Industrie bleibt vorsichtig

Ifo-Beschäftigungsbarometer steigt: Stellenabbau nimmt leicht ab

Das Ifo-Beschäftigungsbarometer steigt im Oktober auf 95,5 Punkte. Deutsche Unternehmen planen etwas weniger Stellenabbau. Während die Industrie Personal reduziert, wächst bei Dienstleistern die Zuversicht.

Die Beschäftigungsaussichten in Deutschland hellen sich leicht auf. Während die Automobilindustrie weiterhin Stellen abbauen will, planen Unternehmen der Elektronikbranche zusätzliche Einstellungen.
Die Beschäftigungsaussichten in Deutschland hellen sich leicht auf. Während die Automobilindustrie weiterhin Stellen abbauen will, planen Unternehmen der Elektronikbranche zusätzliche Einstellungen.

  • Das Ifo-Beschäftigungsbarometer steigt im Oktober von 95,1 auf 95,5 Punkte. Unternehmen in Deutschland planen insgesamt etwas weniger Stellenabbau.

  • In der Industrie verschlechtern sich die Beschäftigungsaussichten leicht. Besonders die Automobilbranche will weitere Arbeitsplätze streichen.

  • Dienstleister und Hersteller elektronischer sowie optischer Erzeugnisse planen dagegen zusätzliche Einstellungen.

  • Die Konjunkturaussichten verbessern sich: Die Bundesregierung erwartet 1,3 % Wirtschaftswachstum, das Ifo-Institut prognostiziert 1,4 %.

Die Beschäftigungsaussichten in Deutschland hellen sich leicht auf. Nach Einschätzung des Ifo-Instituts wollen die Unternehmen insgesamt etwas weniger Arbeitsplätze abbauen. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer stieg im Oktober auf 95,5 Punkte, nachdem es im September bei 95,1 Punkten gelegen hatte.

Von einer umfassenden Trendwende am Arbeitsmarkt kann allerdings noch keine Rede sein. Insbesondere die Industrie hält an ihren Plänen zum Personalabbau fest. Das geht aus den aktuellen Ergebnissen des Ifo-Instituts hervor, über die die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

«Die Unternehmen werden beim Stellenabbau etwas vorsichtiger. Für einen breiten Beschäftigungsaufbau fehlt dem Aufschwung aber noch die Stärke», sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen.

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Warum die Industrie weiterhin Stellen abbaut

Im Verarbeitenden Gewerbe hat sich die Beschäftigungssituation gegenüber September leicht verschlechtert. Die Industrieunternehmen rechnen weiterhin mit einem geringeren Personalbedarf. Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung in der Automobilindustrie, wo zusätzliche Stellenstreichungen geplant sind.

Allerdings entwickeln sich nicht alle Industriezweige gleich. Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen wollen wieder mehr Beschäftigte einstellen.

Insgesamt bleibt die Personalplanung der Industrie zurückhaltend. Zuletzt hatten die Industrieunternehmen Anfang 2023 einen Beschäftigungsaufbau vorgesehen.

Dienstleister planen zusätzliche Einstellungen

Anders als in der Industrie zeigt sich bei den Dienstleistungsunternehmen eine positivere Entwicklung. Nach Angaben des Ifo-Instituts planen sie tendenziell einen Beschäftigungsaufbau.

Auch bei den Leiharbeitsfirmen wächst die Zuversicht. Hintergrund sind die verbesserten Konjunkturaussichten, die sich zunehmend in der Personalplanung niederschlagen.

Im Handel bleibt die Situation dagegen unverändert angespannt. Die Unternehmen rechnen weiterhin mit weniger Beschäftigten. Auch im Baugewerbe zeichnet sich ein leichter Stellenabbau ab.

Wie entwickelt sich die deutsche Konjunktur?

Die vorsichtige Verbesserung der Beschäftigungsaussichten fällt mit einer zunehmend optimistischen Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung zusammen.

Laut Ifo-Institut hat sich die Stimmung in den Führungsetagen deutscher Unternehmen zuletzt den sechsten Monat in Folge verbessert. Auch die Wachstumserwartungen fallen positiver aus.

Die Bundesregierung rechnet für das laufende Jahr mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,3 %. Das Ifo-Institut prognostiziert sogar ein Wachstum von 1,4 %.

Damit könnte die längere wirtschaftliche Schwächephase zu Ende gehen. Im Jahr 2025 war das deutsche Bruttoinlandsprodukt lediglich um 0,2 % gewachsen. In den beiden Jahren zuvor war die Wirtschaftsleistung jeweils zurückgegangen.

Die verbesserten Konjunkturprognosen spiegeln sich bislang jedoch nur begrenzt in den Beschäftigungsplänen wider. Während einzelne Branchen zusätzliche Arbeitskräfte einstellen wollen, bleibt der Personalabbau insbesondere in der Industrie ein bestimmendes Thema.

Mit Material der dpa

Was Sie zum Thema Ifo-Beschäftigungsbarometer wissen müssen

  • Was zeigt das Ifo-Beschäftigungsbarometer im Oktober? – Das Barometer steigt von 95,1 Punkten im September auf 95,5 Punkte im Oktober. Unternehmen planen damit insgesamt etwas weniger Stellenabbau.

  • Warum bleibt das Ifo-Beschäftigungsbarometer für die Industrie kritisch? – Industrieunternehmen planen weiterhin Personalabbau. Besonders die Automobilindustrie will weitere Stellen streichen.

  • Welche Branchen entwickeln sich laut Ifo-Beschäftigungsbarometer positiv? – Dienstleister sowie Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen planen zusätzliche Einstellungen.

  • Was bedeutet das Ifo-Beschäftigungsbarometer für den Arbeitsmarkt? – Die Unternehmen werden beim Stellenabbau vorsichtiger. Für einen breiten Beschäftigungsaufbau reicht die Stärke des wirtschaftlichen Aufschwungs bislang nicht aus.

  • Wie hängen Ifo-Beschäftigungsbarometer und Konjunktur zusammen? – Die verbesserten Wachstumsaussichten stärken die Zuversicht der Unternehmen. Das Ifo-Institut erwartet ein Wirtschaftswachstum von 1,4 %, während die Bundesregierung 1,3 % prognostiziert.