Kugellagerfertigung in Nürnberg

GMN investiert 28 Mio EUR

GMN investiert 28 Mio. EUR in die Kugellagerfertigung am Stammsitz Nürnberg. Die neue Halle soll Präzision, Automation und Energieeffizienz verbinden.

Dr. Andrea Heilmaier, Wirtschaftsreferentin der Stadt Nürnberg, und Michael Lösch, geschäftsführender Gesellschafter GMN, stoßen beim Spatenstich auf gutes Gelingen an.

Summary: GMN Paul Müller Industrie GmbH & Co. KG hat am 18. Mai 2026 in Nürnberg den Bau einer neuen Produktionshalle gestartet. Das Unternehmen investiert rund 28 Mio. EUR in die Hochpräzisions-Kugellagerfertigung. Die Halle soll Ende 2027 fertig sein, den Standort stärken und mit Automation, Geothermie sowie Photovoltaik effizienter produzieren.

Warum GMN in neue Kugellagerfertigung investiert

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Mit einem festlichen Spatenstich hat die GMN Paul Müller Industrie GmbH & Co. KG am 18. Mai 2026 den Bau einer neuen Produktionshalle für Hochpräzisions-Kugellager in Nürnberg eingeleitet. Wie das Unternehmen mitteilt, beläuft sich das Investitionsvolumen auf rund 28 Mio. EUR. Es ist die größte Einzelinvestition von GMN in den vergangenen 30 Jahren.

Der Neubau entsteht am Stammsitz an der Äußeren Bayreuther Straße. Das bisherige Produktionsgebäude stammt aus dem Jahr 1932. Nach fast einem Jahrhundert soll die neue Halle die Grundlage für die künftige Kugellagerfertigung am Nürnberger Standort schaffen.

GMN wertet das Projekt als klares Bekenntnis zum Industriestandort Nürnberg. Das Familienunternehmen entwickelt und produziert ausschließlich am Unternehmenssitz und beschäftigt rund 470 Mitarbeiter.

Neue Produktionshalle entsteht auf 8.650 Quadratmetern

Auf einer Bruttogeschossfläche von rund 8.650 Quadratmetern entsteht ein Spezialgebäude, das auf die Herstellung hochgenauer GMN-Hochpräzisionskugellager ausgelegt ist. Bei voller Auslastung sollen dort rund 85 Mitarbeitende tätig sein.

Eine technische Besonderheit ist die schwingungsentkoppelte Bauweise. Die Bodenplatte des Feinmessraums wird vom übrigen Gebäude getrennt. Dadurch sollen Erschütterungen aus der nahegelegenen Bahnlinie und aus anderen Produktionsbereichen ferngehalten werden.

Diese Auslegung ist zentral für die Fertigung hochpräziser Komponenten. Laut Mitteilung lassen sich Fertigungstoleranzen im Submikrometer- oder Nanometerbereich nur unter entsprechend stabilen Bedingungen beherrschen. Temperatur und Luftfeuchtigkeit werden daher in engen Grenzen geregelt.

Wie Automation die Kugellagerfertigung unterstützen soll

Die neue Produktion setzt laut GMN konsequent auf Automation und effiziente interne Logistik. Dazu gehören auch autonome Transportsysteme. Damit richtet das Unternehmen die Fertigung auf präzise Abläufe und eine moderne Materialbewegung innerhalb der Halle aus.

Der Neubau ist damit nicht nur Ersatz für ein historisches Produktionsgebäude, sondern auch ein Schritt in Richtung technologisch weiterentwickelter Fertigungsstrukturen. Die Anforderungen ergeben sich aus der Herstellung hochgenauer Kugellager, bei denen Prozessstabilität und Messgenauigkeit eine zentrale Rolle spielen.

Wie GMN Energieeffizienz und Klimaneutralität verbindet

Das neue Gebäude soll voraussichtlich 15 bis 20 % weniger Energie benötigen als der Altbau. Prozesswärme und Prozesskälte liefert Geothermie. Zusätzlich soll eine Photovoltaikanlage mit rund 430 kWp und ein Akkuspeicher mit 200 kW die Stromversorgung stützen.

Auf fossile Brennstoffe will GMN verzichten. Neben Geothermie plant das Unternehmen den Einsatz klimaneutral zertifizierter Fernwärme des städtischen Energieversorgers N-ERGIE. Damit erfüllt das Gebäude laut Mitteilung die Anforderungen an nachhaltige Gebäude hinsichtlich Energieeffizienz und ökologischer Nachhaltigkeit nach dem Standard NH 40 im KfW-Programm 299.

Die Fertigstellung ist für Ende 2027 vorgesehen. Der Umzug in die neue Produktionshalle soll im ersten Quartal 2028 erfolgen.

Was der Spatenstich für den Standort Nürnberg bedeutet

Michael Lösch, geschäftsführender Gesellschafter von GMN, bezeichnete den Baustart als besonderen Moment für das Unternehmen: „Der Spatenstich ist ein historischer Tag für den ‚Kugelmüller‘“, betonte er in Anspielung auf die historische Bezeichnung und das Ursprungsprodukt des Unternehmens.

Lösch verwies zugleich auf die Planungsphase und die wirtschaftliche Signalwirkung der Investition: „Er ist der Höhepunkt von drei Jahren Planung unter Leitung von Dr. Edgar Verlemann. Wir sind mutig und glauben an die Zukunft – und das auch in Zeiten, die nicht supersexy sind. 28 Millionen Euro sind ein starkes Signal an den Industriestandort Nürnberg, an unsere Mitbewerber und an das gesamte GMN-Team, das diesen Schritt möglich gemacht hat.“

Auch die Stadt Nürnberg würdigte das Vorhaben. Dr. Andrea Heilmaier, Wirtschaftsreferentin der Stadt Nürnberg, erklärte: „Dieser Spatenstich ist ein Termin ganz nach dem Geschmack einer Wirtschaftsreferentin. GMN ist seit 120 Jahren Teil der Industriegeschichte Nürnbergs. Unsere Stadt ist Industriestadt und soll es auch bleiben. Die Zeiten sind nicht rosig – umso beachtenswerter ist eine Investition dieser Größenordnung. GMN sehe ich mit zukunftsträchtigen Geschäftsfeldern, Mut und Standorttreue hervorragend aufgestellt.“

GMN produziert ausschließlich in Nürnberg

GMN Paul Müller Industrie GmbH & Co. KG wurde 1908 gegründet und wird heute in vierter Generation als Familienunternehmen geführt. Das Unternehmen entwickelt und produziert Hochpräzisionskugellager und -systeme, Maschinenspindeln, elektrische Antriebe, Klemmkörperfreiläufe sowie berührungslose Dichtungen.

Die Exportquote liegt bei rund 45 %. GMN liefert seine Produkte an Abnehmer weltweit. Zu den wichtigen Branchen zählen Maschinenbau, Modell- und Fahrzeugbau sowie Luft- und Raumfahrttechnik. Vertrieb und Service erfolgen über ein weltweites Netz von Vertretungen und Niederlassungen.

Quelle: Grundlage dieses Beitrags ist eine Pressemitteilung von GMN Paul Müller Industrie GmbH & Co. KG.

FAQ: Kugellagerfertigung bei GMN

  • Warum investiert GMN in die Kugellagerfertigung? – GMN investiert rund 28 Mio. EUR, um die künftige Hochpräzisions-Kugellagerfertigung am Stammsitz Nürnberg abzusichern.
  • Wo entsteht die neue Kugellagerfertigung von GMN? – Die neue Produktionshalle entsteht am Unternehmenssitz an der Äußeren Bayreuther Straße in Nürnberg.
  • Wann soll die Kugellagerfertigung in der neuen Halle starten? – Die Fertigstellung ist für Ende 2027 geplant, der Umzug für das erste Quartal 2028.
  • Was ist technisch besonders an der Kugellagerfertigung? – Der Feinmessraum erhält eine schwingungsentkoppelte Bodenplatte, um Fertigungstoleranzen im Submikrometer- oder Nanometerbereich zu ermöglichen.
  • Wie energieeffizient wird die neue Kugellagerfertigung? – Das Gebäude soll 15 bis 20 % weniger Energie benötigen als der Altbau und setzt unter anderem auf Geothermie, Photovoltaik und Fernwärme.