Elektroexporte im ersten Quartal
Elektroexporte profitieren vom EU-Binnenmarkt
Die Elektroexporte der deutschen Elektro- und Digitalindustrie sind im März 2026 deutlich gestiegen. Besonders der EU-Binnenmarkt trug zum starken ersten Quartal bei.
Elektroexporte treiben die internationale Vernetzung von Elektronikfertigung, automatisierter Produktion und globaler Logistik voran.
Symbolbild - KI-generiert
Summary:
Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie steigerte ihre Ausfuhren im März 2026 auf 24,2 Mrd. EUR und erzielte damit einen Rekordwert. Im ersten Quartal legten die Elektroexporte auf 68,5 Mrd. EUR zu, vor allem durch höhere Lieferungen in die EU. Außerhalb der EU blieb die Entwicklung deutlich verhaltener, während die USA weiter rückläufig waren.
Die Exporte der deutschen Elektro- und Digitalindustrie haben im März 2026 erneut deutlich zugelegt. Wie aus der Mitteilung des ZVEI hervorgeht, erreichten die Branchenausfuhren einen Wert von 24,2 Mrd. EUR. Gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht das einem Plus von 10,3 %.
„Tatsächlich war dies der bislang höchste jemals erzielte Monatswert“, sagt ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann.
Auch im gesamten ersten Quartal zeigt sich ein klarer Aufwärtstrend. Die aggregierten Ausfuhren der Branche ins Ausland stiegen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 8,0 % auf 68,5 Mrd. EUR.
Importe elektrotechnischer Produkte legen ebenfalls zu
Parallel zu den Exporten entwickelten sich auch die Importe elektrotechnischer und elektronischer Produkte nach Deutschland positiv. Im März 2026 stiegen sie um 9,1 % auf 24,6 Mrd. EUR.
In den ersten drei Monaten des Jahres summierten sich die Elektroeinfuhren auf 70,5 Mrd. EUR. Damit lagen sie um 5,1 % über dem entsprechenden Vorjahresniveau.
Wie der EU-Binnenmarkt die Elektroexporte stützt
Das Exportwachstum wurde wie bereits in den Vormonaten vor allem von hohen Ausfuhren in den EU-Binnenmarkt getragen. Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie lieferte im März Waren im Wert von 13,0 Mrd. EUR in die EU. Das waren 19,4 % mehr als ein Jahr zuvor.
Besonders stark entwickelte sich das Geschäft mit Dänemark. Die Ausfuhren dorthin stiegen um 56,7 % auf 514 Mio. EUR. Auch Polen legte mit einem Plus von 34,4 % auf 1,3 Mrd. EUR kräftig zu. Nach Schweden wurden Waren im Wert von 519 Mio. EUR exportiert, ein Plus von 27,9 %. Portugal erreichte 257 Mio. EUR und damit 23,3 % mehr als im Vorjahr.
Weitere deutliche Zuwächse gab es bei den Lieferungen nach Spanien und Österreich. Beide Märkte erreichten jeweils 1,0 Mrd. EUR, wobei Spanien um 22,4 % und Österreich um 21,9 % zulegte.
Welche EU-Märkte besonders stark wachsen
Zweistellige Exportanstiege verzeichnete die Branche zudem in mehreren weiteren EU-Ländern. Nach Tschechien stiegen die Ausfuhren um 18,7 % auf 1,1 Mrd. EUR. Rumänien kam auf 574 Mio. EUR und ein Plus von 17,9 %. Belgien erreichte 544 Mio. EUR, was einem Zuwachs von 15,3 % entspricht.
Auch Italien, Frankreich, die Niederlande und Ungarn entwickelten sich positiv. Die Exporte nach Italien legten um 13,1 % auf 1,2 Mrd. EUR zu. Frankreich erreichte 1,5 Mrd. EUR, ein Plus von 12,9 %. In die Niederlande gingen Waren im Wert von 1,6 Mrd. EUR, 11,5 % mehr als im Vorjahr. Ungarn kam auf 770 Mio. EUR und ein Plus von 10,3 %. Die Ausfuhren in die Slowakei wuchsen um 6,5 % auf 291 Mio. EUR.
Im ersten Quartal 2026 erhöhten sich die deutschen Elektroexporte in die EU insgesamt um 16,6 % auf 38,1 Mrd. EUR.
Außerhalb der EU bleibt das Wachstum verhalten
Deutlich weniger dynamisch entwickelten sich die Branchenlieferungen in Länder außerhalb der EU. Im März 2026 stiegen sie gegenüber dem Vorjahr lediglich um 1,3 % auf 11,2 Mrd. EUR.
Kräftige Zuwächse gab es dennoch in einzelnen Märkten. Die Lieferungen nach Malaysia stiegen um 28,0 % auf 257 Mio. EUR. Brasilien erreichte 174 Mio. EUR und damit ein Plus von 17,1 %. Mexiko kam auf 309 Mio. EUR, was einem Zuwachs von 16,7 % entspricht. Auch die Schweiz legte mit 16,4 % auf 856 Mio. EUR deutlich zu. Japan verzeichnete ein Plus von 14,3 % auf 278 Mio. EUR.
Zuwächse gab es außerdem in der Türkei mit 7,3 % auf 388 Mio. EUR sowie in Südkorea mit 1,5 % auf 277 Mio. EUR.
Wo die Elektroexporte außerhalb der EU zurückgehen
In mehreren außereuropäischen Märkten musste die Branche Rückgänge hinnehmen. Die Ausfuhren nach Singapur sanken um 1,4 % auf 165 Mio. EUR. Nach UK gingen die Lieferungen um 2,8 % auf 1,0 Mrd. EUR zurück. Hongkong verzeichnete ein Minus von 3,6 % auf 212 Mio. EUR.
Besonders deutlich fielen die Rückgänge bei Taiwan und den Vereinigten Arabischen Emiraten aus. Die Lieferungen nach Taiwan sanken um 34,8 % auf 242 Mio. EUR. In die VAE gingen die Ausfuhren um 37,6 % auf 107 Mio. EUR zurück.
“Bei den Exporten nach China und in die USA hat sich der gegensätzliche Trend der vergangenen Monate fortgesetzt”, so Gontermann. “Während erstere um 2,2 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro zulegen konnten, fielen letztere weiter um 8,5 Prozent auf ebenfalls 2,2 Milliarden Euro zurück. Seit nunmehr einem Jahr geben die deutschen Elektrolieferungen in die USA nicht zuletzt bedingt durch Zoll- wie Wechselkurseffekte nach.”
Im gesamten ersten Quartal 2026 sanken die deutschen Elektroausfuhren in Länder außerhalb der EU im Vergleich zum Vorjahresquartal leicht um 0,6 % auf 30,4 Mrd. EUR.
Mit Material des ZVEI.
FAQ Elektroexporte
• Warum sind die Elektroexporte im März 2026 gestiegen? – Die Elektroexporte stiegen vor allem durch hohe Ausfuhren in den EU-Binnenmarkt, die im März um 19,4 % zulegten.
• Wie hoch waren die Elektroexporte im ersten Quartal 2026? – Die Elektroexporte erreichten im ersten Quartal 2026 einen Wert von 68,5 Mrd. EUR und lagen damit 8,0 % über dem Vorjahr.
• Welche Rolle spielt die EU bei den Elektroexporten? – Die EU war der wichtigste Wachstumstreiber. Die deutschen Elektroexporte in die EU stiegen im ersten Quartal um 16,6 % auf 38,1 Mrd. EUR.
• Wie entwickelten sich die Elektroexporte außerhalb der EU? – Außerhalb der EU legten die Elektroexporte im März nur um 1,3 % zu. Im ersten Quartal sanken sie leicht um 0,6 %.
• Was zeigt sich bei den Elektroexporten nach China und in die USA? – Die Ausfuhren nach China stiegen im März um 2,2 %, während die Lieferungen in die USA um 8,5 % zurückgingen.