Stahlkonzern Salzgitter übernimmt HKM allein

Salzgitter AG wird Alleingesellschafterin von HKM

Die Salzgitter AG übernimmt zum 1. Juni 2026 die volle Kontrolle über die Hüttenwerke Krupp Mannesmann. Ein Meilenstein mit klaren industriellen Perspektiven.

Die Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) werden küftig alleine von der Salzgitter AG geführt.
Die Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) werden küftig alleine von der Salzgitter AG geführt.

Eigentümerwechsel bei HKM fest vereinbart

Die Salzgitter AG plant, die Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) ab dem 1. Juni 2026 als alleinige Gesellschafterin fortzuführen. Das geht aus einem am 6. Februar 2026 veröffentlichten Eckpunktepapier hervor, das zwischen Salzgitter AG und Thyssenkrupp Steel vereinbart wurde.

Demnach übernimmt die Salzgitter AG die bislang von Thyssenkrupp Steel gehaltenen Gesellschaftsanteile. Die Vereinbarung sieht weiterhin vor, dass HKM künftig in reduziertem Umfang weitergeführt wird. Die Belieferung von Thyssenkrupp Steel mit Brammen aus dem Duisburger Werk soll noch bis Ende 2028 gewährleistet werden. Ursprünglich war eine Belieferung bis 2032 vorgesehen.

Mit dieser Einigung ziehen beide Unternehmen einen klaren Schnitt. Die Vertragsbeziehungen zwischen Thyssenkrupp Steel und HKM werden in den kommenden Jahren systematisch entflechtet. Über die finanziellen Details der Entflechtung haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart.

Industrielle Zukunft für HKM im Fokus

Die Umsetzung der Vereinbarung steht noch unter Vorbehalt. Sie bedarf der Zustimmung der relevanten Gremien und einer positiven Bewertung durch ein Fortführungsgutachten, das die Salzgitter AG bereits in Auftrag gegeben hat.

Darüber hinaus ist der Verkauf auch von der Zustimmung des dritten Gesellschafters abhängig: Vallourec S.A. muss seine Anteile ebenfalls an die Salzgitter AG abtreten.

Gunnar Groebler, Vorstandsvorsitzender der Salzgitter AG, sieht in der getroffenen Vereinbarung einen entscheidenden Fortschritt: „Diese Vereinbarung ist ein wichtiges Etappenziel und bringt uns auf dem Weg ein gutes Stück weiter, für HKM eine gute industrielle Zukunft zu erarbeiten. Sie schafft Klarheit für alle Beteiligten in diesem Prozess und gibt den Mitarbeitenden von HKM eine positive Perspektive. HKM kann so ein Teil des Transformationsprozesses hin zur CO₂-armen Stahlerzeugung im Salzgitter-Konzern werden. Wir danken allen Beteiligten für die konstruktiven Verhandlungen und Begleitung des Verfahrens.“

Reduzierung des Lieferumfangs schafft Spielraum

Der nun auf 2028 befristete Lieferzeitraum für die Brammenversorgung von Thyssenkrupp Steel eröffnet beiden Unternehmen neue strategische Spielräume. Während sich Salzgitter auf eine verstärkte Integration von HKM in die eigene Konzernstruktur konzentriert, kann Thyssenkrupp Steel die eigene Produktionsplanung langfristig unabhängig gestalten.

Marie Jaroni, CEO von Thyssenkrupp Steel, bewertet die Einigung als zukunftsorientierten Schritt: „Die Einigung ist ein wichtiger Meilenstein zur weiteren Umsetzung unseres industriellen Konzepts und damit zur zukunftsfesten Aufstellung von Thyssenkrupp Steel. Mit der Vereinbarung ist es uns gelungen, eine faire und für alle Beteiligten tragfähige Lösung zu erzielen. Damit kommen wir unserer Verantwortung sowohl für Thyssenkrupp Steel als Ganzes als auch für die HKM-Beschäftigten nach.“

Perspektiven im Wandel der Stahlindustrie

Mit der geplanten Alleinverantwortung der Salzgitter AG für HKM wird ein industriepolitisch bedeutender Wandel in der deutschen Stahlindustrie konkret. Die Rolle von HKM als integrierter Bestandteil zweier Großkonzerne wird damit aufgelöst. Gleichzeitig eröffnet sich die Möglichkeit, die HKM gezielt in bestehende Transformationsprozesse des Salzgitter-Konzerns einzubinden.

Die Herausforderung: Die Umstellung auf CO₂-reduzierte Stahlherstellung ist komplex und kapitalintensiv. Mit der Übernahme verfolgt Salzgitter das Ziel, die Kapazitäten von HKM fokussiert und zukunftsorientiert zu nutzen – im Rahmen eines verkleinerten, aber schlagkräftigen Industrieverbunds.

Mit Material von Thyssenkrupp

FAQ zur HKM-Übernahme durch Salzgitter

Wann übernimmt Salzgitter die Anteile an HKM? – Zum 1. Juni 2026 ist der Verkauf der Anteile von thyssenkrupp Steel an die Salzgitter AG vorgesehen.

Bis wann wird Thyssenkrupp Steel von HKM beliefert? – Die Belieferung mit Brammen ist bis Ende 2028 vereinbart.

Wer muss der Übernahme noch zustimmen? – Die zuständigen Gremien sowie der Mitgesellschafter Vallourec S.A. müssen noch zustimmen.

Was passiert mit den bisherigen vertraglichen Bindungen? – Diese werden entflechtet, zu finanziellen Details wurde Stillschweigen vereinbart.

Wie begründet Salzgitter den Schritt? – Die Übernahme sei ein Meilenstein für eine CO₂-arme Stahlzukunft innerhalb des Konzerns.