Everllence-Verkauf an Bain Capital

Everllence-Verkauf: VW einigt sich mit Bain

Der Everllence-Verkauf nimmt Form an: Volkswagen hat mit Bain Capital eine exklusive Vereinbarung über 51 % der Anteile geschlossen. VW will mit 49 % wichtiger Anteilseigner bleiben.

Die Volkswagen Group hat mit Bain Capital eine exklusive Vereinbarung über den Verkauf der Mehrheitsbeteiligung an Everllence (im Bild der Standort Augsburg) abgeschlossen.
Die Volkswagen Group hat mit Bain Capital eine exklusive Vereinbarung über den Verkauf der Mehrheitsbeteiligung an Everllence (im Bild der Standort Augsburg) abgeschlossen.

Summary: Die Volkswagen Group hat eine exklusive Vereinbarung mit Bain Capital über den Verkauf von 51 % an Everllence geschlossen. Der Vollzug steht unter Vorbehalt von Arbeitnehmerverfahren in Frankreich sowie weiterer Bedingungen und regulatorischer Genehmigungen. Everllence soll mit Bain Capital Wachstum in Schifffahrt, Datacenters und Energiewirtschaft fortsetzen, während Volkswagen seine Strukturen verschlanken und finanzielle Flexibilität erhöhen will.

Warum Volkswagen beim Everllence-Verkauf auf Bain Capital setzt

Die Volkswagen Group hat mit Bain Capital eine exklusive Vereinbarung über den Verkauf der Mehrheit an Everllence abgeschlossen. Vorgesehen ist die Abgabe von 51 % der Anteile an Bain Capital. Mittelfristig plant Volkswagen, mit 49 % wichtiger Anteilseigner von Everllence zu bleiben, wie aus der Mitteilung hervorgeht.

Mit der Transaktion will Volkswagen die Substanz des Unternehmens in der laufenden Transformation erheblich stärken. Im Rahmen der geplanten Leveraged-Buy-out-Transaktion erlöst Volkswagen circa 7,4 Mrd. EUR. Der Buchwert der Everllence SE in der Bilanz der Volkswagen AG betrug zum Stichtag 31. Mai 2026 rund 3,4 Mrd. EUR.

Oliver Blume, CEO der Volkswagen Group, ordnet den Schritt strategisch ein: „Everllence hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt, auf die wir stolz sein können. Wir haben das Unternehmen mit der Übernahme im Jahr 2018 neu ausgerichtet und stärker gemacht. Heute gehört Everllence zu den weltweit führenden Herstellern für Großmotoren, Turbomaschinen und Dekarbonisierungslösungen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, den nächsten Schritt zu gehen – die Mehrheit abzugeben an einen neuen, starken Partner. Damit wollen wir Mehrwert für alle schaffen: Schlankere Strukturen und Prozesse geben Everllence die Chance auf weiteres Wachstum in attraktiven Märkten wie Datenzentren, Energiewirtschaft und Schifffahrt. Gleichzeitig können wir uns noch stärker auf unser Kerngeschäft konzentrieren.“

Wie Everllence mit neuer Eigentümerstruktur wachsen soll

Everllence zählt weltweit zu den führenden Herstellern von Großmotoren, Turbomaschinen und Dekarbonisierungslösungen. Durch die neue Eigentümerstruktur soll das Unternehmen sein Wachstum in dynamischen Märkten der globalen Schifffahrt, der Datacenters und der Energiewirtschaft weiter fortsetzen.

Uwe Lauber, CEO von Everllence, sieht in der Transaktion eine Grundlage für die nächste Entwicklungsphase: „Mit dieser Transaktion wollen wir die Grundlage schaffen, unseren erfolgreichen Wachstumskurs nachhaltig fortzusetzen und weiter zu beschleunigen. Die finanzielle Stärke, strategische Expertise und das globale Netzwerk von Bain Capital sollen unsere Position stärken, Innovationen voranzutreiben, Spitzentechnologie zu skalieren und neue Märkte zu erschließen. Gleichzeitig sind wir bestrebt, für unsere Kunden ein verlässlicher Partner zu bleiben – mit dem klaren Anspruch, Schlüsselindustrien weltweit effizienter, erfolgreicher und klimafreundlicher zu machen.“

Mit rund 16.000 Beschäftigten und einem Umsatz von 4,9 Mrd. EUR zählt Everllence zu den global bedeutendsten Herstellern von Großmotoren und Turbomaschinen. In den vergangenen Jahren hat sich das Unternehmen grundlegend gewandelt und sieht sich bereit für den nächsten Wachstumsschritt.

Welche Bedingungen für die Transaktion gelten

Die Transaktion steht noch unter Vorbehalt. Dazu gehören die gesetzlich vorgeschriebenen Informations- und Konsultationsverfahren der Arbeitnehmervertretungen in Frankreich sowie weitere Bedingungen und Genehmigungen der Regulierungsbehörden.

Volkswagen beschreibt den Schritt als Teil des aktiven Managements seiner Gesellschaften und Beteiligungen. Everllence soll nach Abschluss der geplanten Transaktion mit Bain Capital einen starken Partner erhalten. Gleichzeitig will die Volkswagen Group ihre Komplexität reduzieren und die eigene finanzielle Flexibilität erhöhen.

Arno Antlitz, CFO und COO der Volkswagen Group, erklärt: „Wir treiben die Transformation der Volkswagen Group konsequent voran und schaffen wettbewerbsfähige Strukturen. Dazu gehört auch das aktive Management unserer zahlreichen Gesellschaften und Beteiligungen. Nach Abschluss der geplanten Transaktion erhält Everllence mit Bain Capital einen starken Partner. Gemeinsam richten wir Everllence weiter konsequent auf die Anforderungen des Marktes hin gezielt aus – und nutzen so Wachstumschancen. Die Volkswagen Group will damit gleichzeitig die Komplexität ihrer Strukturen verringern, die Steuerung verschlanken, ihre Substanz stärken und ihre finanzielle Flexibilität erhöhen. Auch unsere Aktionäre können in mehrfacher Hinsicht von dieser Transaktion profitieren: zum einen durch die gestärkte Substanz der Volkswagen Group, zum anderen durch die Teilhabe an dem künftigen Wert- und Wachstumspotenzial von Everllence.“

Everllence von MAN Energy Solutions zur neuen Positionierung

Seit der Übernahme durch die Volkswagen Group vor acht Jahren wurde Everllence strategisch neu ausgerichtet und operativ gestrafft. Das Unternehmen ist Anbieter von Antriebs-, Dekarbonisierungs- und Effizienzlösungen für die Schifffahrt, die Energiewirtschaft und die Industrie.

Im Juni 2025 wurde das Unternehmen unter dem Namen Everllence neu positioniert. Zuvor firmierte es als MAN Energy Solutions. Die Entwicklung der vergangenen Jahre bildet nach Darstellung von Volkswagen die Grundlage für den nächsten Wachstumsschritt.

Wodurch die Nachfrage nach Everllence-Lösungen steigt

Everllence ist in den vergangenen sechs Jahren konstant gewachsen. Das Unternehmen hat dank hoher Nachfrage wiederholt Rekorde im Auftragseingang vermeldet.

Die Märkte, in denen Everllence tätig ist, wachsen weiter. Als Treiber nennt die Mitteilung die Energiewende, den globalen Infrastrukturausbau und den steigenden Strombedarf durch Digitalisierung und Rechenzentren.

Beschäftigungssicherung an deutschen Standorten

Im Zuge der Transaktion wurden Sicherungen für die deutschen Standorte des Unternehmens vereinbart. Die Standorte in Augsburg, Oberhausen, Berlin, Hamburg und Ravensburg bleiben auch unter der neuen Eigentümerstruktur mindestens bis Ende 2030 erhalten.

Betriebsbedingte Kündigungen sind in diesem Zeitraum ausgeschlossen. Damit enthält die Vereinbarung neben der Eigentümerstruktur auch Zusagen für zentrale deutsche Standorte von Everllence.

Mit Material von Everllence