ZF E-Motoren

ZF setzt bei E-Antrieben auf eigene Werke

ZF E-Motoren und Inverter bleiben in eigener Produktion. Nach einer Sonderprüfung entscheidet sich der Konzern gegen den externen Zukauf.

Auch künftig setzt ZF auf eigene Entwicklung und Produktion des gesamten E-Antriebsstrangs – samt Inverter (Wechselrichter) und E-Motor.

Summary: ZF wird E-Motoren und Inverter für die E-Mobilität weiterhin selbst fertigen und entwickeln. Die Entscheidung fiel nach einer Sonderprüfung im Rahmen der Restrukturierung der Division Elektrifizierte Antriebstechnologien. Sie soll Know-how sichern, Lieferketten stabilisieren und die technologische Souveränität des Konzerns stärken.

Warum ZF E-Motoren weiter selbst fertigt

ZF stellt strategische Weichen für die Zukunft seiner Pkw-Antriebssparte. Wie der Technologiekonzern mitteilt, werden zentrale Komponenten für die E-Mobilität, darunter E-Motoren und Inverter, auch künftig selbst gefertigt und nicht extern zugekauft.

Der Vorstand bestätigte damit eine Empfehlung aus der Sonderprüfung zum Thema „Make or Buy“. Diese Prüfung war Teil des Bündnisses zur Restrukturierung der Division Elektrifizierte Antriebstechnologien, intern als E-Division bezeichnet.

Hintergrund ist die schwierige wirtschaftliche Lage der Pkw-Antriebssparte. Aufgrund der zögerlichen Nachfrage nach E-Autos war der Bereich in die Verlustzone geraten und wird derzeit restrukturiert. Um die Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen, sind deutliche Einschnitte nötig. Zugleich bleibt mit der Eigenfertigung von E-Motor und Inverter wichtiges Know-how im Konzern.

Was bei der Make-or-Buy-Prüfung bewertet wurde

E-Motoren und Inverter gelten bei ZF als Schlüsselkomponenten der Elektromobilität. Sie sind damit zentral für die strategische Ausrichtung des Konzerns. Vor dem Hintergrund von Kosten- und Innovationsdruck sowie volatilen globalen Lieferketten prüfte ZF gemeinsam mit der Arbeitnehmerseite, ob die Eigenfertigung langfristig wettbewerbsfähig bleibt oder ein externer Zukauf wirtschaftlicher wäre.

Die Sonderprüfung war breit angelegt. Neben wirtschaftlichen und finanziellen Kriterien flossen strategische Faktoren in die Bewertung ein. Dazu zählten technologische Souveränität, Know-how-Sicherung, Lieferkettenstabilität und geopolitische Risiken.

Die Analysen wurden in einem paritätisch besetzten Bewertungsausschuss diskutiert. Auf dieser Grundlage sprach die paritätische Kommission aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern eine Empfehlung für „Make“ aus. Der Vorstand bestätigte diese Linie nun.

Wie ZF die Entscheidung begründet

ZF-Chef Mathias Miedreich betont den gemeinsamen Entscheidungsprozess mit der Arbeitnehmervertretung. „Die Entscheidung für die Produktion der E-Antriebs-Kernkomponenten Motor und Wechselrichter haben wir im Schulterschluss mit unserer Arbeitnehmervertretung getroffen“, sagt der ZF-Vorstandsvorsitzende Mathias Miedreich. „Das passt zu unserer mitarbeiterorientierten Unternehmenskultur, verlangt aber zwingend deutlich verbesserte Kostenstrukturen, um mit unseren E-Antrieben wieder in die wirtschaftliche Erfolgsspur zu kommen und Beschäftigung langfristig zu sichern.“

Auch der Gesamtbetriebsrat bewertet das Ergebnis als Erfolg. „Das Ergebnis der Sonderprüfung ist für uns und die Beschäftigten in Deutschland ein großer Erfolg. Eines dürfen wir nicht vergessen: Im vergangenen Sommer standen beide Produkte auf ,Buy‘, was einen gewaltigen Arbeitsplatzabbau und den Verlust von Kompetenz bedeutet hätte”, sagt der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Achim Dietrich. „Mit dem Bündnis E-Division und einer starken, solidarischen Belegschaft im Rücken haben wir es geschafft, dass diese Entscheidung noch einmal überprüft – und geändert – wird.“

Sebastian Schmitt, Divisionsleiter der E-Division, verweist auf die Bedeutung für die technologische Zukunft des Konzerns. „Die Entscheidung für ‚Make‘ ist auch ein klares Bekenntnis zur elektrischen Zukunft von ZF“, ergänzt Divisionsleiter Sebastian Schmitt. „Wir investieren damit gezielt in unsere eigene Kompetenz und sichern die technologischen Schlüssel für kommende Antriebsgenerationen. Zur Wahrheit gehört aber auch: Die bestehende Kostenlücke müssen wir schließen, um auf dem Weltmarkt zu bestehen.“

Welche Faktoren für Eigenfertigung sprachen

Ausschlaggebend für die Entscheidung waren mehrere strategische und wirtschaftliche Argumente. Dazu zählen die Sicherung wichtigen Know-hows und eine geringere Abhängigkeit von externen Lieferanten bei Schlüsseltechnologien.

Hinzu kommt die enge Verzahnung von Entwicklung und Produktion. Diese Verbindung soll helfen, technologische Kompetenz im eigenen Haus zu halten und künftige Antriebsgenerationen wettbewerbsfähig zu entwickeln. Auch die Gesamtwirtschaftlichkeit über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg spielte laut Mitteilung eine Rolle.

Die Entscheidung für Eigenfertigung bedeutet damit nicht nur eine Produktionsentscheidung. Sie ist Teil der strategischen Positionierung von ZF in der Elektromobilität.

Warum trotz Fortschritten weitere Einschnitte nötig sind

In den vergangenen Monaten erzielten die beteiligten Teams bereits Kostenverbesserungen. Genannt werden ein konsequenter Kostenfokus in der Entwicklung, die Reduktion von Varianten und Komplexität, höhere Automatisierung, die Verlagerung auf moderne Fertigungslinien sowie intensive Lieferantenverhandlungen.

Dennoch besteht weiterhin eine Lücke zu den angestrebten Zielkosten. Um vollständig wettbewerbsfähig zu werden, sind zusätzliche strukturelle Maßnahmen notwendig. Dazu gehört auch eine Anpassung der Personalkapazitäten.

Diese Anpassungen sollen, wo immer möglich, sozialverträglich erfolgen. Ziel bleibt es, Personalüberhänge vorrangig über natürliche Fluktuation, freiwillige Programme, Altersteilzeit, konzerninterne Vermittlungen, Transfergesellschaften sowie das Auslaufen befristeter Beschäftigungen abzubauen. Betriebsbedingte Kündigungen sollen weiterhin vermieden werden, können angesichts des schwierigen Marktumfelds aber nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Was die Entscheidung für die E-Division bedeutet

Die Eigenfertigung von E-Motoren und Invertern ist ein wichtiger Baustein der laufenden Restrukturierung der Division Elektrifizierte Antriebstechnologien. Sie ist Teil eines umfassenden Maßnahmenprogramms, das wirtschaftliche Stabilität, wettbewerbsfähige Produkte und Technologien sowie klare Verantwortlichkeiten in der Organisation erreichen soll.

Für ZF geht es damit um mehr als die Frage, ob Komponenten intern gefertigt oder extern bezogen werden. Die Entscheidung soll technologische Souveränität sichern, Lieferkettenrisiken begrenzen und die Basis für künftige E-Antriebsgenerationen stärken.

mit Material von ZF

Die ZF E-Motoren

• Warum setzt ZF bei E-Motoren auf Eigenfertigung? – ZF will Know-how sichern, technologische Souveränität stärken und die Abhängigkeit von externen Lieferanten verringern.

• Was bedeutet die Entscheidung für ZF E-Motoren? – E-Motoren und Inverter werden weiterhin intern gefertigt und entwickelt statt extern zugekauft.

• Welche Rolle spielt die Make-or-Buy-Prüfung für ZF E-Motoren? – Die Sonderprüfung bewertete wirtschaftliche, finanzielle und strategische Faktoren und empfahl die Eigenfertigung.

• Welche Auswirkungen hat die Entscheidung zu ZF E-Motoren auf Beschäftigung? – Beschäftigung soll langfristig gesichert werden, zugleich sind weitere strukturelle Maßnahmen und Kapazitätsanpassungen nötig.

• Wie passen ZF E-Motoren zur Restrukturierung der E-Division? – Die Eigenfertigung ist Teil eines Maßnahmenprogramms für wirtschaftliche Stabilität, Wettbewerbsfähigkeit und klare Verantwortlichkeiten.