Deutsche Autokonzerne unter Druck

Deutsche Autokonzerne fallen weiter zurück

Deutsche Autokonzerne haben 2025 bei Umsatz, operativem Ergebnis und Absatz deutlich schwächer abgeschnitten als viele internationale Wettbewerber.

BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen hinkten beim Umsatz, dem operativen Ergebnis und Absatz weitgehend hinter der internationalen Konkurrenz her, wie aus einer Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY hervorgeht.
BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen hinkten beim Umsatz, dem operativen Ergebnis und Absatz weitgehend hinter der internationalen Konkurrenz her, wie aus einer Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY hervorgeht.

Summary: BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen lagen 2025 laut einer EY-Analyse bei Umsatz, Ebit und Absatz hinter vielen internationalen Wettbewerbern. Belastet wurden die deutschen Autokonzerne durch schwächere Nachfrage nach E-Autos, hohe Abschreibungen und die US-Zollpolitik. Kostensenkungen und bilanzielle Bereinigungen sollen ab dem Geschäftsjahr 2026 wieder bessere Margen ermöglichen.

Warum deutsche Autokonzerne zurückfallen

Die deutschen Autokonzerne haben im vergangenen Jahr bei zentralen Finanzkennzahlen teils deutlich schwächer abgeschnitten als die internationale Konkurrenz. BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen hinkten bei Umsatz, operativem Ergebnis und Absatz weitgehend hinterher, wie aus einer Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY hervorgeht.

Über alle 19 analysierten großen Autokonzerne weltweit hinweg legten die Umsätze 2025 nur leicht um 0,6 % zu. Die deutschen Hersteller kamen gemeinsam betrachtet dagegen auf ein Minus von 4,1 %. Japanische Hersteller steigerten ihre Erlöse um 3 %, chinesische Autobauer sogar um 9,3 %. US-Hersteller verzeichneten einen Rückgang von 0,6 %.

Wie stark der Gewinneinbruch ausfällt

Noch deutlicher zeigt sich die Schwäche beim operativen Gewinn. Das Ebit der deutschen Hersteller sank zusammen um rund 44 % gegenüber dem Vorjahr. Damit schnitten sie schlechter ab als die US-Hersteller mit minus 40,4 %, die japanischen Hersteller mit minus 23,2 % und die chinesischen Autobauer mit minus 12,9 %.

Allerdings lief es nicht für alle europäischen Hersteller besser. Bei Stellantis und Renault fielen tiefrote Zahlen in Milliardenhöhe an. Im internationalen Vergleich bleibt damit zwar sichtbar, dass die deutschen Autokonzerne deutlich an Boden verloren haben, die Belastungen erfassen aber weite Teile der Branche.

Was hinter der Krise der deutschen Autokonzerne steckt

EY-Autoexperte Constantin Gall beschreibt die Lage in einer Mitteilung drastisch: "Die Autoindustrie steckt in einer tiefen, für einige Unternehmen sogar potenziell existenzbedrohenden Krise". Viele Konzerne hätten ihre Investitionen auf wachsende Absatzmärkte und einen dynamischen Hochlauf der Elektromobilität ausgerichtet. Tatsächlich habe sich die Nachfrage nach E-Autos insbesondere in den USA und Europa aber deutlich schwächer als prognostiziert entwickelt.

Nach dieser Entwicklung folge nun ein Strategieschwenk. Dazu gehörten Milliarden-Abschreibungen auf Batterie-Joint-Ventures, eingestellte Modelle und neue Investitionen in Verbrenner. "Das Ergebnis ist ein beispielloser Gewinneinbruch", sagte Gall.

Die hohen Abschreibungen seien nach Einschätzung des EY-Experten aber weniger als Abkehr von der Elektromobilität zu verstehen. Vielmehr handle es sich um "eine Korrektur völlig überzogener Annahmen". Zusätzliche Belastungen resultierten zudem aus der US-Zollpolitik.

Welche Folgen der Kostendruck für den Standort hat

Trotz der schwachen Entwicklung sieht Gall eine Chance auf bessere Ergebnisse in den kommenden Jahren. "Das beispiellose bilanzielle Reinemachen, das hoffentlich im Geschäftsjahr 2026 abgeschlossen sein wird, könnte helfen, zukünftig wieder bessere Margen zu erzielen", sagte Gall. Hinzu kämen Kostensenkungsprogramme, deren Wirkung sich erst verzögert in den Ergebnissen niederschlagen werde.

Besonders kritisch bewertet Gall die Kostenstruktur in Deutschland. "Vor allem am Standort Deutschland sind die Kosten immer noch viel zu hoch. Wir werden an weiteren einschneidenden Maßnahmen nicht vorbeikommen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Autostandorts Deutschland wieder zu erhöhen", sagte Gall. Zugleich fordert er bessere industrielle Rahmenbedingungen. "Sonst hat der Autostandort Deutschland keine Chance", sagte Gall.

Mit Material der dpa

FAQ: Deutsche Autokonzerne im Überblick

• Warum stehen deutsche Autokonzerne unter Druck? – Deutsche Autokonzerne litten 2025 unter schwächerer E-Auto-Nachfrage, hohen Abschreibungen und zusätzlichen Belastungen durch die US-Zollpolitik. 

• Wie haben sich deutsche Autokonzerne beim Umsatz entwickelt? – Deutsche Autokonzerne verzeichneten gemeinsam ein Umsatzminus von 4,1 %, während die 19 größten Autokonzerne weltweit insgesamt um 0,6 % zulegten.

• Wie stark war der Gewinneinbruch der deutschen Autokonzerne? – Beim operativen Gewinn sank das Ebit der deutschen Autokonzerne im Vergleich zum Vorjahr um rund 44 %. 

• Welche Rolle spielt der Standort für deutsche Autokonzerne? – Laut EY sind die Kosten am Standort Deutschland weiterhin zu hoch, was die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Autokonzerne belastet.