Der Nvidia-Umsatz ist im KI-Boom erneut deutlich gestiegen. Der Chipkonzern übertrifft Erwartungen, warnt aber zugleich vor Engpässen bei kommenden KI-Halbleitern.
Der Chipkonzern Nvidia legt im KI-Boom um 85 % zu und erhöht Dividende sowie Aktienrückkäufe.gguy - stock.adobe.com
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Summary: Nvidia hat in Santa Clara im vergangenen Quartal den Umsatz um 85 % auf 81,6 Milliarden USD gesteigert. Das Unternehmen profitierte vom KI-Boom, hoher Nachfrage nach Rechenzentrumsprodukten und Bewertungsgewinnen. Zugleich steigen Dividende und Aktienrückkäufe, während Engpässe bei neuen KI-Chips absehbar bleiben.
Nvidia wächst im KI-Boom weiter mit hohem Tempo. Wie aus der Meldung hervorgeht, stieg der Umsatz des Chipkonzerns im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um 85 % auf 81,6 Milliarden USD beziehungsweise 70 Milliarden EUR. Damit lag das Wachstum über dem Niveau des vorherigen Vierteljahres.
Auch beim Ergebnis legte der Konzern deutlich zu. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn erhöhte sich um fast 150 % auf 53,5 Milliarden USD. Unter dem Strich verdiente Nvidia 58,3 Milliarden USD, nach knapp 18,8 Milliarden USD im Vorjahresquartal. Dabei profitierte das Unternehmen auch von Bewertungsgewinnen bei Beteiligungen.
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Nvidia übertrifft erneut die Erwartungen
Mit den Zahlen übertraf Nvidia einmal mehr die Erwartungen der Experten. Für das laufende Quartal stellt der Konzern einen Umsatz von rund 91 Milliarden USD in Aussicht. Dieser Wert liegt über der durchschnittlichen Prognose von Analysten.
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An der Börse reichte das allerdings nicht für weitere deutliche Kursgewinne. Die Aktie, die in den vergangenen Wochen stark gestiegen war, gab im nachbörslichen Handel leicht nach. Hintergrund ist, dass Nvidia die Kapitalmärkte in den vergangenen Jahren daran gewöhnt hatte, Erwartungen deutlich zu übertreffen.
Warum Nvidia-Chips weiter knapp bleiben
Nvidia-Chef Jensen Huang betonte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, dass die Nachfrage nach Nvidia-Chips ungebrochen stark sei. Besonders bei der nächsten Generation der KI-Halbleiter mit dem Namen Vera Rubin rechnet der Konzern offenbar mit anhaltenden Engpässen.
Erste Systeme dieser Generation sollen im zweiten Halbjahr an Kunden ausgeliefert werden. Für die Industrie bleibt damit die Verfügbarkeit leistungsfähiger KI-Hardware ein entscheidender Faktor, insbesondere für Rechenzentren und Anwendungen, die hohe Rechenleistung benötigen.
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Neue Erlöse mit Robotik und Hauptprozessoren
Nvidia blickt zudem über das bisherige Kerngeschäft hinaus. Huang sagte, dass der Konzern künftig auch mehr Geschäft mit Technologie für Roboter machen werde. Traditionell lag die Stärke von Nvidia bei Grafikkarten, auf deren Basis auch die KI-Chips entstanden.
Für dieses Jahr plant Nvidia außerdem mit Erlösen von 20 Milliarden USD bei Hauptprozessoren. Damit erweitert der Konzern sein Geschäftsfeld über die bekannten Grafik- und KI-Chips hinaus.
Nvidia gilt mit seinen Produkten für Rechenzentren als zentraler Motor des KI-Booms und profitiert besonders stark von der hohen Nachfrage. Der Börsenwert des Unternehmens ist in den vergangenen fünf Jahren um mehr als das 15-Fache auf 5,6 Billionen USD gestiegen.
Damit ist Nvidia derzeit das wertvollste Unternehmen der Welt. Auf dem zweiten Platz folgt die Google-Mutter Alphabet mit einem Börsenwert von 4,7 Billionen USD.
Unklar bleibt weiterhin, wie sich das Geschäft von Nvidia in China entwickelt. Die US-Regierung erlaubt zwar wieder den Verkauf einiger Nvidia-Chipsysteme in das Land, verlangt dafür jedoch eine Gebühr von 25 %.
Offen ist allerdings, ob die Regierung in Peking den Unternehmen im Land den Kauf dieser Chips erlaubt. Für Nvidia bleibt China damit ein wichtiger, aber politisch unsicherer Faktor.
Dividende und Aktienrückkäufe werden ausgeweitet
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Dank der hohen Gewinne erhöht Nvidia die Quartalsdividende deutlich. Statt bisher einem Cent sollen künftig 25 Cent je Aktie ausgeschüttet werden. Insgesamt will das Unternehmen damit jedes Vierteljahr rund sechs Milliarden USD direkt an die Aktionäre weitergeben.
Zusätzlich erweiterte der Nvidia-Verwaltungsrat den Spielraum für weitere Aktienrückkäufe um 80 Milliarden USD auf fast 120 Milliarden USD. Damit verbindet Nvidia starkes operatives Wachstum mit einer deutlich ausgeweiteten Kapitalrückgabe.
Mit Material von dpa.
FAQ zum Nvidia-Umsatz
• Wie stark ist der Nvidia-Umsatz gestiegen? – Der Nvidia-Umsatz stieg im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um 85 % auf 81,6 Milliarden USD.
• Warum wächst der Nvidia-Umsatz so stark? – Der Nvidia-Umsatz profitiert vor allem vom KI-Boom und der hohen Nachfrage nach Chips für Rechenzentren.
• Welche Rolle spielen KI-Chips für den Nvidia-Umsatz? – KI-Chips sind ein zentraler Wachstumstreiber, zugleich erwartet Nvidia bei der kommenden Vera-Rubin-Generation Engpässe.
• Was bedeutet der Nvidia-Umsatz für die Aktionäre? – Nvidia erhöht die Quartalsdividende auf 25 Cent und weitet den Spielraum für Aktienrückkäufe auf fast 120 Milliarden USD aus.
• Welche Unsicherheit betrifft den Nvidia-Umsatz in China? – Offen ist, ob Unternehmen in China bestimmte Nvidia-Chips trotz US-Erlaubnis und 25-%-Gebühr tatsächlich kaufen dürfen.