Manche Vorurteile halten sich hartnäckig. Etwa, dass ITSM-Systeme nur etwas für große IT-Teams sind. Zu komplex sei die Einrichtung und der Betrieb, und viel zu teuer seien sie ohnehin. Das Gegenteil beweist das sächsische Unternehmen Bang Kransysteme.
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Das sächsische Unternehmen Bang Kransysteme ist einer der Hidden Champions aus Ostdeutschland.Chris Gonz)
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Ob Europa, Asien, Afrika oder die USA – wenn irgendwo auf der Welt ein
Spezialkran gebraucht wird, klingelt vermutlich das Telefon bei Bang
Kransysteme. Das Unternehmen aus dem sächsischen Oelsnitz produziert smarte,
teils vollautomatisierte Kräne für ganz unterschiedliche Zwecke. Etwa für die
Metallindustrie, die Autobranche oder sogar für den Nuklearsektor. Die Kräne
halten jahrelangem Umgang mit radioaktiven Materialen stand oder kommen für den
Transport von Presswerkzeugen bei Volkswagen zum Einsatz. Für Teslas
Gigafactory in Brandenburg lieferte Bang sogar einen 100-Tonnen-Kran.
Das familiengeführte Unternehmen beschäftigt aktuell rund 200
Mitarbeiter und produziert auf einer Fläche von 25.000 m² Kräne für die ganze
Welt. Gegründet hat es Werner
Bang im Jahr 1989 als Ein-Mann-Betrieb für Hebezeuge. 20 Jahre später kam ein
weiterer Einzelkämpfer dazu: 2009 begann Daniel Gerstner als erster und lange
einziger IT-Administrator seine Karriere bei Bang. Da die Kransysteme
immer smarter und digitaler wurden und das Unternehmen ständig wuchs, wurde es
schließlich Zeit für neue Strukturen im IT-Service.
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Wenn es beim
IT-Support ständig an der Tür klopft
2020 bekam Daniel Gerstner zunächst Verstärkung durch
einen neuen Kollegen – seitdem existiert die IT auch offiziell als eigene
Abteilung bei Bang. Doch auch zu zweit waren die Aufgaben nur schwer zu
bewältigen. Neben der allgemeinen Digitalisierung, Administration und
Softwareentwicklung kümmert sich das Team um den IT-Support der Mitarbeiter und
betreut das Netzwerk und die Telekommunikations-Systeme.
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Vor allem der Mitarbeiter-Support sorgte dafür, dass andere Bereiche
oft auf der Strecke blieben, sagt Daniel Gerstner augenzwinkernd: „Unser Büro
liegt zentral im Hauptgebäude, deshalb sind wir für alle Mitarbeiter gut zu
erreichen. Eigentlich super, um mit den Kollegen zu plaudern. Aber leider
klopften die Leute immer öfter spontan mit ihren IT-Problemen an unsere Tür,
hinzu kamen täglich dutzende Anrufe. Im Grunde waren wir nur noch mit der
Symptombekämpfung beschäftigt, und für die Ursachen und längere Analysen blieb
kaum noch Zeit.“
2009 begann Daniel Gerstner als erster und lange einziger IT-Administrator seine Karriere bei Bang.Chris Gonz)
Die Veränderung begann 2023. Einfach mehr Personal einzustellen, war
aber schwierig. Der Markt für IT-Administratoren im Vogtland war zu dieser Zeit
so gut wie leergefegt. Deshalb entschied sich die kleine IT-Abteilung dafür, an
der grundsätzlichen Organisation und den IT-Service-Prozessen zu arbeiten. Und
dafür einigten sie sich schnell auf eine Idee – die Einführung einer
ITSM-Lösung: „Unser Plan war es, sämtliche Anfragen in einem Ticketsystem zu
bündeln und die Zahl der ungeplanten Unterbrechungen damit auf Null zu
bringen“, so Gerstner.
Während der Suche nach einer passenden Lösung beschäftigten sich die
IT-Administratoren von Bang mit verschiedenen Herstellern. Letztendlich
entschieden sie sich für die IT-Service-Management-Software KIX,
die nur rund 90 Kilometer entfernt in Chemnitz vom gleichnamigen Hersteller
entwickelt wird. Ein wichtiges Kriterium war dabei die intuitive
Benutzeroberfläche. Denn in einem Unternehmen, in dem 35 Jahre lang sämtliche
Anliegen per Telefon oder persönliche Besuche geregelt wurden, sollte der
Übergang in ein neues System möglichst behutsam ablaufen. Aber auch die
Anpassungsmöglichkeiten dank Open Source und die lokale Nähe zum Hersteller
sprachen für KIX.
Keep it simple
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Das IT-Duo startete die Einführung von KIX im September 2023. Sie
entschieden sich für die Cloud-Version und nutzten das ITSM-System zunächst
IT-intern. Von der Cloudinstallation bis zum Go-Live vergingen nur rund drei
Wochen. Daniel Gerstner: „Die Implementierung von der KIX-Cloud war nicht nur
einfach und kostengünstig, sondern wir konnten selbst zu zweit alles, was wir brauchen, ziemlich schnell
aufsetzen. Und was auch klasse ist: Wir können jederzeit problemlos auf die
On-Prem-Version wechseln, wenn wir möchten. Eine Cloud ist bei Bang bisher
nämlich eher die Ausnahme.“
In manchen Bereichen musste sich das Team zu Beginn jedoch auch selbst
ausbremsen. Die Administratoren hatten beispielsweise geplant, ITIL-Prozesse
einzuführen und besuchten sogar eine Schulung. Jedoch merkten sie schnell, dass
sie mit der Anwendung des Best-Practice-Leitfadens einige Schritte überspringen
würden: „ITIL ist super, keine Frage, aber für zwei Personen brachte es mehr
Arbeit als Nutzen. Deshalb wollten wir uns diesen Schritt lieber für später
aufheben und mit wenigen, übersichtlichen Ticketvorlagen für das Unternehmen
loslegen“, so Gerstner.
Für ihren
Betrieb, in dem zuvor kein Ticketsystem genutzt wurde, beschränkten sich die
Administratoren auf drei Vorlagen. Vor allem, um den Kollegen die Umstellung so
einfach wie möglich zu machen. Die Mitarbeiter von Bang Kransysteme können über
das KIX-Self-Service- Portal nun
Anfragen und Störungen melden, Beschaffungsanträge stellen sowie das On- und
Offboarding neuer Kolleginnen und Kollegen organisieren.
Anfangs mussten die IT-Profis noch Geduld beweisen: Nicht alle
Mitarbeiter konnten sich sofort mit dem neuen System anfreunden und meldeten
sich weiterhin persönlich oder per Telefon in der IT-Abteilung. „Im Grunde war
es eine komplette Umstellung der Arbeitsweise. Klar, dass es Widerstände gibt.
Aber jetzt, zwei Jahre später, ist die Situation sehr viel besser“, sagt
Gerstner, „die Akzeptanz ist spürbar gestiegen und unsere Arbeit deutlich
effizienter geworden. Rund 100 bis 150 Tickets bearbeiten wir mit KIX
mittlerweile pro Monat. Vorher kam es bei der Bearbeitung eines Incident zu
vielen ungeplanten Unterbrechungen, viele kleinere Anwenderprobleme gingen
komplett unter. Mit dem Ticketmanagement kann die Abarbeitung viel
koordinierter ablaufen. Dies bedeutet eine enorme Zeitersparnis, zudem ist
alles übersichtlich zugeordnet und lückenlos dokumentiert.“
Inzwischen ist die IT-Abteilung bei Bang auf sechs Personen
angewachsen. Daniel Gerstner ist jedoch froh, KIX bereits mit seinem vormals
einzigen Kollegen eingeführt zu haben: „Ich empfehle allen ITlern, sich
intensiv mit den Möglichkeiten eines ITSM-Systems zu beschäftigen, selbst bei
kleinen Teams. Ich denke sogar, dass der Start zu zweit einfacher war. Wir
konnten KIX in der Zwischenzeit ausbauen und müssen nicht mit sechs Personen
von Grund auf anfangen.“
Das Team wurde aber nicht nur personell verstärkt, auch KIX hat sich
in den ersten zwei Jahren bewährt. Alle Mitarbeiter haben eine deutlich bessere
Übersicht über sämtliche Vorgänge und können Anfragen schneller bearbeiten. Und
während zuvor manche Aufgaben untergingen, weil ein weiterer Kollege mit einem
Anliegen in der Tür stand, ist nun alles in KIX nach Prioritäten dokumentiert.
Auch die Geschäftsführung kann dadurch nun transparent verfolgen, ob es in
bestimmten Bereichen Verbesserungspotential gibt, etwa beim Equipment oder den
Personalkapazitäten.
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Für Daniel Gerstner war die Einführung von KIX ein voller Erfolg. Er
und seine Kollegen möchten die internen Prozesse in Zukunft noch weiter mit der
ITSM-Software optimieren. Doch schon jetzt kommen sie mit ihrer Arbeit deutlich
schneller voran, etwa bei der Softwareentwicklung für die Kräne. Als Fazit sagt
er: „KIX hat nicht nur unsere Arbeit in der IT verbessert, sondern die des
gesamten Unternehmens. Selbst als kleines Team konnten wir ohne größere
Probleme loslegen, und alle kommen super mit dem System zurecht. Die
Entscheidung war absolut richtig.“
Aufgabenstellung und Lösung
Anwender: Bang Kransysteme GmbH &
Co. KG
Business: Produktion von
Spezialkränen für verschiedene Branchen
Geschäftsgebiet: Weltweit
Mitarbeiter: 200
IT-Mitarbeiter: Aktuell 6, 2 bei der
Einführung von KIX
Aufgabe: Entlastung der IT-Mitarbeiter und Prozessoptimierung
durch ein Ticketsystem