Zwei Roboter schweißen in einer Produktionsstraße an einer Fahrzeugkarosserie.

Die Produktionsbänder laufen nach der Coronapause wieder. Die Orderbücher sind jedoch kaum gefüllt. - Bild: AdobeStock/salman2

| von Gabriel Pankow

Rund um die VDMA-Zentrale dürften Passanten ein deutliches Aufatmen gehört haben, nachdem die aktuellen Wirtschaftsdaten der Maschinenbau-Branche auf dem Tisch lagen. Denn der Auftragsrückgang im deutschen Maschinenbau hat sich im August verlangsamt.

Das Volumen der Bestellungen verringerte sich im Vergleich zum Vorjahresmonat bereinigt um Preiserhöhungen um 14 Prozent. Es sei der geringste Rückgang seit Beginn der Corona-Krise, erklärte der Branchenverband VDMA am Montag (5.10.) in Frankfurt. „Insgesamt festigt sich das Bild, dass das Schlimmste zwar hinter uns liegt, die Erholung jedoch Zeit braucht und weiterhin anfällig für Störungen ist“, erläuterte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers.

Auslandsorder unter Vorjahresniveau

Die Inlandsbestellungen sanken im August um 19 Prozent und die Aufträge aus dem Ausland gingen um 11 Prozent zurück. Im weniger schwankungsanfälligen Drei-Monats-Zeitraum Juni bis August verringerte sich der Auftragseingang 22 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Aus dem Inland kamen 15 Prozent weniger Bestellungen, die Auslandsorder blieben um 25 Prozent unter ihrem Vorjahresniveau.

Angesichts des Nachfrageeinbruchs in der Corona-Krise rechnete der Verband zuletzt mit einem Produktionsrückgang von 17 Prozent im Gesamtjahr. Die exportorientierte Branche wird auch durch eine zunehmende Abschottung internationaler Handelsmärkte sowie den Umbruch in der Automobilindustrie belastet.

Autoindustrie streicht tausende Stellen

Von der „Schlüsselindustrie“ ist häufig die Rede, wenn es um die deutsche Autobranche geht. Mehr als 800.000 Beschäftigte arbeiten hier, direkt und indirekt hängen geschätzt zwei Millionen Menschen von Wohl und Wehe des wichtigen Wirtschaftszweigs ab.

Zu dem ohnehin schwierigen Umbruch von der alten Verbrenner-Welt in die neue Zeit der Alternativantriebe und Vernetzung kommt jetzt die tiefe Absatzkrise wegen der Pandemie, bei der noch kein Ende absehbar ist. Dabei liefen schon vorher Sparpläne in etlichen Unternehmen. Wie die die aktuelle Lage aussieht, zeigt folgende Übersicht:

Branchenübersicht: So viele Mitarbeiter sind in Kurzarbeit

Ein gutes halbes Jahr nach Beginn der Corona-Krise ist fast ein Drittel der Arbeitnehmer in der deutschen Metallindustrie noch nicht zum regulären Arbeitsalltag zurückgekehrt. Nach Schätzung des Münchner ifo-Instituts waren im September nach wie vor 31 Prozent der Metall-Beschäftigten in Kurzarbeit.

Damit war die Branche Negativ-Spitzenreiter, gefolgt vom Maschinenbau mit 29 Prozent Kurzarbeitsanteil. Auch in Hotels und Gaststätten (26 Prozent) sowie der Autoindustrie (24 Prozent) ist nach wie vor etwa ein Viertel der Belegschaften unterbeschäftigt.

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