Eine Frau arbeitet an einem Metallteil.

Die IG Metall will in der Tarifrunde Jobs und Einkommen für Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie sichern. - Bild: Adobe Stock/Kzenon

| von Anja Ringel

In der anstehenden Tarifrunde für die deutsche Metall- und Elektroindustrie will die IG Metall Arbeitsplätze und Einkommen gleichermaßen sichern. Die von den Arbeitgebern geforderte Nullrunde werde es für die 3,9 Millionen Beschäftigten nicht geben, machten die Bezirksvorsitzenden am Donnerstag bei Sitzungen der regionalen Tarifkommissionen deutlich.

Nach den Worten des Stuttgarter Bezirksleiters Roman Zitzelsberger soll ein Gesamtvolumen beziffert werden, mit dem man je nach Lage des Betriebs höhere Gehälter oder kürzere Arbeitszeiten mit einem Teillohnausgleich finanzieren könnte.

Es müsse zur Beschäftigungssicherung ein Wahlmodell für eine Vier-Tage-Woche mit Teillohnausgleich geben, verlangte NRW-Bezirkschef Knut Giesler. Die Vier-Tage-Woche schaffe auch Möglichkeiten zur dringend benötigten Weiterbildung: "Vier Tage Arbeit und ein Tag Qualifizierung sind mit diesem Arbeitszeitmodell möglich."

Keine konkreten Tarifforderungen

Zitzelsberger verwies darauf, dass die Coronakrise die Metall- und Elektroindustrie höchst unterschiedlich getroffen habe. Die Bandbreite reiche von deutlichen Renditesteigerungen, etwa in der Medizintechnikbranche, bis zu monatelanger Kurzarbeit. Bei vielen Beschäftigten sei zuletzt der Eindruck entstanden, dass auch Unternehmen, denen es so schlecht gar nicht gehe, nun die Krise nutzten, um lange geplante Konzepte etwa zum Abbau von Arbeitsplätzen umzusetzen.

Konkrete Tarifforderungen stellten die Delegierten nicht auf. Sie sollen nach einem Zusammenspiel zwischen den Bezirken und dem Gewerkschaftsvorstand in Frankfurt am 26. November endgültig festgelegt werden. Erste regionale Verhandlungen sind noch für den Dezember vorgesehen. Ab 29. Januar 2021 wären mit dem Ende der Friedenspflicht Warnstreiks möglich.

Die Arbeitgeber betonten, in der Krise gebe es keinen Spielraum für Lohnerhöhungen. Die Vier-Tage-Woche mit teilweisem Lohnausgleich verteuere die Kosten der geleisteten Arbeit und sei in der jetzigen Situation "absurd", sagte der designierte Gesamtmetall-Chef Stefan Wolf. Stattdessen wollten die Arbeitgeber einen automatisierten Prozess verankern, der es schwer getroffenen Firmen ermögliche, nach unten vom Flächentarif abzuweichen. "Es kann nicht sein, dass es im Flächentarif in guten Zeiten nur steil bergauf mit dauerhaften Kosten geht, von denen wir in schlechten Zeiten nicht wieder runterkommen."

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