Stahlschrottbilanz 2025

Stahlschrottbilanz: Warum Exporte nötig werden

Die Stahlschrottbilanz 2025 zeigt: Die schwache Stahlkonjunktur senkt den Schrottbedarf deutscher Werke und macht Exporte wichtiger.

Symbolbild eines Schrottplatzes mit Stahlrecycling, Greifbagger, Stahlwerk und Frachtschiff im Hafen.
Stahlschrott bleibt für die Stahlindustrie ein zentraler Rohstoff. Die schwache Inlandsnachfrage macht internationale Absatzmärkte für die Recyclingwirtschaft wichtiger.

Summary: bvse und BDSV haben auf der IFAT 2026 in München die Deutsche Stahlschrottbilanz 2025 vorgelegt. Die Rohstahlproduktion sank deutlich, während Schrottexporte wegen schwacher Inlandsnachfrage zulegten. Für die Recyclingwirtschaft bleiben internationale Märkte wichtig, um Sammel- und Aufbereitungsstrukturen zu sichern.

Warum die Stahlschrottbilanz 2025 unter Druck steht

Die Deutsche Stahlschrottbilanz für das Jahr 2025 fällt in ein schwieriges Marktumfeld. Wie bvse und BDSV im Rahmen der IFAT 2026 in München mitteilen, war das Jahr von einer spürbaren Schwäche der Stahlmärkte geprägt.

Die Rohstahlproduktion in Deutschland sank um 8,6 % auf 34,1 Mio. t. Damit blieb die deutsche Stahlproduktion zum vierten Mal seit 2018 unter der Marke von 40 Mio. t. Die Entwicklung wirkte sich unmittelbar auf die Stahlrecyclingindustrie aus: Die Schrottzukäufe der deutschen Stahlwerke gingen um 5,3 % beziehungsweise 670.000 t auf 12,0 Mio. t zurück.

Wie sich Hochofen- und Elektrostahlroute entwickeln

Innerhalb der Erzeugungsrouten zeigt die Stahlschrottbilanz eine deutliche Spreizung. Die konventionelle Hochofenroute verzeichnete einen Produktionsrückgang von 10,7 %. Die schrottbasierte Elektrostahlroute gab dagegen mit -3,5 % deutlich moderater nach.

Durch die gesunkene Gesamtproduktion gewann die Elektrostahlroute relativ an Bedeutung. Ihr Output lag bei 10,4 Mio. t, der Anteil an der Rohstahlproduktion stieg von 29,0 % auf 30,6 %. Entsprechend erhöhte sich auch der Schrottanteil an der gesamten Rohstahlproduktion auf 46,2 %.

Schwache Inlandsnachfrage verändert den Außenhandel

Der geringere Bedarf deutscher Stahlwerke zeigte sich auch im Außenhandel. Die Schrottimporte sanken um 9,4 % auf 3,9 Mio. t. Gleichzeitig stiegen die Exporte um 5,3 % auf 7,7 Mio. t.

„Dieser Anstieg des Exportvolumens und der daraus resultierende Netto-Exportüberschuss von 3,7 Mio. t ist die zwangsläufige Folge der schwachen Inlandsnachfrage“, erklären bvse und BDSV.

Damit werden internationale Märkte für die mittelständisch geprägte Recyclingwirtschaft zu einem zentralen Absatzkanal. Nach Angaben der Verbände bleibt der Zugang zu diesen Märkten ein unverzichtbares Ventil, um die Sammel- und Aufbereitungsstrukturen in Deutschland auch bei schwächerer heimischer Abnahme aufrechtzuerhalten.

Welche Rolle Stahlschrott in der Produktion spielt

Insgesamt setzten die deutschen Rohstahlhersteller im Jahr 2025 rund 15,7 Mio. t Stahlschrott in der Produktion ein. Das waren etwa 860.000 t weniger als im Vorjahr.

Die Stahlschrottbilanz verdeutlicht damit die enge Kopplung zwischen Stahlkonjunktur, Produktionsrouten und Recyclingwirtschaft. Sinkt die Rohstahlproduktion, geraten auch die Schrottströme unter Druck. Gleichzeitig zeigt der gestiegene Export, welche Bedeutung internationale Absatzmärkte für die wirtschaftliche Stabilität der Branche haben.

Mit Material des bdsv

FAQ zur Stahlschrottbilanz 2025

• Was zeigt die Stahlschrottbilanz 2025? – Die Stahlschrottbilanz zeigt eine schwache Rohstahlproduktion, sinkende Schrottzukäufe und steigende Schrottexporte.

• Warum sind laut Stahlschrottbilanz 2025 Exporte wichtig? – Wegen der schwachen Inlandsnachfrage dienen Exporte als Ventil für die Recyclingwirtschaft.

• Wie hoch waren die Schrottexporte in der Stahlschrottbilanz 2025? – Die Exporte stiegen um 5,3 % auf 7,7 Mio. t.

• Welche Bedeutung hat die Elektrostahlroute in der Stahlschrottbilanz 2025? – Ihr Anteil an der Rohstahlproduktion stieg von 29,0 % auf 30,6 %.

• Wie viel Stahlschrott wurde laut Stahlschrottbilanz 2025 eingesetzt? – Deutsche Rohstahlhersteller setzten 15,7 Mio. t Stahlschrott ein.