Marktschwäche trifft Motion-Control-Spezialisten

Stabilus SE: Umsatzrückgang im Q1 / 26

Ein schwacher Automobilmarkt in China, negative Währungseffekte und ein rückläufiges globales Umfeld prägen das erste Quartal 2026 für Stabilus SE. Trotz des Drucks bleibt der Ausblick stabil.

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Die Stabilus SE hat das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 mit einem Umsatz- und Ergebnisrückgang abgeschlossen.
Die Stabilus SE hat das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 mit einem Umsatz- und Ergebnisrückgang abgeschlossen.

Rückläufige Geschäftsentwicklung im ersten Quartal

Die Stabilus SE hat das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 mit einem Umsatzrückgang abgeschlossen. Der Konzernumsatz fiel auf 291,1 Mio. EUR, ein Minus von 10,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal (326,0 Mio. EUR). Mehr als ein Drittel des Rückgangs ist auf Währungseffekte zurückzuführen, die mit 3,7 Prozent zu Buche schlugen. Der organische Rückgang lag bei 7,0 Prozent und wurde vor allem durch ein schwaches Automotive-Geschäft in China verursacht.

Im Vergleich zum Vorjahr reduzierte sich das bereinigte EBIT von 37,8 Mio. EUR auf 29,3 Mio. EUR. Das entspricht einer bereinigten EBIT-Marge von 10,1 Prozent nach zuvor 11,6 Prozent. Der bereinigte Free Cashflow hingegen konnte deutlich auf 23,9 Mio. EUR gesteigert werden – ein Anstieg um 15 Mio. EUR gegenüber dem ersten Quartal 2025.

Fokus auf Effizienz und Transformationsprogramm

„Trotz eines weiterhin herausfordernden Marktumfelds, das sich im jüngsten Quartal insbesondere in China im Automotive-Bereich weiter verschärft hat, treiben wir die konsequente Stärkung unseres Unternehmens entschlossen voran“, erklärte Dr. Michael Büchsner, CEO von Stabilus. Das seit September 2025 laufende Transformationsprogramm verlaufe planmäßig. Auch bei den Investitionen in neue Produkte wurde im Berichtsquartal kein Sparkurs eingeschlagen.

„Mit dem im September gestarteten und planmäßig laufenden Transformationsprogramm haben wir bereits die Weichen für die weitere Verbesserung unserer Resilienz gestellt. Bei den Investitionen in neue Produkte haben wir uns im abgelaufenen Quartal zudem bewusst entschieden, keine Abstriche zu machen und damit neue, vielversprechende Produkte mit großem Marktpotenzial in die Pipeline zu geben“, so Büchsner weiter.

Finanzvorstand Andreas Jaeger unterstrich die positive Wirkung der eingeleiteten Maßnahmen: „Durch frühzeitig eingeleitete Kosten- und Effizienzprogramme haben wir die Profitabilität in der Region EMEA gesteigert und in APAC auch vor dem Hintergrund eines deutlichen Umsatzrückgangs auf einem hohen Niveau stabilisiert.“

Die Free-Cashflow-Entwicklung bezeichnete Jaeger als klares Signal: „Gleichzeitig ist es uns gelungen, den bereinigten Free Cashflow deutlich zu steigern. Das unterstreicht die Wirksamkeit unserer Maßnahmen sowie unsere konsequente Fokussierung auf Ergebnisqualität und Cashflow-Generierung.“

Regionen im Vergleich

Die regionale Entwicklung im ersten Quartal zeigt ein heterogenes Bild. Während in der Region EMEA ein nahezu stabiler Umsatz erzielt wurde, sanken die Umsätze in APAC deutlich und in Americas moderat.

In EMEA belief sich der Umsatz auf 123,6 Mio. EUR nach 125,4 Mio. EUR im Vorjahr. Die bereinigte EBIT-Marge stieg um 1,9 Prozentpunkte auf 10,8 Prozent. In der Region Americas sank der Umsatz von 113,7 Mio. EUR auf 107,2 Mio. EUR – ein Rückgang von 5,7 Prozent. Besonders belastend wirkte hier der schwache US-Dollar. Die EBIT-Marge fiel auf 4,7 Prozent (Vorjahr: 8,5 Prozent), was vor allem auf gestiegene Personalkosten zurückzuführen ist.

Deutlich kritischer entwickelte sich das Geschäft in der Region APAC: Der Umsatz ging von 86,9 Mio. EUR auf 60,3 Mio. EUR zurück. Trotz dieses Rückgangs konnte die Marge durch Effizienzmaßnahmen auf einem hohen Niveau von 18,1 Prozent gehalten werden (Q1 GJ2025: 19,4 Prozent).

Aerospace wächst – andere Segmente schwächeln

Segmentseitig zeigte sich das Marktumfeld uneinheitlich. Während das Segment Aerospace, Marine & Rail (AMR) ein Umsatzwachstum von 16 Prozent verzeichnete, waren in allen anderen Bereichen Rückgänge zu beobachten.

Besonders stark betroffen war das Segment Energy & Construction mit einem Minus von 30 Prozent. Auch Automotive – aufgeteilt in die Einheiten AGS (Automotive Gas Spring) und APR (Automotive Powerise) – musste ein Minus von 14 Prozent hinnehmen. Das Segment Industrial Machinery verzeichnete einen Rückgang um 10 Prozent.

Auffällig ist dabei die vergleichsweise resiliente Entwicklung im Industriesektor, während der Automobilbereich stärker unter Druck steht.

Entwicklung nach Geschäftseinheiten

In den einzelnen Geschäftseinheiten spiegeln sich die Herausforderungen der Branche ebenfalls wider:

  • Automotive Powerise: Umsatzrückgang um 14,8 Prozent auf 85,6 Mio. EUR (Q1 GJ2025: 100,5 Mio. EUR)
  • Automotive Gas Spring: Rückgang um 12,7 Prozent auf 73,6 Mio. EUR (Q1 GJ2025: 84,3 Mio. EUR)
  • Industrial Components: Rückgang um 4,1 Prozent auf 92,3 Mio. EUR (Q1 GJ2025: 96,2 Mio. EUR)
  • Industrial Automation (inkl. Destaco): Minus von 12 Prozent auf 39,6 Mio. EUR (Q1 GJ2025: 45,0 Mio. EUR)

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2026

Trotz des herausfordernden Starts bestätigt Stabilus die Prognose für das Gesamtgeschäftsjahr 2026. Erwartet wird ein Umsatz zwischen 1,1 Mrd. EUR und 1,3 Mrd. EUR. Die bereinigte EBIT-Marge soll zwischen 10 und 12 Prozent liegen. Der bereinigte Free Cashflow wird in einer Spanne von 80 Mio. EUR bis 110 Mio. EUR prognostiziert.

Die vollständige Quartalsmitteilung steht auf der Unternehmenswebseite zur Verfügung: https://ir.stabilus.com/de

Mit Material von Stabilus

Stabilus Q1 / 26: Wichtigste Kennzahlen im Überblick

KennzahlQ1 GJ2026Q1 GJ2025Veränderung
Umsatz gesamt291,1 Mio. EUR326,0 Mio. EUR-10,7 %
Bereinigtes EBIT29,3 Mio. EUR37,8 Mio. EUR-22,5 %
EBIT-Marge bereinigt10,1 %11,6 %-1,5 Pp
Gewinn8,1 Mio. EUR14,3 Mio. EUR-43,4 %
Bereinigter Free Cashflow23,9 Mio. EUR8,9 Mio. EUR+168,5 %
Umsatz EMEA123,6 Mio. EUR125,4 Mio. EUR-1,4 %
Umsatz Americas107,2 Mio. EUR113,7 Mio. EUR-5,7 %
Umsatz APAC60,3 Mio. EUR86,9 Mio. EUR-30,6 %

FAQ zum Q1 / 26 der Stabilus SE

Was sind die Hauptgründe für den Umsatzrückgang bei Stabilus im Q1 GJ2026? - Ein schwaches Marktumfeld, insbesondere im Automobilbereich in China, sowie negative Währungseffekte.

Welche Regionen waren besonders betroffen? - Die Region APAC verzeichnete den stärksten Umsatzrückgang, während EMEA stabil blieb.

Wie entwickelte sich der bereinigte Free Cashflow? - Er stieg deutlich auf 23,9 Mio. EUR (Q1 GJ2025: 8,9 Mio. EUR).

Welche Maßnahmen wurden zur Effizienzsteigerung ergriffen? - Frühzeitig eingeleitete Kosten- und Effizienzprogramme insbesondere in EMEA und APAC.

Wie lautet die Prognose für das Gesamtjahr 2026? - Stabilus erwartet einen Umsatz zwischen 1,1 und 1,3 Mrd. EUR, eine EBIT-Marge von 10-12% und einen FCF von 80 bis 110 Mio. EUR.