Neue Start-up-Strategie rückt Verteidigung in den Fokus
Die Bundesregierung richtet ihre neue Start-up-Strategie auf mehr Wachstumskapital, weniger Bürokratie sowie eine stärkere Förderung von Sicherheits- und Verteidigungstechnologien aus.
Mit neuen Förderinstrumenten will die Bundesregierung mehr privates Wachstumskapital mobilisieren und zugleich innovative Start-ups aus der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie stärken.Symbolbild - KI-generiert
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Summary:
Die Bundesregierung will mit einer neuen Start-up-Strategie die Wachstumsbedingungen für junge Unternehmen verbessern. Vorgesehen sind unter anderem ein Ausbau des Deutschlandfonds, mehr Risikokapital und gezielte Unterstützung für Technologie- sowie Verteidigungs-Start-ups. Ziel ist es, den Kapitalzugang zu erleichtern, Fachkräfte zu gewinnen und den Standort Deutschland im internationalen Wettbewerb zu stärken.
Bundesregierung beschließt neue Start-up-Strategie
Die Bundesregierung will junge, innovative Unternehmen künftig gezielt in ihrer Wachstumsphase unterstützen. Erstmals rückt dabei der Bereich Sicherheit und Verteidigung in den Mittelpunkt der staatlichen Förderung. Das ist der Kern der neuen Start-up- und Scaleup-Strategie der schwarz-roten Koalition, die im Bundeskabinett verabschiedet werden soll.
Mit den Maßnahmen soll verhindert werden, dass erfolgreiche Gründungen während ihrer internationalen Expansion ins Ausland abwandern. Das geht aus dem Strategiepapier hervor, das der dpa vorliegt.
Wie soll der Zugang zu Risikokapital verbessert werden?
Ein zentraler Bestandteil der Strategie ist der Ausbau des Deutschlandfonds. Das Förder- und Absicherungsprogramm der Bundesregierung soll mithilfe staatlicher Garantien Investitionsrisiken reduzieren und dadurch bis zu 130 Milliarden EUR an privatem Kapital für Zukunfts- und Infrastrukturprojekte mobilisieren.
Darüber hinaus sieht das Strategiepapier vor, Wagniskapital-Investitionen in der Altersvorsorge stärker zu berücksichtigen. Auch Stiftungen sollen künftig leichter in Start-ups investieren können.
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Neben der Finanzierung plant die Bundesregierung einen Bürokratieabbau. Das Projekt „Schneller Gründen“ soll Verwaltungsprozesse vollständig digitalisieren. Zusätzlich ist auf europäischer Ebene eine einheitliche Rechtsform vorgesehen, um grenzüberschreitende Aktivitäten von Unternehmen zu erleichtern.
Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst: „Deutschland muss seine jungen Unternehmen engagierter unterstützen, wenn wir in Zukunftsfeldern wie KI, Quantencomputing oder Cybersicherheit vorne mitspielen wollen. Mit der neuen Startup- und Scaleup-Strategie unterstreicht die Bundesregierung die Bedeutung von Tech-Gründungen für Wertschöpfung, Arbeitsplätze und technologische Souveränität. Wir begrüßen sehr, dass die Strategie erstmals auch konsequent auf Scaleups ausgerichtet wird und Schlüsselthemen wie Wachstumsfinanzierung, Bürokratieabbau, Transfer aus der Wissenschaft und Internationalisierung betont sowie insbesondere auch Sicherheits- und Verteidigungs-Startups ausdrücklich anspricht.
Allerdings ist bereits ein Viertel der Legislaturperiode vorbei und es sind noch viele offene Punkte zu klären. Im Koalitionsvertrag hat die Regierung Startups und Scaleups in den Mittelpunkt ihrer Wirtschaftspolitik gerückt, jetzt müssen den Versprechen auch Taten folgen. Notwendig sind überall Meilensteine, eine enge Abstimmung mit den Ländern und schließlich auch ein konsequentes Monitoring der Umsetzung."
Den Handlungsbedarf unterstreicht nach Angaben der dpa das aktuelle Start-up-Barometer der Beratungsgesellschaft EY. Zwar stieg das eingesammelte Risikokapital im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahr um 14 % auf rund 5,3 Milliarden EUR. Gleichzeitig ging die Zahl der Finanzierungsrunden jedoch um 11 % zurück.
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Dem Bericht zufolge konzentrieren Investoren ihre Mittel zunehmend auf wenige große Finanzierungsrunden mit einem Volumen von mehr als 50 Millionen EUR. Junge und kleinere Start-ups haben dadurch größere Schwierigkeiten, Kapital für ihre Wachstumspläne zu erhalten. Die Strategie der Bundesregierung soll deshalb den Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten über sämtliche Wachstumsphasen hinweg verbessern.
Fokus auf Technologie und Verteidigung
Besonders im Technologiesektor zeigt sich laut EY ein hohes Investoreninteresse. Neben Hardware-Unternehmen verzeichneten insbesondere Verteidigungs-Start-ups im ersten Halbjahr Mittelzuflüsse in Höhe von 579 Millionen EUR.
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Die Bundesregierung reagiert darauf mit einem speziellen Direktbeteiligungsvehikel für Start-ups aus der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. Gleichzeitig soll der Zugang junger Technologieunternehmen zu öffentlichen Aufträgen erleichtert werden, wie aus der Mitteilung hervorgeht.
Zum Abschluss der Strategie nimmt die Bundesregierung auch den Fachkräftemangel in den Blick. Geplant sind flexiblere Kündigungsregeln für hoch vergütete Arbeitsverhältnisse sowie attraktivere steuerliche Rahmenbedingungen für die Mitarbeiterkapitalbeteiligung.
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Mit diesen Maßnahmen sollen deutsche Start-ups ihre Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte verbessern.
• Was ist das Ziel der Start-up-Strategie? – Die Strategie soll den Zugang zu Wachstumskapital verbessern, Bürokratie abbauen und den Standort Deutschland für junge Unternehmen stärken.
• Welche Rolle spielt die Start-up-Strategie für Verteidigungs-Start-ups? – Erstmals werden Sicherheits- und Verteidigungs-Start-ups gezielt gefördert, unter anderem durch ein Direktbeteiligungsvehikel und einen erleichterten Zugang zu öffentlichen Aufträgen.
• Wie unterstützt die Start-up-Strategie den Zugang zu Risikokapital? – Vorgesehen sind unter anderem der Ausbau des Deutschlandfonds sowie bessere Rahmenbedingungen für Investitionen von Altersvorsorgeeinrichtungen und Stiftungen.
• Warum gilt die Start-up-Strategie als notwendig? – Trotz steigender Investitionssummen sinkt die Zahl der Finanzierungsrunden. Vor allem kleinere Start-ups haben zunehmend Schwierigkeiten, Kapital einzuwerben.
• Welche Maßnahmen enthält die Start-up-Strategie gegen den Fachkräftemangel? – Geplant sind flexiblere arbeitsrechtliche Regelungen für bestimmte Beschäftigungsverhältnisse sowie attraktivere steuerliche Bedingungen bei der Mitarbeiterkapitalbeteiligung.