Humanoide Roboter erweitern Automatisierung in der Logistik
Humanoide Roboter in der Logistik gewinnen an Bedeutung. Eine Studie des Fraunhofer IML analysiert Markt, Potenziale und Einsatzperspektiven dieser Technologie.
Redaktion ProduktionRedaktionProduktion
Die Studie des Fraunhofer IML zeigt Potenziale, Marktstruktur und Perspektiven der Technologie in der Logistik.IM Imagery - stock.adobe.com
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Summary: Das Fraunhofer IML untersucht humanoide Roboter für die Logistikbranche und identifiziert rund 80 Systeme weltweit. Unternehmen erwarten ihren Einsatz innerhalb von zehn Jahren. Die Technologie gilt als Schlüssel für mehr Flexibilität, erfordert jedoch Investitionen, Standards und Partnerschaften.
Fachkräftemangel, geopolitische Unsicherheiten und fragile Lieferketten erhöhen den Druck auf Unternehmen, ihre Prozesse effizienter und resilienter zu gestalten. Klassische Automatisierung stößt dabei zunehmend an Grenzen.
Humanoide Roboter in der Logistik gelten als möglicher Ansatz, diese Lücke zu schließen. Sie sind darauf ausgelegt, in bestehenden, für Menschen geschaffenen Umgebungen zu arbeiten und unterschiedliche Aufgaben flexibel zu übernehmen. Damit adressieren sie Anforderungen, die weder durch reine menschliche Arbeit noch durch spezialisierte Automatisierung vollständig abgedeckt werden können.
Wie aus der Studie des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML hervorgeht, befindet sich die Technologie noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Die Marktanalyse identifiziert rund 80 unterschiedliche Systeme, die sich hinsichtlich Mobilität, Sensorik und Software deutlich unterscheiden. Der Markt zeigt sich stark fragmentiert und wird überwiegend von außereuropäischen Anbietern geprägt. Dennoch sehen die Studienautoren ein erhebliches langfristiges Transformationspotenzial für die Logistik.
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Humanoide Roboter als flexible Mehrzweckroboter
Prof. Alice Kirchheim, Institutsleiterin am Fraunhofer IML, erklärt: „Form folgt Funktion! Humanoide Roboter sind als flexible Mehrzweckroboter zu verstehen, die in für Menschen gemachten Umgebungen agieren können. Die Entwicklung der dafür notwendigen Fähigkeiten ist ein Ziel, das wir im Rahmen der Hightech-Agenda des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt umsetzen möchten.“
Forschende des Fraunhofer IML haben das Potenzial humanoider Roboter für die Logistik untersucht.Fraunhofer IML
Welche Erwartungen hat die Branche an humanoide Roboter?
Die Logistikbranche bewertet humanoide Roboter differenziert. Zwar ist das Interesse hoch, gleichzeitig erfolgt eine realistische Einschätzung des aktuellen Entwicklungsstands. Rund drei Viertel der befragten Unternehmen erwarten laut Studie einen produktiven Einsatz innerhalb der nächsten zehn Jahre. Dabei steht nicht der Ersatz menschlicher Arbeitskräfte im Fokus, sondern die Ergänzung bestehender Prozesse. Humanoide Roboter sollen als flexible, generalistische Automatisierungseinheiten eingesetzt werden, die sich in vorhandene Arbeitsumgebungen integrieren lassen.
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Was sind die nächsten Schritte für Industrie und Forschung?
Die Studienautoren sehen einen klaren Handlungsbedarf für Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Insbesondere der Aufbau von Testfeldern sowie die Entwicklung offener Standards und Partnerschaften gelten als zentrale Voraussetzungen für die weitere Entwicklung.
Kirchheim betont: „Die Zeit zu handeln ist jetzt: Betreiber, Integratoren und Hersteller intelligenter Automatisierungslösungen in der Logistik sind gefragt, Testfelder aufzubauen und offene Standards und Partnerschaften voranzutreiben. Gleichzeitig muss Europa stärker in die Entwicklung autonomer Systeme investieren, um seine Technologiesouveränität sicherzustellen“.
Zusätzlich empfehlen die Forschenden, Sicherheitsstandards für den Mensch-Roboter-Mischbetrieb zu etablieren und die Digitalisierung logistischer Prozesse konsequent voranzutreiben.
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Wo werden die Studienergebnisse präsentiert?
Die Ergebnisse der Studie werden vom 24. bis 26. März auf der LogiMAT in Stuttgart vorgestellt, wie aus der Mitteilung hervorgeht. In Halle 1, Stand 1K61, können Fachbesucher Einblicke in die Analyse erhalten und mit den Forschenden in den Austausch treten.
Quelle: Fraunhofer IML
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FAQ zu humanoiden Robotern in der Logistik
1. Wann kommen humanoide Roboter in der Logistik zum Einsatz?
Rund drei Viertel der Unternehmen erwarten einen produktiven Einsatz innerhalb der nächsten zehn Jahre.
2. Welche Vorteile bieten humanoide Roboter in der Logistik?
Sie gelten als flexible Mehrzwecksysteme, die sich in bestehende Arbeitsumgebungen integrieren lassen.
3. Wie ist der Markt für humanoide Roboter in der Logistik strukturiert?
Der Markt ist stark fragmentiert und überwiegend von außereuropäischen Anbietern geprägt.
4. Ersetzen humanoide Roboter den Menschen in der Logistik?
Nein, sie sollen vor allem als ergänzende Automatisierungseinheiten eingesetzt werden.
5. Welche Herausforderungen bestehen für humanoide Roboter in der Logistik?
Notwendig sind Investitionen, offene Standards, Sicherheitskonzepte und eine stärkere Digitalisierung der Prozesse.
6. Welche Rolle spielen humanoide Roboter für die Industrie?
Sie gelten als flexible, generalistische Automatisierungseinheiten mit langfristigem Transformationspotenzial.
7. Warum sind humanoide Roboter für Europa strategisch relevant?
Aufgrund der Dominanz außereuropäischer Anbieter wird ein stärkeres Engagement zur Sicherung der Technologiesouveränität empfohlen.