Effizient, mannlos und in höchster Qualität fertigen
Bei der Getsch+Hiller Medizintechnik GmbH sind die Qualitätsansprüche an die Bearbeitungsmaschinen und das Zubehör extrem hoch. Daher spielen beim Tuttlinger Unternehmen Werkstück-Messtaster und Werkzeugtaster von Blum-Novotest in der Medizininstrumentenfertigung eine wichtige Rolle.
Theo DrechselTheoDrechsel
Laparoskopische Dissektion- und Fasszangen.Getsch+Hiller
Anzeige
Summary: Die Getsch+Hiller Medizintechnik GmbH in Tuttlingen setzt in ihrer Fräsfertigung auf BLUM-Taster für automatisierte Qualitätskontrolle und Prozessüberwachung. Zum Einsatz kommen Werkstück- und Werkzeugmesstaster in automatisierten Bearbeitungszentren, um Bruch, Verschleiß und Abweichungen früh zu erkennen. Ziel sind hohe Prozessstabilität, dokumentierte Qualität und bis zu 30 bis 35 Stunden mannlose Fertigung.
„Wir fertigen
Instrumente für die unterschiedlichsten Bereiche des Körpers und der Medizin,
darunter Scheren, Zangen, Bohrer und Biopsielöffel zur Entnahme von
Gewebeproben. Unsere Kunden erwarten höchste Qualität von uns, schließlich
arbeiten sie mit unseren Produkten am und im Menschen“, unterstreicht Wolfgang
Epple, Abteilungsleiter der Fräserei, als er durch die dicht stehenden
Bearbeitungszentren in der Fertigung führt. Die meisten der 21 Fräsmaschinen
sind Robodrill-Anlagen von Fanuc, dazu kommen einige Maschinen von Brother und
Haas. Darüber hinaus laufen bei Getsch+Hiller neun Langdrehmaschinen, die
meisten dieser Anlagen sind mit einer Automatisierung zum Be- und Entladen
ausgestattet.
Sie wollen mehr über den Deutschen Maschinenbau-Gipfel wissen? Klicken Sie hier!
Die Produkte,
die das Unternehmen herstellt, werden überwiegend im Kundenauftrag entwickelt
und gefertigt sowie über Großhändler vertrieben. Dabei taucht der Name
Getsch+Hiller oft nicht auf den Produkten auf. Viele Produkte sind sich sehr
ähnlich, weil verschiedene Kunden vergleichbare, aber eben nicht gleiche,
Instrumente in Tuttlingen fertigen lassen. Die Stückzahlen liegen zwischen
Einzelstücken und kleinen Serien, ein Kunde wird aber auch mit 200 Zangen pro
Woche beliefert.
Anzeige
Produkte entstehen im Dialog mit dem Kunden
Die Entstehung
neuer Produkte ist das Ergebnis eines fortlaufenden Dialogs zwischen den
internen Entwicklungen und den Ideen, Anregungen und Anforderungen der Kunden. „Unsere
hauseigenen Konstrukteure entwickeln auf Basis dieser Ideen Produkte oder
setzen Optimierungen des Kunden um. Sehr wichtig ist auch unsere CNC-Programmierung,
denn die effiziente Fertigung der Bauteile ist die Grundlage unseres Firmenerfolgs“,
betont Wolfgang Epple. „Unsere Montageabteilung setzt die Bauteile dann zu
hochpräzisen Instrumenten zusammen. In der Fertigung verarbeiten wir ganz
überwiegend Edelstahl, wobei manche Instrumente Griffe oder andere Bestandteile
aus Kunststoff oder Aluminium besitzen.“
Anzeige
Die
Herstellung von Produkten in erstklassiger Qualität stellt höchste Ansprüche an
die Fertigung von Getsch+Hiller. Die Teile werden nach dem Fräsen per Roboter
elektropoliert und danach teilweise schwarz beschichtet. Wenn dann noch die
geringste Verfärbung oder sonstige Oberflächenfehler im Mikrobereich zu
erkennen sind, lehnt der Kunde die gesamte Lieferung ab. Konstant niedrigste
Toleranzen und höchstmögliche Oberflächenqualitäten sind also schon in der
Fräsfertigung ein Muss, damit beim Polieren und Beschichten optimale Ergebnisse
entstehen können. Über zwei bis drei Jahre hinweg ist der Prozess optimiert
worden, jetzt wird in Tuttlingen stabil gefertigt.
„Gleichzeitig
müssen die Maschinen rund um die Uhr und am Wochenende laufen, damit die
erforderlichen Stückzahlen erreicht werden“, ergänzt Wolfgang Epple. „Deshalb
sind die Anlagen überwiegend mit einem Roboter ausgestattet, der Rohteile aus
einem Tablett-Magazin in die Maschine legt und Fertigteile wieder auf dem
Tablett in Halterungen ablegt.“ Viele Maschinen teilen sich einen Roboter und
ein Magazin mit 20 Tabletts.
Die Getsch+Hiller Medizintechnik GmbH setzt Messtechnik von Blum für die automatisierte Qualitätskontrolle und Prozessüberwachung in den Bearbeitungszentren ein.Blum
Die Produktion ist besonders anspruchsvoll
Unverzichtbar
für eine solche Fertigung, die möglichst langen mannlosen Betrieb,
unterbrechungsfreie Produktion und höchste Präzision erfordert, ist eine
automatisierte Qualitätskontrolle und Prozessüberwachung. Getsch+Hiller setzt
dabei in den Fanuc-Maschinen auf den Spindel-Messtaster TC52 von Blum und den
Werkzeug-Messtaster ZX-Speed IR, zudem sind in den Brother-Bearbeitungszentren
Werkzeug-Messtaster Z-Nano verbaut.
Anzeige
Die
Werkzeug-Messtaster werden vor allem zur Bruch- und Verschleißkontrolle
genutzt, wobei der ZX-Speed IR-Taster nicht nur in der vertikalen Z-Achse – wie
der kleinere Z-Nano – angetastet werden kann, sondern auch in der horizontalen
Achse. „Damit kann zum einen die Werkzeuglänge gemessen – und damit Bruch
erkannt – werden, indem der Taster axial von oben angefahren wird“, berichtet Erhard
Strobel, Vertriebstechniker bei Blum-Novotest. „Zum anderen lässt sich der
Durchmesser durch radiales Antasten von der Seite messen, beispielsweise um
Verschleiß zu erkennen.“
Die Bruchkontrolle ist sehr wichtig
Die Blum-Werkzeugtaster Z-Nano ermöglichen bei Getsch+Hiller eine blitzschnelle Werkzeuglängenmessung und Bruchkontrolle.Blum
Die
Bruchkontrolle ist sehr wichtig, die Werkzeuge werden nach jedem
Bearbeitungsschritt gemessen. So wird verhindert, dass das nächste Werkzeug in
ein wegen eines Werkzeugbruchs nicht fertig bearbeitetes Werkstück hineinfährt
und ebenfalls kaputtgeht. Nach einem Werkzeugbruch wird das defekte Werkstück
ausgeschleust und – wenn möglich – das nächste Teil mit einem Schwesterwerkzeug
bearbeitet. Steht kein Ersatz in der Maschine zur Verfügung, hält die
Bearbeitung an und der Bediener wird informiert.
Die
TC52-Taster werden hauptsächlich während der Bearbeitung eingesetzt. So ist an
den Zangen für die Kunden die Breite der Zange mit sehr engen Toleranzen
versehen, weil das nachfolgende manuelle Oberflächenschleifen von einem Roboter
ausgeführt wird. „Um gleichbleibende Ergebnisse zu erhalten, ist hier hohe
Maßhaltigkeit gefordert“, erläutert Wolfgang Epple. „Indem die erste
bearbeitete Seite gemessen und das Koordinatensystem der Bearbeitung
entsprechend an die Messung angepasst wird, lässt sich die Abweichung zwischen
den Zangen einer Serie bis unter zwei Hundertstelmillimeter drücken.
Anzeige
Drehachsen vermessen und anlysieren
Getsch+Hiller fertigt beispielsweise Werkzeuge für die Spinal-Endoskopie. Hierbei wird im Bereich der Wirbelsäule operiert.Blum
Neben den
typischen Messaufgaben während der Bearbeitung, beispielsweise der
Nullpunkterfassung des Rohteils, werden die TC52-Messtaster auch mit der Blum-Software
KinematicsPerfect verwendet. Die Software ermöglicht es, bei 4- und
5-Achs-Werkzeugmachinen die Drehachsen zu vermessen und zu analysieren.
Mithilfe von Messungen an einer Kalibrierkugel erkennt die Software die
Ausricht- und Positioniergenauigkeit der Achsen sowie mechanische
Formabweichungen und eventuelle Lagerschäden. Maschinenprobleme durch
fehlerhafte Maschineneinstellungen, Kollisionen oder Verschleiß lassen sich auf
Basis der Messungen schnell und zuverlässig erkennen. Dabei werden unter Zuhilfenahme
der mitgelieferten Messzyklen zuvor definierte Punkte unter unterschiedlichen
Antastrichtungen angefahren und die Abweichung im Raum berechnet. Anhand der
Werte können die Kinematik-Parametertabellen automatisch aktualisiert werden,
wodurch der bei Schwenkbewegungen entstehende Fehler im Raum kompensiert wird.
Solche Messungen werden typischerweise bei Inbetriebnahme, im Servicefall oder
in der Serienfertigung als durchgehende Überprüfung des Maschinenzustandes
vorgenommen.
„Wir wollen
vor allem mehr Konstanz in unsere Fertigungsabläufe bringen und bei
Abweichungen erkennen, ob Maschine oder Werkzeuge verantwortlich sind. So
lassen sich viele Probleme und Zeitverluste vermeiden“, erklärt Wolfgang Epple.
„Zudem werden Messprotokolle direkt in der Maschine erstellt, sodass alle
Messungen dokumentiert und nachvollziehbar sind. Unser Ziel ist es, 30 bis 35
Stunden mannlos fertigen zu können – ohne Abweichungen zwischen den Teilen.“
Anzeige
Eindrucksvoll sind die hohen Anfahrgeschwindigkeiten
Besonders
beeindruckt ist man bei Getsch+Hiller übrigens von den maximal möglichen
Anfahrgeschwindigkeiten, die Blum erlaubt – zumal sie halsbrecherisch aussehen.
Aber mit den Blum-Tastern ist die Bruchkontrolle auf den Brother- und
Fanuc-Anlagen wesentlich schneller – bis zu 2 m/min sind möglich –, was sich
wiederum in der Taktzeit real auszahlt.
Aktuell sind
zwölf Maschinen in Tuttlingen automatisiert und die Spezialisten von
Getsch+Hiller arbeiten daran, auch den Rest mit Robotern auszustatten. „Mein
Ziel ist es, am Sonntagmorgen schnell in die Firma zu gehen, die Magazine
aufzufüllen und mit einigen wenigen Messungen die Qualität zu kontrollieren,
denn ich will schnell fertigwerden. Genau das bieten mir die Messsysteme von Blum“,
fasst Wolfgang Epple zusammen. „Die Firma profitiert von zuverlässigen,
automatisierten Prozessen mit höchster Qualität – schließlich ist in unserer
Branche der Kunde König, und wenn wir ihm nicht die gewünschte Qualität
liefern, sucht er sich einen neuen Lieferanten. Blum bringt uns hier
Sicherheit, dass wir gleichzeitig effizient und in höchster Qualität fertigen
können.“