TÜV Nord Group im Geschäftsjahr 2025

TÜV Nord Group steigert Umsatz auf 1,795 Milliarden Euro

Die TÜV Nord Group legt 2025 bei Umsatz und EBIT zu, baut internationale Aktivitäten aus und richtet Investitionen auf KRITIS, Cybersecurity und Resilienz.

TÜV Nord stärkt den Schutz von kritischer Infrastruktur zum Beispiel durch physische Prüfungen von Rechenzentren.

Summary: Die TÜV Nord Group hat auf der Jahrespressekonferenz in Hannover für das Geschäftsjahr 2025 steigende Erlöse, ein höheres EBIT und mehr Mitarbeitende gemeldet. Wachstumstreiber sind das Auslandsgeschäft, Effizienzprogramme, Digitalisierung und gezielte Investitionen in KRITIS, Cybersecurity und Rechenzentren. Belastend wirken die Wirtschaftslage in Deutschland und steigende Kosten, während Defense- und Resilienzthemen an Bedeutung gewinnen.

Die TÜV Nord Group hat das Geschäftsjahr 2025 mit Wachstum bei Umsatz und Ergebnis abgeschlossen. Der Konzern steigerte den Umsatz auf 1,795 Milliarden Euro nach 1,694 Milliarden Euro im Vorjahr. 

Das EBIT erhöhte sich gegenüber 2024 um fünf Millionen Euro auf 94,8 Millionen Euro. Die EBIT-Rendite lag wie im Vorjahr bei 5,3 Prozent. Während die Geschäftsentwicklung im Ausland stabil verlief und sowohl Umsatzwachstum als auch Rendite auf hohem Niveau lagen, blieb das Inlandsgeschäft unter Druck. Die Inlandsrendite wurde nach Unternehmensangaben durch die angespannte Wirtschaftslage in Deutschland und steigende Kosten belastet.

TÜV Nord Group investiert in KRITIS und Cybersecurity

Finanzvorstand Jürgen Himmelsbach ordnete die Lage so ein: „Besonders international erleben wir eine dynamische Entwicklung, von der das gesamte Unternehmen profitiert. Ein Ausgleich der Kostensteigerungen im Inland ist nur begrenzt möglich, da oftmals gesetzliche Gebührenvorgaben bestehen und Kunden ihrerseits selbst unter wirtschaftlichem Druck stehen. Zur Kompensation dieses bereits seit mehreren Jahren rezessiven Marktumfeldes haben wir interne Effizienzprogramme aufgelegt, um Ausgaben noch weiter zu reduzieren. Gleichzeitig beschleunigen wir digitale Prozesse, den Einsatz Künstlicher Intelligenz und investieren gezielt in Bereiche, in denen Sicherheit und gesellschaftliche Verantwortung zusammenkommen, wie zum Beispiel KRITIS und Cybersecurity.“ Mit dieser Stoßrichtung verbindet die TÜV Nord Group operative Gegenmaßnahmen mit einem strategischen Umbau. Digitalisierung, interne Effizienzprogramme und gezielte Investitionen sollen die Transformation zu einer flexiblen und resilienten Organisation beschleunigen.

Strukturen an sicherheitsrelevante
Anforderungen anpassen

Geopolitische Spannungen, hybride Bedrohungen und technologische Umbrüche wie Künstliche Intelligenz verändern aus Sicht des Unternehmens die Anforderungen an Wirtschaft und Gesellschaft grundlegend. Vorstandsvorsitzender Dirk Stenkamp sagte dazu: „Diese neue Realität stellt auch die TÜV Nord Group vor erweiterte Aufgaben, die wir tatkräftig angehen.“ Zugleich betonte er: „Unternehmen müssen ihre Strukturen an sicherheitsrelevante Anforderungen anpassen. Mit unserer technischen Expertise stärken unsere Expertinnen und Experten bereits heute weltweit die Sicherheit und Resilienz zentraler Infrastrukturen und industrieller Systeme.“

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Es entsteht konkreter Handlungsdruck für Unternehmen

Konkreter Handlungsdruck entsteht aus regulatorischen und sicherheitsrelevanten Entwicklungen. Mit der europäischen NIS2-Richtlinie unterliegen rund 30.000 Unternehmen in Deutschland erweiterten Berichtspflichten. Parallel schafft das vor wenigen Wochen in Kraft getretene KRITIS-Dachgesetz einen neuen Rahmen für den Schutz kritischer Infrastrukturen. Besonders betroffen sind Energie- und Wasserversorgung, IT- und Kommunikationsnetze, Logistik und Verkehr sowie Industrieanlagen und Rechenzentren.

Schutz kritischer Infrastrukturen rückt in den Vordergrund

Forsa-Umfrage zu Prüforganisationen

57 Prozent der Befragten heben darin die zentrale Rolle unabhängiger Prüf- und Zertifizierungsorganisationen bei der Überwachung und Bewertung von Sicherheitsmaßnahmen für den Schutz kritischer Infrastrukturen hervor. Die bundesweite Befragung mit 1.005 Teilnehmenden wurde vom 20. bis 27. März 2026 durchgeführt. Den Angaben zufolge verbinden die Befragten mit TÜV Nord Objektivität und die Fähigkeit, Schwachstellen frühzeitig zu identifizieren. Unabhängigen Prüforganisationen wird damit eine bedeutende Funktion bei der Sicherstellung und Einhaltung von Standards in kritischen Infrastrukturen zugeschrieben.

Wie stark der Schutz kritischer Infrastrukturen in den Vordergrund rückt, unterstrich Stenkamp mit einem konkreten Beispiel: „Der Stromausfall zum Jahreswechsel in Berlin nach einer gezielten Attacke hat gezeigt, wie verwundbar kritische Infrastrukturen sind. Solche Vorfälle unterstreichen, dass es dringend geboten ist, Sicherheitsmaßnahmen kontinuierlich zu überprüfen und Systeme unter Beachtung des Datenschutzes widerstandsfähiger zu machen. Mit unserer breiten technischen Expertise werden Risiken frühzeitig erkannt und die Resilienz zentraler Infrastrukturen nachhaltig gestärkt, z. B. in Rechenzentren, bei Energieversorgern oder in Krankenhäusern. Diese Aufgaben werden zunehmend zu Schwerpunkten unserer Tätigkeiten in den kommenden Jahren.“

Internationale Geschäfte und Investitionen stärken das Profil

Ein zentraler Wachstumstreiber bleibt das Auslandsgeschäft. Himmelsbach hob in diesem Zusammenhang die Akquisition der weltweit tätigen EPI-Gesellschaften mit Hauptsitz in Singapur hervor. Damit etabliert sich die TÜV Nord Group als ein internationaler Marktführer für Audit-, Zertifizierungs- und Schulungsdienstleistungen für Rechenzentren. Auch personell hat der Konzern im Berichtsjahr zugelegt. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 beschäftigte die TÜV Nord Group weltweit 15.781 Mitarbeitende. Das entspricht einem Anstieg um 344 gegenüber dem Vorjahr, davon 127 im Inland. Himmelsbach erläuterte: „Gerade in einem herausfordernden Umfeld ist dieses Wachstum für uns alles andere als selbstverständlich.“ Zudem erklärte er: „Dies zeigt, welches Vertrauen uns entgegengebracht wird und wie stark unser hoher Qualitätsanspruch wirkt.“

Welche Felder gewinnen 2026 an Gewicht?

Alle Business Units treiben nach Unternehmensangaben Innovations- und Digitalisierungsprojekte voran, um neue, insbesondere KI-basierte Dienstleistungen aufzubauen. Dafür werden weiterhin qualifizierte und motivierte Mitarbeitende aus vielen Kompetenzfeldern benötigt. Für das laufende Jahr erwartet die TÜV Nord Group eine anhaltend rege Nachfrage nach unabhängigen Prüf- und Sicherheitsleistungen. Besonders genannt werden die Wachstumsbereiche Defense und Resilienz. Mit Blick auf die anhaltenden globalen Spannungen und Konflikte verwies Stenkamp darauf, dass die TÜV-Unternehmen bereits heute in sicherheits- und resilienzrelevanten Feldern aktiv sind. Für TÜV Nord bedeutet das beispielhaft:

  • Prüfung und Zertifizierung von Drohnen, 
  • Audits in Zulieferunternehmen der Verteidigungsindustrie sowie
  • Bewertung der militärischen Belastbarkeit von Straßen, Brücken und Schienen. 

Mit Kerndienstleistungen wie Materialprüfung und Zertifizierung und ihrer internationalen Aufstellung seien Prüfunternehmen wie TÜV Nord grundsätzlich in der Lage, die zunehmend großvolumigen und komplexen Beschaffungsprozesse im Militärsektor wirksam zu entlasten und zu beschleunigen. Zudem übernimmt Dirk Stenkamp im Juni 2026 den Vorsitz des TÜV-Verbandes in Berlin. Den übergeordneten Anspruch formulierte Stenkamp so: „Sicherheit ist die Voraussetzung für wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, staatliche Handlungsfähigkeit und gesellschaftliche Stabilität. Unser Anspruch ist es, diese Sicherheit messbar, prüfbar und belastbar zu machen, als unabhängiger Partner von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft.“

Quelle: TÜV Nord Group

FAQ zur TÜV Nord Group

1. Wie entwickelte sich der Umsatz der TÜV Nord Group 2025? 

Die TÜV Nord Group steigerte den Umsatz im Geschäftsjahr 2025 auf 1,795 Milliarden Euro nach 1,694 Milliarden Euro im Vorjahr.

2. Wie hoch war das EBIT der TÜV Nord Group 2025?

Das EBIT der TÜV Nord Group stieg gegenüber 2024 um fünf Millionen Euro auf 94,8 Millionen Euro, die EBIT-Rendite lag bei 5,3 Prozent.

3. Warum setzt die TÜV Nord Group auf KRITIS und Cybersecurity? 

Die TÜV Nord Group reagiert damit auf verschärfte Sicherheitsanforderungen, neue regulatorische Vorgaben und steigenden Bedarf an Resilienz in kritischen Infrastrukturen.

4. Welche Rolle spielt das Auslandsgeschäft für die TÜV Nord Group? 

Das Auslandsgeschäft verläuft stabil, liefert Wachstum auf hohem Niveau und wurde 2025 unter anderem durch die Akquisition der EPI-Gesellschaften gestärkt.

5. Wie entwickelte sich die Zahl der Mitarbeitenden bei der TÜV Nord Group? 

Die TÜV Nord Group beschäftigte zum 31. Dezember 2025 weltweit 15.781 Mitarbeitende und lag damit um 344 über dem Vorjahr.

6. Welche Investitionen treibt die TÜV Nord Group voran?

Die TÜV Nord Group investiert gezielt in KRITIS, Cybersecurity, digitale Prozesse, den Einsatz künstlicher Intelligenz und in internationale Wachstumsfelder wie Rechenzentren.

7. Welche Bedeutung hat Resilienz für die TÜV Nord Group?

Resilienz zählt für die TÜV Nord Group zu den zentralen Wachstums- und Aufgabenfeldern, etwa beim Schutz kritischer Infrastrukturen, industrieller Systeme und sicherheitsrelevanter Bereiche.