BMW

BMW wehrt sich gegen die Schummelvorwürfe, die von Seiten der Deutschen Umwelthilfe erhoben werden. - Bild: BMW

| von Stefan Weinzierl

Der Lobbyverband DUH wirft dem Münchner Autokonzern vor, bei den Abgaswerten seiner Fahrzeuge zu tricksen. Ein Test mit einem BMW 320d hätte ergeben, dass in bestimmten Fahrsituationen der Ausstoß von Stickoxiden (NOx) im Straßenbetrieb um das bis zu 7,2-Fache höher sei als im Labor ermittelte Werte.

Ursache für diese Werte ist laut DUH vor allem, dass die Abgasrückführung unter bestimmten Bedingungen teilweise praktisch abgeschaltet werde. Laut den Untersuchungen werde als Parameter für die Abschaltung nicht nur die Drehzahl, sondern auch das Drehmoment verwendet.

Laut einem Experten der DUH werde die Abgasrückführung oberhalb von 3.500 Umdrehungen komplett abgeschaltet. Dies sei in der Software des Fahrzeugs so abgelegt. Es gäbe ein Kennfeld dazu und entsprechende Daten. Eine solche Drehzahl erreicht man bereits bei 47 km/h im zweiten Gang, 70km/h im dritten Gang, 87 km/h im vierten Gang und 112 km/h im fünften Gang. 

BMW wittert Kampagne

Genau diese Werte sind es aber, die BMW an der Belastbarkeit der Untersuchung zweifeln lassen. Denn niemand fahre über einen relevanten Zeitraum in einem so hohen Drehzahlbereich - das sei  lediglich bei kurzfristigen Beschleunigungen der Fall. Entsprechend harsch fällt die Erwiderung von Seiten BMW aus: "Wenn ein Tester bewusst und zielgerichtet untypische Fahrweisen im Randbereich erzwingt, um plakative Emissionswerte zu konstruieren, dann hat das Züge einer gezielten Kampagne", sagte Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich der "Welt". Sein Unternehmen wies sämtliche Manipulationsvorwürfe zurück.

Tatsächlich musste die DUH das Fahrzeug anscheinend manipulieren, um zu ihren Testergebnissen zu kommen. Denn der Wagen ist eigentlich mit einem Automatikgetriebe ausgerüstet, das schon bei wesentlich niedrigeren Drehzahlen hochschaltet. Diese wurde wohl deaktiviert und so mit teils wesentlich höheren als den vorgesehenen Drehzahlen operiert.

KBA mischt jetzt mit

Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) wird den Vorwurf der Abgas-Schummelei gegen BMW untersuchen. Das ordnete das Bundesverkehrsministerium als Dienstherr des KBA an. "Das Kraftfahrt-Bundesamt ist unmittelbar nach Bekanntgabe der Vorwürfe von der Untersuchungskommission des BMVI beauftragt worden, den Vorwürfen nachzugehen", erklärte das Ministerium.

Mit Material von Dow Jones Newswires

Der Eintrag "freemium_overlay_form_pro" existiert leider nicht.