Wachstumskurs

MTU steigert Umsatz und Free Cashflow

MTU hat im ersten Halbjahr 2026 Umsatz und Ergebnis gesteigert. Gleichzeitig erhöht der Triebwerkshersteller seine Prognose für den Free Cashflow.

Der Triebwerkshersteller MTU profitiert von hoher Nachfrage in ziviler Luftfahrt und Rüstungsindustrie.
Der Triebwerkshersteller MTU profitiert von hoher Nachfrage in ziviler Luftfahrt und Rüstungsindustrie.

Summary: MTU hat im ersten Halbjahr 2026 Umsatz, operatives Ergebnis und Free Cashflow gesteigert. Wachstumstreiber waren vor allem die zivile Instandhaltung sowie das Militärgeschäft. Der Triebwerkshersteller bestätigt seine Jahresziele und erhöht die Prognose für die Cash Conversion Rate.

Was zeichnet die Halbjahreszahlen von MTU aus?

MTU hat den bereinigten Umsatz im ersten Halbjahr 2026 um 13 % auf 4,7 Mrd. EUR gesteigert. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) erreichte 692 Mio. EUR und lag damit 5 % über dem Vorjahreswert. Der bereinigte Gewinn nach Steuern stieg ebenfalls um 5 % auf 502 Mio. EUR.

„Trotz der hoch volatilen Situation im Nahen Osten haben wir im ersten Halbjahr starke Ergebnisse erzielt“, sagte Vorstandsvorsitzender Dr. Johannes Bussmann. „Der Nahost-Konflikt hatte keine Auswirkungen auf unsere Geschäftszahlen. Vielmehr sehen wir sowohl im OEM- als auch im MRO-Geschäft eine anhaltend hohe Nachfrage und keinerlei strukturelle Änderungen oder Stornierungen von Aufträgen. Unser Wachstumskurs ist intakt und wird von unserem starken, ausgewogenen Triebwerksportfolio gestützt. Wir halten Kurs auf unsere Jahresziele 2026 und heben unsere Free-Cashflow-Prognose heute an.“

Wie aus der Mitteilung des Unternehmens hervorgeht, sank die bereinigte EBIT-Marge von 15,9 % auf 14,8 %.

Warum hebt MTU die Free-Cashflow-Prognose an?

Der Free Cashflow erhöhte sich im ersten Halbjahr um 39 % auf 294 Mio. EUR. Die Cash Conversion Rate erreichte 59 % und lag damit über den Erwartungen für das Gesamtjahr.

Finanzvorständin Katja Garcia Vila erklärte: „Unser Free Cashflow ist im ersten Halbjahr um 39 % auf 294 Mio. € gestiegen, die Cash Conversion Rate von 59 % lag klar über unseren Erwartungen für das Gesamtjahr. Vor diesem Hintergrund erwarten wir für 2026 jetzt eine Cash Conversion Rate von 50 bis 60 %.“

Bislang hatte MTU eine Cash Conversion Rate von 45 bis 55 % erwartet. Alle weiteren Prognosen bleiben unverändert. Für 2026 rechnet der Triebwerkshersteller weiterhin mit einem bereinigten Umsatz zwischen 9,2 Mrd. EUR und 9,7 Mrd. EUR sowie einem bereinigten EBIT zwischen 1,35 Mrd. EUR und 1,45 Mrd. EUR.

Welche Geschäftsbereiche treiben das Wachstum?

Den stärksten Umsatzanstieg verzeichnete die zivile Instandhaltung (MRO). Dort stieg der bereinigte Umsatz um 21 % auf 3,4 Mrd. EUR.

Garcia Vila sagte: „Auf Dollar-Basis erreichte der Umsatz der zivilen Instandhaltung ein Plus von 29 %.“

Zu den wichtigsten Wachstumstreibern gehörten die Getriebefan-Triebwerke. Darüber hinaus trugen das Leasing- und Asset-Management-Geschäft, der Industriegasturbinen-Bereich sowie die Programme CF6 und PW2000 zum Umsatzanstieg bei. Rund 46 % des MRO-Umsatzes entfielen auf die Getriebefan-MRO.

Auch das Militärgeschäft entwickelte sich positiv. Der Umsatz stieg um 15 % auf 298 Mio. EUR. Wichtige Beiträge kamen vom TP400-D6 für den Militärtransporter A400M sowie von den Programmen EJ200 und T408.

Bussmann erklärte: „Mit Blick auf ein europäisches Kampfflugzeug der nächsten Generation wollen wir unsere Kompetenzen und Erfahrungen auch in Zukunft weiter einbringen. Die MTU ist auf dem Gebiet der militärischen Antriebe ein unverzichtbarer Partner.“

Im zivilen Triebwerksgeschäft lag der Umsatz bei 1,1 Mrd. EUR. Nach Angaben des Unternehmens blieb das zivile Seriengeschäft auf US-Dollar-Basis organisch stabil.

„Hier ist der Produktmix weiter positiv, insbesondere im Hinblick auf Ersatz-Triebwerke“, ergänzte Garcia Vila.

Wie entwickelt sich der Auftragsbestand?

Ende Juni erreichte der Auftragsbestand 30,4 Mrd. EUR und lag damit 3 % über dem Stand zum Jahresende 2025.

„Rechnerisch entspricht das einer Produktionsauslastung von gut drei Jahren“, sagte Garcia Vila.

Bussmann ergänzte: „Auch die erfolgreiche Farnborough International Airshow, auf der wir letzte Woche Aufträge von rund 500 Mio. $ erzielt haben, unterstreicht die Zukunftsfähigkeit unseres über alle Segmente hinweg breiten, ausgewogenen Triebwerksportfolios.“

Die auf der Messe gewonnenen Aufträge sind laut MTU noch nicht im Auftragsbestand enthalten.

Wie entwickelten sich die Ergebnisse der Geschäftsbereiche?

In der zivilen Instandhaltung stieg das bereinigte EBIT um 13 % auf 271 Mio. EUR. Die EBIT-Marge lag bei 8,0 %.

„Die Margenentwicklung spiegelt den höheren Anteil der Getriebefan-MRO wieder, auch zeigen sich hier die Kosten im Zusammenhang mit dem Hochlauf unserer Standorte in Fort Worth und in Jinwan“, sagte Garcia Vila. „Demgegenüber standen ein günstiger Mix und ein starker Ergebnisbeitrag unseres Leasing- und Asset-Management-Geschäfts.“

Im OEM-Geschäft erreichte MTU ein bereinigtes EBIT von 421 Mio. EUR. Die EBIT-Marge verbesserte sich auf 31,2 %.

„Der Produktmix hatte einen positiven Einfluss auf die Profitabilität. Das zeigt sich in der erneuten Margen-Verbesserung gegenüber dem Vorjahreszeitraum“, sagte Garcia Vila.

Welche Investitionen plant MTU?

Im ersten Halbjahr investierte der Triebwerkshersteller 195 Mio. EUR in Forschung und Entwicklung. Im Fokus standen Leistungsverbesserungen der Getriebefan-Programme sowie Technologiestudien für zukünftige Antriebsgenerationen.

Bussmann sagte: „Unsere Aktivitäten bei der Fliegenden Brennstoffzelle wollen wir in einem Joint Venture mit Airbus bündeln. Wir bringen unsere bisherigen Entwicklungserfolge in die Kooperation ein und wollen gemeinsam das erste Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antriebssystem für die zivile Luftfahrt auf den Markt bringen.“

Darüber hinaus stiegen die Netto-Auszahlungen für Sachanlagen auf 173 Mio. EUR. Die Investitionen flossen insbesondere in den Ausbau der Produktionskapazitäten in Deutschland und in Fort Worth sowie in Ersatzbeschaffungen für den Maschinen- und Anlagenpark.

Zum Ende des ersten Halbjahres beschäftigte MTU 14.085 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Mit Material von MTU

FAQ zu MTU

• Wie entwickelte sich MTU im ersten Halbjahr 2026? – Umsatz, bereinigtes EBIT, Gewinn nach Steuern und Free Cashflow legten gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu.

• Warum erhöht MTU die Free-Cashflow-Prognose? – Wegen der im ersten Halbjahr erreichten Cash Conversion Rate von 59 % hebt der Triebwerkshersteller die Zielspanne auf 50 bis 60 % an.

• Welche Bereiche treiben das Wachstum von MTU? – Vor allem die zivile Instandhaltung sowie das Militärgeschäft verzeichneten deutliche Umsatzzuwächse.

• Wie hoch ist der Auftragsbestand von MTU? – Ende Juni 2026 lag der Auftragsbestand bei 30,4 Mrd. EUR.

• Welche Investitionen verfolgt MTU? – Der Triebwerkshersteller investiert in Forschung und Entwicklung, den Ausbau von Produktionskapazitäten sowie in ein geplantes Joint Venture mit Airbus zur Entwicklung eines Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antriebssystems.