Neue Produktionsstätte und Partnerschaft

Hensoldt und Tytan starten Kooperation bei Drohnenabwehr

Ein neuer Standort in München, eine strategische Partnerschaft mit Hensoldt – das Dronen-Start-up Tytan setzt auf industrielle Skalierung und Systemintegration.

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Balázs Nagy (CEO und Mitbegründer Tytan), Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Hensoldt-CEO-Oliver Dörre bei der Unterschrift des MoU (v.l.).
Balázs Nagy (CEO und Mitbegründer Tytan), Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Hensoldt-CEO-Oliver Dörre bei der Unterschrift des MoU (v.l.).

Neuer Standort in München und Ausbau der Produktion

Das Münchner Dronen-Start-up Tytan Technologies hat am 26. Januar 2026 offiziell seinen neuen Firmensitz in München eröffnet. Der Standort umfasst neben Büroräumen auch Produktionsflächen, die laut Unternehmensangaben die Grundlage für eine industrielle Skalierung der eigenen Abfangdrohnen schaffen sollen. Bereits bis Jahresende plant Tytan eine Produktionskapazität von bis zu 3.000 Interceptor-Drohnen pro Monat.

Die Systeme des Unternehmens sind auf den Schutz des europäischen Luftraums ausgelegt und sollen kosteneffizient, skalierbar und autonom arbeiten. Dabei handelt es sich um kinetische Drohnenabwehrsysteme, die als Teil einer mehrschichtigen Luftverteidigungsarchitektur konzipiert sind. Entwicklung, Systemintegration, Qualitätsmanagement und Produktionsprozesse werden am neuen Standort gebündelt.

Zusammenarbeit mit Hensoldt im Bereich Counter-UAS

Im Rahmen der Standorteröffnung unterzeichneten Tytan und Hensoldt eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MoU) zur strategischen Zusammenarbeit im Bereich Counter-UAS-Systeme und Schutz kritischer Infrastruktur. Die Unterzeichnung erfolgte durch Balázs Nagy, CEO und Mitbegründer von Tytan, sowie Oliver Dörre, CEO von Hensoldt. Anwesend war auch der Bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder.

Konkret sieht die Vereinbarung vor, die Abfangdrohnen von Tytan mit der Sensorik und Systemkompetenz von Hensoldt sowie der Command & Control Software Elysion Mission Core zu kombinieren. Das Ziel: eine unmittelbar einsetzbare Lösung zur Abwehr unbemannter Bedrohungen aus der Luft – entwickelt und produziert in Bayern.

Technologische Integration und gemeinsame Initiativen

Im Mittelpunkt der Kooperation steht die technische Integration der Tytan-Plattform in Hensoldts bestehende Counter-UAS-Systeme. Darüber hinaus wollen beide Unternehmen gemeinsame Projekte zum Schutz kritischer Infrastruktur realisieren. Dies betrifft insbesondere Aktivitäten in Zusammenarbeit mit Bundes- und Landesbehörden.

Ein weiterer Schwerpunkt sind internationale Vorhaben, etwa zur Unterstützung der ukrainischen Luftverteidigung oder NATO-Operationen. Die Kooperation soll damit nicht nur nationale Sicherheitsstrukturen stärken, sondern auch auf europäischer Ebene relevante Beiträge leisten.

Unternehmensstimmen zur strategischen Partnerschaft

Oliver Dörre, CEO von Hensoldt, betont die Vorteile der Zusammenarbeit: „Die Zusammenarbeit von Hensoldt und Tytan ermöglicht es uns, Agilität, Innovationskraft, Systemintegrationskompetenz und Domänenkenntnis auf höchstem Niveau zu kombinieren. Auf diese Weise tragen wir wesentlich dazu bei, den Schutz vor den zunehmenden Bedrohungen durch Drohnen signifikant und schnell zu erhöhen.“

Auch Tytan-CEO Balázs Nagy unterstreicht die Bedeutung des Schulterschlusses: „Tytan und Hensoldt zeigen ihr unerschütterliches Engagement für den Schutz der Menschen und kritischer Infrastruktur in Europa vor unbemannten Bedrohungen – nicht in fünf Jahren, sondern schon heute. Mit Technologie, die sich im Einsatz bewährt hat und auf der nachgewiesenen Exzellenz beider Unternehmen in ihren jeweiligen Kompetenz-Bereichen basiert.“

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Standort Bayern mit politischer Rückendeckung

Ministerpräsident Markus Söder nutzte die Eröffnung des Standorts für eine politische Standortbestimmung. Er bezeichnete Bayern als „Top-Cluster für Drohnenabwehr, Defense-Tech und Start-ups“ und stellte die neue Partnerschaft als Modell für die Verbindung aus Innovationskraft und industrieller Umsetzung vor.

In seinem Statement sagte Söder: „Bayern ist Top-Cluster für Drohnenabwehr, Defense-Tech und Start-ups: Heute Einweihung der neuen Produktion des Drohnen-Start-ups Tytan mitten in München und Start einer Partnerschaft mit dem bayerischen Rüstungskonzern Hensoldt. Tytan wurde erst kürzlich an der TU München gegründet – jetzt kommen die Abfangdrohnen unter anderem in der Ukraine und für die Bundeswehr zum Einsatz. Die Sicherheit und Verteidigung ist weltweit herausgefordert wie nie. Wir müssen feindliche Drohnen erkennen und abschießen können. Nur wenn wir uns verteidigen, werden wir selbst nicht angegriffen.“

Zudem kündigte Söder weitere politische Initiativen an, darunter ein Bundeswehrgesetz, ein Rüstungsgesetz zur Förderung von Firmensiedlungen, weniger Bürokratie, mehr Zusammenarbeit mit Hochschulen und die Gründung eines Defense Lab in Erding.

Systeme unter realen Einsatzbedingungen getestet

Nach Angaben von Tytan wurden die Interceptor-Drohnen bereits erfolgreich unter realen Einsatzbedingungen, unter anderem in der Ukraine, erprobt. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse fließen laut Unternehmen direkt in die Weiterentwicklung der Systemarchitektur ein.

Die Drohnenplattformen sind interoperabel ausgelegt und sollen sich problemlos in bestehende militärische Strukturen integrieren lassen. Eine enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Streitkräften, darunter auch der Bundeswehr, ist bereits im Gange.

Fokus auf skalierbare Produktion und Systemintegration

Mit dem Ausbau des neuen Standorts in München will Tytan die Brücke von der Entwicklung zur Serienproduktion schlagen. Die Produktionseinrichtungen dienen dabei nicht nur der Fertigung, sondern auch als Zentrum für Systemintegration, Qualitätskontrolle und Skalierung.

Die Partnerschaft mit Hensoldt ergänzt dieses industrielle Wachstum durch erprobte Sensoriklösungen und Systemsoftware. Damit ergibt sich eine Gesamtlösung, die sowohl technologisch als auch organisatorisch für den Einsatz in sicherheitsrelevanten Bereichen ausgelegt ist.

Mit Material von Tytan, Hensoldt und der bayerischen Staatskanzlei

FAQ zur Kooperation von Hensoldt und Tytan

Was ist der Anlass der Partnerschaft? – Die Unterzeichnung eines MoU zur Zusammenarbeit im Bereich Counter-UAS-Systeme.

Welche Ziele verfolgt die Kooperation? – Schutz kritischer Infrastruktur, Integration von Drohnentechnologie und gemeinsame internationale Projekte.

Was bringt Tytan in die Partnerschaft ein? – Kinetische Abfangdrohnen, entwickelt für den Einsatz gegen unbemannte Bedrohungen.

Was ist der Beitrag von Hensoldt? – Sensorik, Systemintegration und die Command & Control Software Elysion Mission Core.

Wo befindet sich der neue Standort von Tytan? – In München; er umfasst Büro- und Produktionsflächen.

Wie hoch ist die geplante Produktionskapazität? – Bis zu 3.000 Interceptor-Drohnen pro Monat bis Ende 2026.

Wurden die Systeme bereits eingesetzt? – Ja, unter anderem in der Ukraine unter realen Einsatzbedingungen.

Welche Rolle spielt Bayern laut der Landesregierung? – Bayern sieht sich als führenden Standort für Defense-Tech und fördert Unternehmen gezielt.