem pachtfrei Werksflächen und -gebäude zur Verfügung gestellt, um das dortige Impfzentrum aufbauen zu können.

In der ersten Woche wurden bei Opel rund 400 Dosen verimpft. 

Schnelltests durchführen: Mitarbeiter werden ausgebildet

Eine Person mit Schutzkleidung testet eine Frau mit Maske unter der Nase mit Hilfe eines Stäbchens auf das Coronavirus.
Rund 50 Optima-Mitarbeitende wurden für das Durchführen von Schnelltests auf SARS-CoV-2 von medizinischem Fachpersonal ausgebildet. – Bild: Optima

Optima

Optima bietet seinen Mitarbeitenden am Standort Schwäbisch Hall zwei Mal in der Woche Schnelltests an. Dazu wurden rund 50 Mitarbeiter von medizinischem Fachpersonal ausgebildet. Im Wechsel führen rund zehn davon wöchentlich etwa 1.000 Schnelltests durch. Bis zu 2.000 Tests pro Woche sind laut Unternehmen möglich.

Die Mitarbeiter können sich dabei mit einer Terminbuchungssoftware für einen Test anmelden. Interne und externe Besucher sowie Lieferanten testet der Maschinenbauer ebenfalls.

Neben dem zentralen Corona-Testzentrum bei Optima Consumer in Schwäbisch Hall-Hessental, das es seit Oktober 2020 gibt, kamen jetzt drei weitere Teststationen bei Optima Pharma, bei der Optima Packaging Group und bei Optima Life Science dazu. Im Bedarfsfall können innerhalb von 30 Minuten vier weitere Teststationen an den Standorten in Schwäbisch Hall in Betrieb genommen werden, erklärt das Unternehmen in einer Mitteilung.

Porsche

Auch Porsche bietet seinen Mitarbeitern künftig zwei Corona-Selbsttests pro Woche an. Seit vielen Monaten betreibt der Autobauer außerdem zwei eigene Corona-Testcenter in Zuffenhausen und Weissach. Die Corona-Selbsttests werden allen Mitarbeitenden ausgeteilt, die durchgehend oder überwiegend im Unternehmen anwesend sind. 

Mit seinen eigenen Testcentern ermöglicht der Sportwagenhersteller nach eigenen Angaben seinen Mitarbeitern in der Regel eine schnellere Überprüfung des Selbsttests. Das Ergebnis des PCR-Tests liegt per Labor-App innerhalb eines Tages vor. Schon heute nutzen täglich rund 20 bis 40 Mitarbeiter die Testcenter am Rande des Werksgeländes, um sich bei entsprechenden Symptomen untersuchen zu lassen.

Auch Porsche impft selbst: „Uns geht es keinesfalls um eine Bevorzugung. Aber als Arbeitgeber mit mehr als 30.000 Mitarbeitern alleine in Deutschland wollen wir natürlich unseren Beitrag zu einer möglichst raschen flächendeckenden Impfung leisten“, sagt Personalvorstand Andreas Haffner.

Der Autobauer betreibt in Zuffenhausen und Weissach zwei Impfzentren mit sieben Impfstraßen. Dort können sich nun auch Familienangehörige von Porsche-Mitarbeitern, die mindestens 18 Jahre alt sind, impfen lassen (Stand: Juli 2021). Das Zusatzkontingent wird in Zuffenhausen verabreicht. Seit dem Impfstart vor vier Wochen haben rund 4.000 Mitarbeiter eine Erstimpfung mit BioNtech erhalten. Weitere 500 nutzten die Einmalimpfung mit Johnson & Johnson. Das Zusatzkontingent wird ebenfalls mit dem Vakzin von Johnson & Johnson gedeckt.

Die DIHK informiert in ihrem Video-Podcast über den Einsatz von Selbsttests und Laientests:

Rheinmetall

Seit der Aufhebung der Impfpriorisierung können sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Rheinmetall an den deutschen Standorten impfen lassen - natürlich in Abhängigkeit von der Verfügbarkeit von Impfstoff. Die notwendigen Infrastrukturen beziehungsweise Lösungen für die Mitarbeiter an den Standorten sind laut Unternehmen erstellt, erste Impfungen seien bereits erfolgt.

Zu Beginn auch bei Rheinmetall nur eine begrenzte Menge Vakzin zur Verfügung – zu Beginn der Impfkampagne gab es nur eine Zusage von rund 100 Dosen pro Betriebsarzt. Grundsätzlich erhalten daher zunächst diejenigen Beschäftigten ein Impfangebot, die nicht mobil arbeiten können, zum Beispiel in den Bereichen Produktion und Logistik.

Das Unternehmen hatte zuvor seine Mitarbeitenden in einer Umfrage gebeten, ihre Bereitschaft zu einer Covid-19-Impfung bei Rheinmetall zu bekunden. Innerhalb von fünf Tagen hatten sich mehr als 6.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an daran beteiligt. Das Ergebnis: 74 Prozent erklärten sich grundsätzlich bereit, das Impfangebot anzunehmen. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass rund 20 Prozent der Mitarbeiter bereits an anderer Stelle eine Impfung erhalten haben, ergibt sich daraus laut Unternehmen eine Impfbereitschaft in der Rheinmetall-Belegschaft von fast 95 Prozent.

Röhm

"Schon mit Ausbruch der Pandemie waren wir bei Röhm überzeugt, dass Kommunikation ein entscheidender Faktor sein würde", heißt es auf der LinkedIn-Seite des Unternehmens. Für die interne Mitarbeiterkommunikation habe man deshalb eine App installiert. Dort gibt es einen "Corona-Kanal" mit allen wichtigen Informationen. Testen lassen können sich alle Mitarbeiter einmal wöchentlich kostenlos. 

Impfung: Offener Brief an den bayerischen Ministerpräsidenten

Schaeffler und Leoni

Die Zulieferer Schaeffler und Leoni haben mit anderen fränkischen Unternehmen wie Adidas und Datev einen offenen Brief an den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder geschrieben.

Darin heißt es: „Gerne möchten auch wir einen Beitrag leisten, um die Coronaschutz-Impfung der deutschen Bevölkerung zügig zu bewerkstelligen. Konkret bieten wir gerne an, die vorhandene Infrastruktur unserer Unternehmen zur Verfügung zu stellen. So könnten in dem Fall, dass zeitnah große Mengen Impfstoff zur Verfügung stehen, unsere Betriebsärztinnen und -ärzte sowohl die bei uns Beschäftigten als auch deren Familienangehörige impfen.“

Die Unternehmen beschäftigen nach eigener Aussage knapp 33.000 Beschäftigte in der Metropolregion Nürnberg. „Wenn wir davon ausgehen, dass im Schnitt zusätzlich je ein weiteres Familienmitglied in unseren Unternehmen mitgeimpft wird, könnten so weitere knapp zwei Prozent der Einwohnenden der Metropolregion Nürnberg innerhalb kürzester Zeit Impfschutz erlangen – und das, ohne die öffentlichen Strukturen zu belasten“, heißt es in dem Brief weiter.

Skoda

Der Autobauer testet bereits jetzt wöchentlich Zehntausende Angestellte, vor allem über Antigen-Selbsttests am Arbeitsplatz.

Derzeit weitet der Autobauer die Kapazitäten aus, um seine Mitarbeiter entsprechend der Anordnungen der tschechischen Regierung regelmäßig und flächendeckend zu testen. Das Unternehmen hat außerdem bereits eigene Impfzentren eingerichtet, um die Belegschaft schnell und effektiv gegen Covid-19 impfen zu können.  "Sobald der Impfstoff verfügbar ist, legen wir los – schnell, flexibel und kostenfrei für alle Beschäftigten“, sagte Thomas Schäfer, Vorstandsvorsitzender von Skoda Auto in einer Mitteilung.

Seit 3. März hat die Belegschaft an allen drei tschechischen Standorten die Möglichkeit, sich dazu vorab online für die Impfung zu registrieren. Allein im Laufe der ersten Woche nahmen dieses Angebot bereits über 8.000 Angestellte wahr.

Das Unternehmen hat verschiedene Impfzentren vorbereitet. Zudem unterstützen die Teams, die bei Skoda für das Impfen zuständig sind, bereits Krankenhäuser und andere Einrichtungen rund um Mladá Boleslav. Sie tragen so laut Unternehmen dazu bei, Risikogruppen umfassend zu immunisieren. Darüber hinaus unterstützt der Automobilhersteller logistisch bei der Verteilung von Impfstoffen und bringt Personen, die zu den Risikogruppen zählen, in die jeweiligen Impfzentren. Zudem sind für den Transport von entsprechenden Ampullen Fahrzeuge der eigenen Carsharing-Dienste Uniqway und HoppyGo im Einsatz.

Südpack

Bereits vor rund einem halben Jahr hatte der Folienhersteller Südpack auf freiwilliger Basis eine Test-Infrastruktur mit eigener „Mini-Praxis“ und qualifizierten Fachkräften aufgebaut. Seit Dezember 2020 wurden die Kapazitäten nochmals erhöht, um jedem Mitarbeitenden einen wöchentlichen Test anbieten zu können. Jetzt wurde die Marke von 3.000 Tests überschritten, teilte das Unternehmen mit.

Der Test wird in einer eigens dafür eingerichteten „Minipraxis“ unter Einhaltung höchster Hygieneanforderungen durch zwei medizinische Fachangestellte durchgeführt, die extra für diese Aufgabe von Südpack eingestellt wurden. Bereits nach 15 Minuten liege das Testergebnis vor, so das Unternehmen.

Thyssenkrupp

Thyssenkrupp-Mitarbeiter sollen ab April kostenlose Antigen-Selbsttests erhalten. Ein Set mit jeweils fünf Antigen-Selbsttests wird den Mitarbeitenden nach einer Online-Bestellung nach Hause. Mehr zur Teststrategie beim Stahlkonzern lesen Sie hier.

Trumpf

Schon seit März 2020 bietet Trumpf seinen Mitarbeitern Coronatests an. Zusammen mit dem Betriebsarzt hat das Ditzinger Unternehmen dazu eine Infrastruktur aufgebaut, berichtet das ZDF-Morgenmagazin. Die Mitarbeiter freuen sich über die Test-Möglichkeit, sagt Betriebsarzt Thomas Brandt in dem Beitrag.

Zusammen mit einem externen Testanbieter hat Trumpf zudem die Kontaktnachverfolgung übernommen.

VW Sachsen startet Impf-Modelprojekt

Volkswagen

Volkswagen Sachsen hat am 30. März im Auftrag des Deutschen Roten Kreuz (DRK) Sachsen ein Modellprojekt gestartet, um eine klar definierte Risikogruppe in der Belegschaft sowie Mitarbeitende aus dem Vogtlandkreis (Hochinzidenzgebiet) zu impfen. Das heißt, es werden nur Mitarbeitende geimpft, die zur zweiten Priorisierungsgruppe gehören sowie Beschäftigte aus dem Vogtlandkreis. Dort dürfen wegen der hohen Inzidenz bereits alle Erwachsenen geimpft werden.

VW-Logistiker Udo Strewe erhält die erste Impfung von Werksärztin Dr. Nicole Walther im neuen Impfmobil in Zwickau.
VW-Logistiker Udo Strewe erhält die erste Impfung von Werksärztin Dr. Nicole Walther im neuen Impfmobil in Zwickau. – Bild: Volksagen AG

Es werde strikt nach der geltenden Priorisierung vorgegangen, betonte der Geschäftsführer Personal von VW Sachsen, Dirk Coers. „Es gibt keine Sonderkriterien.“

Volkswagen Sachsen ist damit eines der ersten Industrieunternehmen in Deutschland, das mit seinen eigenen Werkärzten Mitarbeiter gemäß Priorisierung des Bundes impft. Derzeit stehen 300 Dosen für die Erstimpfung bereit.

Gesamtbetriebsratschef Jens Rothe betonte, dass die Impfungen absolut freiwillig seien. Das Projekt helfe, die Impfzentren zu entlasten und die Impfkampagne zu beschleunigen. Volkswagen Sachsen beschäftigt in Zwickau nach eigenen Angaben rund 8.500 Menschen.

Geimpft wird in einem Gesundheitszentrum im Werk selbst und in einem Impfmobil, das künftig auch an den anderen Standorten Chemnitz, Dresden und St. Egidien (Landkreis Zwickau) unterwegs sein soll.

Ein weiterer Vorteil ist laut DRK-Sprecher Kai Kranich, dass VW sein medizinisches Personal und das Impfmobil auch außerhalb seines Werks für Einsätze in Westsachsen zur Verfügung stelle. Das Ganze sei angedockt ans Impfzentrum Zwickau.

Zimmer Group

Die Zimmer Group hat am 7. Juli die ersten 48 Mitarbeitenden am Rheinauer Standort geimpft. In enger Zusammenarbeit mit dem Betriebsarzt des Rheinauer Unternehmens wurde der erste von zwei Terminen zur Durchführung der Schutzimpfung erfolgreich im Betrieb umgesetzt, teilte das Unternehmen mit.

(Mit Material von Dpa)

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