VDW-Zahlen

Werkzeugmaschinenbau: Aufträge steigen um 15 %

Der Werkzeugmaschinenbau meldet im ersten Quartal 2026 ein Auftragsplus von 15 %. Doch Produktion, Exporte und Beschäftigung bleiben rückläufig, meldet der VDW.

Nach drei schwierigen Jahren zeigt sich im Werkzeugmaschinenbau ein erstes Aufatmen: Die Auftragseingänge stiegen im ersten Quartal 2026 um 15 Prozent.
Nach drei schwierigen Jahren zeigt sich im Werkzeugmaschinenbau ein erstes Aufatmen: Die Auftragseingänge stiegen im ersten Quartal 2026 um 15 Prozent.

Summary: Der VDW meldet für den Werkzeugmaschinenbau ein Auftragsplus von 15 % im ersten Quartal 2026. Inland und Ausland trugen nahezu gleichermaßen dazu bei, während Produktion, Exporte und Beschäftigung weiter sanken. Die Entwicklung gilt als erstes Erholungssignal, bleibt aber wegen schwacher Nachfrage, geopolitischer Unsicherheiten und geringer Investitionsbereitschaft fragil.

Warum der Werkzeugmaschinenbau vorsichtig aufatmet

Nach drei schwierigen Jahren zeigt sich im Werkzeugmaschinenbau ein erstes Aufatmen. Die Auftragseingänge stiegen im ersten Quartal 2026 um 15 %, wie der VDW in seiner Presseinformation mitteilt. Damit deutet sich eine Stabilisierung an, auch wenn die Branche weiter unter Druck steht.

Bernhard Geis, Leiter Wirtschaft und Statistik im VDW, ordnet die Entwicklung zurückhaltend ein: „Die Talsohle dürfte durchschritten sein – von einer deutlichen Trendwende sind wir aber noch entfernt. Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich die Erholung verstetigt“

Die Lage bleibt demnach schwierig. Produktion, Exporte und Beschäftigung sind weiterhin rückläufig. Hinzu kommen Unsicherheiten und höhere Kosten durch den Nahost-Konflikt, die nach Angaben des VDW die Investitionsbereitschaft bremsen.

Aufträge steigen im Inland und Ausland

Das Auftragsplus verteilt sich nahezu gleichmäßig auf Inland und Ausland. Im Inland stiegen die Bestellungen um 18 %, im Ausland um 14 %. Dennoch verweist der VDW darauf, dass die Zahlen nur eingeschränkt belastbar sind.

Ein Grund liegt im schwachen Ausgangsniveau, besonders im Inland. Zudem beeinflussen punktuelle Aufträge und Projektgeschäft die Entwicklung wesentlich. Eine breite Nachfrageerholung ist in dieser Stärke laut Mitteilung nicht erkennbar.

Stabilisierend wirken weiterhin das Servicegeschäft und Retrofitgeschäft. Gleichzeitig unterscheidet sich die Dynamik je nach Abnehmerbranche deutlich. Positiv entwickeln sich Luftfahrt, Verteidigung, Medizintechnik und Elektronik. Schwach bleiben dagegen Metallbearbeitung, Maschinenbau sowie insbesondere die Automobil- und Zulieferindustrie.

Wie stark Produktion und Exporte unter Druck stehen

Trotz steigender Auftragseingänge bleibt die operative Lage im Werkzeugmaschinenbau angespannt. Die Produktion sank im ersten Vierteljahr um 11 % auf 2,8 Mrd. EUR. Der Inlandsabsatz entwickelte sich mit einem Minus von 13 % schwächer als die Exporte, die um ein Zehntel nachgaben.

Regional zeigt sich ein sehr unterschiedliches Bild. Die USA behaupten sich mit einem Plus von 8 % als Wachstumstreiber. Europa gibt dagegen mit 11 % deutlich nach. Die Ausfuhren nach Asien sinken um 18 %, maßgeblich belastet durch den Einbruch der Exporte nach China um 32 %.

Vor dem Hintergrund des starken Preiswettbewerbs gewinnt das Prinzip „Local for Local“ für deutsche Hersteller mit eigener Produktion vor Ort weiter an Bedeutung. Indien entwickelt sich dynamisch und ist inzwischen zum drittgrößten Absatzmarkt aufgestiegen.

Importe spiegeln schwachen deutschen Markt

Auch die Importe zeigen die Schwäche des deutschen Marktes. Sie gingen in den ersten drei Monaten um 8 % zurück, schnitten damit jedoch etwas besser ab als der inländische Absatz. Insbesondere japanische Hersteller konnten ihre Verkäufe in Deutschland sogar steigern.

Der Inlandsverbrauch reduzierte sich insgesamt um 10 %. Damit bestätigt sich aus Sicht des VDW die anhaltende Investitionsschwäche in Deutschland.

Warum die Beschäftigung im Werkzeugmaschinenbau sinkt

Die Auslastung der Kapazitäten in den Unternehmen war weiter rückläufig. Zuletzt lag sie bei 73 Prozentpunkten. Die notwendigen Kapazitätsanpassungen zeigen sich inzwischen deutlich in der Beschäftigung.

Im März beschäftigte die Branche 60.600 Personen. Das waren knapp 9 % weniger als im Vorjahr. Damit erreicht die Marktschwäche auch den Arbeitsmarkt der Werkzeugmaschinenindustrie spürbar.

Geis fasst die Lage entsprechend vorsichtig zusammen: „Der Auftragsanstieg im ersten Quartal ist ein wichtiges Signal, aber noch keine Entwarnung. Für eine stabile Aufwärtsentwicklung braucht es wieder mehr Investitionsvertrauen – und verlässlichere wirtschaftliche Rahmenbedingungen.“

Werkzeugmaschinenbau bleibt Schlüsselbranche

Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie gehört laut VDW zu den fünf größten Fachzweigen im Maschinenbau. Sie liefert Produktionstechnologie für die Metallbearbeitung in alle Industriezweige und trägt maßgeblich zu Innovation und Produktivitätsfortschritt in der Industrie bei.

Durch ihre Schlüsselstellung für die industrielle Produktion gilt ihre Entwicklung als wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Dynamik der gesamten Industrie. 2025 produzierte die Branche mit durchschnittlich rund 64.500 Beschäftigten in Betrieben mit mehr als 50 Mitarbeitern Maschinen und Dienstleistungen im Wert von rund 13,8 Mrd. EUR.

Mit Material des VDW

FAQ: Werkzeugmaschinenbau im ersten Quartal 2026

• Warum meldet der Werkzeugmaschinenbau ein Auftragsplus? – Die Auftragseingänge stiegen im ersten Quartal 2026 um 15 %, getragen von Inland und Ausland.

• Wie entwickelt sich der Werkzeugmaschinenbau in Deutschland? – Der Inlandsabsatz sank um 13 %, der Inlandsverbrauch um 10 %, was die Investitionsschwäche bestätigt.

• Welche Branchen stützen den Werkzeugmaschinenbau? – Positiv entwickeln sich Luftfahrt, Verteidigung, Medizintechnik und Elektronik.

• Warum bleibt die Lage im Werkzeugmaschinenbau angespannt? – Produktion, Exporte, Auslastung und Beschäftigung sind weiter rückläufig.

• Was braucht der Werkzeugmaschinenbau für eine stabile Erholung? – Laut VDW braucht es mehr Investitionsvertrauen und verlässlichere wirtschaftliche Rahmenbedingungen.