Ingenieur zeigt einen Computer-Mikrochip. Im Hintergrund eine elektronische Leiterplatte

Intel will eine neue Chipfabrik in Magdeburg bauen. (Bild: uflypro - stock.adobe.com (Symbolbild))

Der US-Chiphersteller Intel steht zu seinen Investitionsplänen in Magdeburg und hat einen groben Zeitplan genannt. "Bislang haben wir das Jahr 2023 für Genehmigungen eingeplant und vielleicht etwa 2024 für den Start der Bauarbeiten", sagte Intel-Vorstand Keyvan Esfarjani in einem Interview mit 'Zeit online'. "Wir haben jetzt erst einmal das Grundstück gekauft und dafür einen großen Scheck ausgestellt - trotz des wirtschaftlich unsicheren Umfelds. Die Planungen in Sachsen-Anhalt und vor allem in Magdeburg laufen sehr gut." Zugleich rückte der Intel-Vorstand die Frage nach der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts in den Fokus.

Angesichts steigender Bau-, Transport- und Energiepreise unterstrich Esfarjani: "Die finanzielle Unterstützung der Bundesregierung ist ein Schlüsselfaktor für uns, wir müssen schließlich den wirtschaftlichen Sturm überstehen. Es hängt alles vom Ausblick ab: Wenn sich die Wirtschaft erholt und wir wieder zurück zu mehr Stabilität kommen, dann ist alles bestens. Aber es gibt noch immer viele Engpässe, beispielsweise die Knappheit von Ingenieuren und Bauarbeitern in Deutschland. Das führt zu einem großen Kostendruck."

Allerdings sieht es auch bei Intel selbst nicht rosig aus: Im dritten Quartal 2022 verkündete der Chiphersteller einen Umsatzrückgang von 20 Prozent. Der Gewinn brach sogar um 85 Prozent auf eine Milliarde US-Dollar ein. Betroffen von dem Rückgang sind vor allem die PC- und Serversparte. 2023 will Intel seine Kosten daher um drei Milliarden Dollar senken, bis 2025 sollen acht bis zehn Milliarden Dollar eingespart werden. Auch Stellenstreichungen sind geplant. Bloomberg spekuliert über "Tausende".

Intel-Chef: Europa muss wettbewerbsfähig bleiben

Es gehe nicht allein um das Bekenntnis zu Magdeburg, sondern wie Europa im Vergleich zu anderen Regionen wettbewerbsfähig bleibe. "Wir hinterfragen das Projekt nicht. Aber man kann Computerchips eben nur zu einem bestimmten Preis produzieren, wenn man international mithalten will. Und natürlich spielt die Regierung da eine Rolle, die Stadt Magdeburg, aber auch wir als Unternehmen, damit die Produktion kosteneffizient ist", sagte Esfarjani weiter.

Mit Blick auf die Energiekosten sagte er: "Deutschland hat seine eigenen Experten dafür, die wissen, wie man die Energiepreise wieder auf unter 6 bis 8 Cent bekommt. Ich kann nur sagen: Eine Chipfabrik mit Strompreisen von 50 Cent (je Kilowattstunde) ist definitiv nicht wettbewerbsfähig."

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Strategisch sei die Fabrik in Deutschland extrem wichtig, sagte Esfarjani mit Blick auf die Chipknappheit, unter der auch die deutsche Autoindustrie gelitten hat: "Bislang kommen die Chips aus Taiwan und China. Es ist zentral, jetzt unabhängiger zu werden."

Im März 2022 hatte Intel bekannt gegeben, dass in Magdeburg ab 2027 Chips der neuesten Generation produziert werden sollen. In einer ersten Ausbaustufe sollen zwei Halbleiterwerke gebaut werden, mehrere Tausend Arbeitsplätze könnten entstehen. Um Wettbewerbsnachteile im Vergleich zu anderen Regionen auszugleichen, hat die Politik eine Förderung in Milliardenhöhe in Aussicht gestellt. Dafür muss die EU jedoch die rechtlichen Rahmenbedingungen ändern.

Mit Material von dpa

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(Bild: mi-connect)

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dpa