So verändert der digitale Zwilling die Olympia-Planung
Olympia 2026 in Mailand-Cortina steht nicht nur sportlich im Fokus. Mit digitalen Zwillingen wird die Planung der Spielstätten zum digitalen Pilotprojekt – und liefert praxisnahe Erkenntnisse für Bau, Industrie und Infrastruktur.
Einer der Austragungsorte der Olympischen Spiele 2026: Das Skisprungstadion in Predazzo im Val di Fiemme.Olympics Milano-Cortina)
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Bald ist es so weit: Die deutschen Gold-Hoffnungen Johannes
Lochner und Francesco Friedrich werden ihre Bobs durch die Eisrinne lenken,
Skispringerin Selina Freitag wird hoffentlich einer Medaille entgegenfliegen
und die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft um NHL-Superstar Leon Draisaitl
wird versuchen, die Top-Teams aus Kanada und den USA zu besiegen.
Doch was im Fernsehen oft so einfach aussieht, ist harte
Arbeit. Das gilt nicht nur für die Athletinnen und Athleten, sondern auch für
die Organisatoren der Olympischen Winterspiele in Mailand-Cortina.
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Für die Planung und Überwachung der Spielstätten setzen die
Verantwortlichen dabei verstärkt auf digitale Technologien wie den digitalen
Zwilling. Vor allem in der Vorbereitungsphase war eine Digital-Twin-Plattform
unverzichtbar. Dort wurde ein Großteil der olympischen Projekte in digitalen
Modellen abgebildet. Dazu zählten auch die knapp 100 Bauvorhaben.
Das italienische Ministerium für Infrastruktur und Verkehr
erklärte, dass die Herausforderung bei den am weitesten verteilten Spielen
aller Zeiten, die sich über ein riesiges Gebiet erstrecken, nicht nur im Bau
selbst besteht, sondern darin, zu jedem Zeitpunkt Kontrolle und Transparenz zu
gewährleisten.
Die Organisatoren kombinierten mit dem Digitalen Zwilling
3D-Modelle, künstliche Intelligenz und Sensoren, um jede Baustelle in Echtzeit
zu verfolgen. Dazu zählen Punkte wie Baufortschritt, verwendete Materialien und
deren Verbrauch sowie Sicherheitsparameter.
„Dies ist keine einfache Simulation, sondern ein dynamisches
und interaktives Modell, das sich kontinuierlich aktualisiert und es zudem
ermöglicht, Baustellen virtuell zu erkunden oder Situationen für die Schulung
der Arbeiter zu simulieren“, heißt es aus dem Ministerium.
Von der Arena in Verona wurde ein 3D-Modell erstellt.Olympics Milano-Cortina)
Eine Praxis, die auch in der Industrie immer häufiger
genutzt wird. So setzt beispielsweise Siemens digitale Zwillinge bei eigenen
Werken und Kundenprojekten ein, um den Neubau oder Umbau von Produktionsstätten
zu simulieren. Auch Henkel nutzt digitale Zwillinge für den Bau und Umbau von
Produktionswerken.
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Doch zurück zu Olympia. Während in den Bergen neue Gebäude
entstehen, gilt es in den Städten, historische Monumente zu schützen. Ein
Beispiel ist die Arena von Verona. Das römische Amphitheater wird Schauplatz
der Schlussfeier und der Eröffnungsfeier der Paralympics sein. Um die
architektonischen Erhaltungsmaßnahmen zu steuern, wurde mithilfe
hochauflösender Videoscans ein präzises digitales 3D-Modell erstellt.
Die digitalen Modelle und Bestandsdaten bilden somit eine
wichtige Grundlage für konservatorische Arbeiten, bauliche Anpassungen und
logistische Planungen.
Auch in Paris spielte der digitale Zwilling eine wichtige Rolle
Daneben werden die digitalen Zwillinge durch verschiedene
Mess- und Überwachungssysteme unterstützt. So können Sensoren etwa strukturelle
Belastungen an Bauwerken oder ausgewählte Parameter entlang von Transport- und
Lagerprozessen erfassen. Damit erhalten Planer und Ausführende zusätzliche
Daten, um Abläufe und Risiken besser einschätzen zu können.
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Der digitale Ansatz der Winterspiele ist dabei nichts Neues.
Auch die Organisatoren der Sommerspiele 2024 in Paris setzten auf den Einsatz
moderner Technologien. Ein wichtiger Baustein waren auch hier die digitalen
Zwillinge zur Planung und Optimierung. Es wurde aber auch eine KI-basierte
Sicherheitstechnik eingesetzt.
Die Vorhaben rund um Olympia bieten Ingenieurinnen und
Ingenieuren somit Einblicke, wie digitale Werkzeuge in Großprojekten genutzt
werden können. Und vielleicht sehen sie ja auch die eine oder andere
Goldmedaille für Deutschland.
Industrie und Olympia: Das sind die Sponsoren
Unter den Sponsoren und Partnern der Olympischen Winterspiele Mailand–Cortina 2026 befinden sich mehrere Unternehmen aus dem Maschinenbau und der Industrie. Eine Auswahl:
Leonardo (Luft- und Raumfahrt, Verteidigung, Sicherheitssysteme)
Automobilkonzern Stellantis
Samsung
Fincantieri (weltgrößter Kreuzfahrtschiffbauer)
TechnoAlpin (Anlagenbau für Schneekanonen und Beschneiungsanlagen)
FAQ: Digitale Zwillinge bei Olympia 2026
1. Welche Rolle spielt der digitale Zwilling bei den Olympischen Winterspielen 2026?
Der digitale Zwilling dient als zentrales Werkzeug zur Planung, Überwachung und Steuerung der Bauprojekte rund um die Spiele in Mailand-Cortina. Durch die Kombination von 3D-Modellen, künstlicher Intelligenz und Sensoren können Baufortschritte, Materialverbräuche und Sicherheitsaspekte in Echtzeit verfolgt werden.
2. Warum ist der Einsatz digitaler Zwillinge bei Mailand-Cortina besonders wichtig?
Die Winterspiele 2026 gelten als die am weitesten verteilten in der Geschichte. Die Veranstaltungsorte erstrecken sich über ein großes geografisches Gebiet, was komplexe logistische und bauliche Anforderungen mit sich bringt. Der digitale Zwilling schafft hierbei Transparenz und Kontrolle über nahezu 100 Bauprojekte.
3. Worin unterscheidet sich der digitale Zwilling von einer herkömmlichen Simulation?
Im Gegensatz zu statischen Simulationen ist der digitale Zwilling ein dynamisches, interaktives Modell. Es aktualisiert sich kontinuierlich mit aktuellen Baustellendaten und ermöglicht nicht nur virtuelle Begehungen, sondern auch Schulungssimulationen für Arbeiter.
4. Gibt es auch Anwendungen für bestehende Bauwerke im Kontext Olympia 2026?
Ja. Ein Beispiel ist die Arena von Verona, ein römisches Amphitheater, das für Eröffnungs- und Abschlussfeiern genutzt wird. Für die Erhaltungsmaßnahmen wurde ein präzises 3D-Modell mithilfe hochauflösender Videoscans erstellt. Dieses dient als Grundlage für bauliche Anpassungen und logistische Planungen.
5. Welche Parallelen gibt es zwischen Olympia und industriellen Anwendungen?
Auch in der Industrie werden digitale Zwillinge zunehmend eingesetzt. Siemens nutzt sie zur Simulation von Neubauten und Umbauten in Werken, Henkel etwa zur digitalen Planung von Produktionsanlagen. Die Methoden aus dem Olympia-Projekt zeigen damit auch Wege zur Effizienzsteigerung in der industriellen Praxis.