US-Zölle auf EU-Autos könnten ab der neuen Woche deutlich steigen. Besonders deutsche Hersteller geraten damit in den Fokus eines neuen Handelskonflikts.
Neue US-Zölle auf EU-Autos könnten die deutsche Automobilindustrie erheblich belasten und den transatlantischen Handel weiter unter Druck setzen.Symbolbild - KI-generiert
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US-Präsident Donald Trump kündigt höhere US-Zölle auf EU-Autos und Lastwagen an. Die EU-Kommission, Bundesregierung, VDA, BDI und Ökonomen reagieren mit scharfer Kritik und prüfen Gegenmaßnahmen. Für die deutsche Autoproduktion könnten jährliche Mehrbelastungen von rund 2,5 Milliarden EUR entstehen.
Warum die US-Zölle auf EU-Autos vor allem Deutschland treffen
In der neuen Woche droht eine deutliche Verschärfung im transatlantischen Handel: US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die US-Zölle auf EU-Autos und Lastwagen von 15 auf 25 % zu erhöhen. Das dürfte insbesondere die deutschen Autobauer treffen, deren Exportgeschäft mit den USA für die Branche von erheblicher Bedeutung ist.
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Die Europäische Union und Wirtschaftsvertreter kritisieren die Ankündigung scharf. Die EU-Kommission behält sich Gegenmaßnahmen vor, sollte Trump seine Zollpläne tatsächlich umsetzen. Wie aus den Mitteilungen und Stellungnahmen hervorgeht, steht vor allem die Frage im Raum, ob die angekündigten Maßnahmen mit dem vereinbarten Handelsabkommen zwischen der EU und den USA vereinbar sind.
Das Bundeswirtschaftsministerium teilte mit, man habe die Ankündigung des US-Präsidenten zur Kenntnis genommen. Die Bundesregierung stehe dazu in engem Austausch mit der EU-Kommission, die die Gespräche mit der US-Seite im Zusammenhang mit der Zolleinigung führe. "Wir werden uns zu den nächsten Schritten im EU-Kreis eng abstimmen", hieß es.
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Wie Politik und Industrie auf Trumps Zollpläne reagieren
Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses im Europaparlament, nannte Trumps Ankündigung inakzeptabel. Auch der Verband der Automobilindustrie reagierte deutlich. Der VDA bezeichnete den Vorstoß als "erneute und schwerwiegende Belastung der transatlantischen Beziehungen".
Trump hatte am Freitag auf der Plattform Truth Social erklärt, er wolle die Zölle auf Autos und Lastwagen aus der EU ab der kommenden Woche von 15 auf 25 % erhöhen. Als Begründung führte er an, die EU halte sich nicht an das vereinbarte Handelsabkommen.
VDA-Präsidentin Hildegard Müller betonte: "Das Handelsabkommen, das zwischen der EU und den USA vereinbart wurde, muss von beiden Seiten eingehalten werden." Brüssel müsse dabei "endlich" die Abmachungen umsetzen. Die zusätzlichen Abgaben würden die deutsche und europäische Automobilindustrie in einer ohnehin angespannten Lage hart treffen. Zugleich könnten sie Auswirkungen auf Verbraucherinnen und Verbraucher in den USA haben. Die Autoindustrie ruft Washington und Brüssel zu Deeskalation und raschen Gesprächen auf.
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Welche Risiken Ökonomen für die deutsche Wirtschaft sehen
Der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, warnte vor erheblichen Folgen, falls die EU ihrerseits Zölle auf US-Produkte erhebt. Fuest sagte der "Bild"-Zeitung: "Falls daraus ein neuer Handelskrieg wird, droht Deutschland 2026 eine Rezession."
US-Zölle auf EU-Autos: Warum Deutschland im Fokus steht
Die angekündigte Erhöhung der US-Zölle auf Autos und Lastwagen aus der EU von 15 auf 25 % dürfte vor allem deutsche Hersteller treffen. Die Automobilindustrie steht damit erneut im Zentrum eines transatlantischen Handelskonflikts. Laut Berechnungen des Center Automotive Research könnten für die Autoproduktion in Deutschland zusätzliche Belastungen von jährlich rund 2,5 Milliarden EUR entstehen.
Jens Südekum, Berater im Bundesfinanzministerium, riet zunächst zum Abwarten. Es müsse geprüft werden, ob die angekündigten US-Zölle tatsächlich erhoben würden. Für diesen Fall sprach er sich für "angemessene Gegenmaßnahmen" der EU aus.
Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, forderte dagegen eine harte Gegenreaktion. "Trump ist im Augenblick innenpolitisch schwach, daher ist dies spätestens jetzt der Zeitpunkt, um mit Gegenzöllen und insbesondere durch die Besteuerung von US-Tech-Unternehmen Nachteile auszugleichen und sich in eine bessere Verhandlungsposition zu bringen", sagte Fratzscher dem "Handelsblatt".
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US-Zölle auf EU-Autos könnten Milliardenbelastung auslösen
Die angekündigten Zölle von 25 % auf Neuwagen aus der EU könnten für die Autoproduktion in Deutschland zusätzliche Belastungen von jährlich rund 2,5 Milliarden EUR verursachen. Das geht aus Berechnungen des Center Automotive Research in Bochum hervor.
CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer sieht Deutschland klar im Fokus der neuen Zollandrohung. "Da die Exporte der ausländischen Autobauer in die USA unwesentlich sind, lassen sich die neuen Trump-Zoll-Drohungen auch als der Beginn eines Wirtschaftskriegs gegen Deutschland interpretieren", betonte er.
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Damit rückt die deutsche Automobilindustrie erneut ins Zentrum eines handelspolitischen Konflikts. Nach Einschätzung der Branche treffen die zusätzlichen Abgaben europäische Hersteller in einer bereits angespannten Lage. Zugleich könnten höhere Importkosten auch auf dem US-Markt spürbar werden.
Was höhere US-Zölle für die Industrie bedeuten
Höhere US-Zölle auf EU-Autos würden nicht nur Exporte verteuern, sondern auch strategische Standortentscheidungen beeinflussen. Fahrzeuge von EU-Herstellern, die in den USA produziert werden, sollen laut Trump ausgenommen sein. Damit steigt der Druck auf Hersteller, mehr Produktion in die Vereinigten Staaten zu verlagern.
Was die EU-Kommission als Reaktion erwägt
Eine Sprecherin der EU-Kommission erklärte, sollten die USA Maßnahmen ergreifen, die im Widerspruch zum gemeinsamen Handelsabkommen stünden, behalte man sich "alle Optionen vor, um die Interessen der EU zu schützen". Die Sprecherin versicherte, die EU setze ihre Verpflichtungen im Einklang mit der üblichen Gesetzgebungspraxis um und halte die US-Regierung umfassend auf dem Laufenden.
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Auch Bernd Lange verwies auf die laufende Umsetzung des Abkommens. Das Europäische Parlament halte weiterhin an der Vereinbarung fest und arbeite an der Umsetzung. "Während die EU ihre Verpflichtungen erfüllt, bricht die US-Seite ihre Zusagen immer wieder", schrieb er auf der Plattform X.
Beim Bundesverband der Deutschen Industrie hieß es: "Die amerikanische Seite beschädigt mit immer neuen Provokationen das gegenseitige Vertrauen". Das Handelsabkommen zwischen der EU und den USA müsse von beiden Seiten eingehalten werden. Zugleich betonte der BDI: "Europäische Gesetzgebung und Handelspolitik entstehen in transparenten, rechtsstaatlichen Verfahren, und darauf durch unangekündigte Strafmaßnahmen gegen Schlüsselindustrien Druck auszuüben, ist unangebracht."
Im vergangenen Sommer hatten sich Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einem Rahmenabkommen auf eine Obergrenze von 15 % für die meisten EU-Warenimporte in die USA geeinigt. Auch für europäische Autos und Autoteile sollte dieser Satz gelten. Im Gegenzug verpflichtete sich die EU, Zölle auf US-Industriegüter zu streichen und den Marktzugang für US-Agrarprodukte wie Schweinefleisch und Milchprodukte zu erleichtern.
Die Umsetzung des Zolldeals war jedoch durch Unsicherheit nach einer Gerichtsentscheidung gebremst worden, die viele US-Zölle für rechtswidrig erklärt hatte. Das Europäische Parlament kündigte im März an, die weitere Umsetzung des Abkommens mit den USA an strenge Bedingungen knüpfen zu wollen. Für den Vollzug müssen auch die Mitgliedstaaten den entsprechenden Verordnungen zustimmen.
Simon Evenett, Handelsexperte an der privaten Wirtschaftshochschule IMD Business School, sagte dem britischen Sender BBC: "Diejenigen, die glauben, dass diese (US-)Regierung sich an kein Abkommen hält, werden sich bestätigt sehen." Zugleich wies er darauf hin, dass Social-Media-Beiträge kein Gesetz seien.
Welche Rolle die Produktion in den USA spielt
Autos und Lastwagen von EU-Herstellern, die in den Vereinigten Staaten produziert werden, sind laut Trump von den Abgaben ausgenommen. Der US-Präsident will damit Autobauer weltweit dazu bewegen, trotz höherer Herstellungskosten mehr in den USA zu produzieren.
Für europäische Hersteller verschärft das die strategische Lage. Die angekündigten Zölle setzen nicht nur den Export aus der EU unter Druck, sondern erhöhen auch den politischen Druck auf Produktionsentscheidungen. Damit berührt der Konflikt unmittelbar Fragen von Standortstrategie, Wertschöpfung und internationaler Lieferstruktur.
Das Verhältnis zwischen den USA und europäischen Ländern war zuletzt angespannt. Der US-Präsident kritisierte die aus seiner Sicht mangelnde Unterstützung der Europäer beim Krieg gegen den Iran. In den vergangenen Tagen griff Trump auch Kanzler Friedrich Merz mehrfach verbal an, nachdem dieser sich kritisch über die US-Offensive gegen den Iran geäußert hatte.
Mit Material der dpa
Die fünf meistgestellten Fragen zu US-Zöllen auf EU-Autos
Was plant Trump bei den US-Zöllen auf EU-Autos? - Trump kündigte an, die Zölle auf Autos und Lastwagen aus der EU von 15 auf 25 % zu erhöhen.
Warum treffen US-Zölle auf EU-Autos besonders Deutschland? - Deutschland ist als wichtiger Automobilstandort besonders von höheren Abgaben auf Fahrzeugexporte in die USA betroffen.
Welche Kosten könnten durch US-Zölle auf EU-Autos entstehen? - Laut Center Automotive Research könnten zusätzliche Belastungen von jährlich rund 2,5 Milliarden EUR für die Autoproduktion in Deutschland entstehen.
Wie reagiert die EU auf die geplanten US-Zölle auf EU-Autos? - Die EU-Kommission behält sich Gegenmaßnahmen vor, falls die USA Maßnahmen ergreifen, die dem gemeinsamen Handelsabkommen widersprechen.
Sind in den USA produzierte EU-Autos von den Zöllen betroffen? - Laut Trump sollen Autos und Lastwagen von EU-Herstellern, die in den Vereinigten Staaten produziert werden, von den Abgaben ausgenommen sein.
FAQ zu US-Zöllen auf EU-Autos
• Was sind die neuen US-Zölle auf EU-Autos? – Trump kündigt an, die Zölle auf Autos und Lastwagen aus der EU von 15 auf 25 % zu erhöhen.
• Warum treffen US-Zölle auf EU-Autos besonders Deutschland? – Die deutsche Automobilindustrie wäre nach Einschätzung von Wirtschaft und Experten besonders stark von höheren Abgaben auf EU-Fahrzeuge betroffen.
• Welche Folgen könnten US-Zölle auf EU-Autos haben? – Für die Autoproduktion in Deutschland könnten laut CAR zusätzliche Belastungen von jährlich rund 2,5 Milliarden EUR entstehen.
• Wie reagiert die EU auf US-Zölle auf EU-Autos? – Die EU-Kommission behält sich Gegenmaßnahmen vor, falls die USA gegen das gemeinsame Handelsabkommen verstoßen.
• Welche Rolle spielt das Handelsabkommen bei US-Zöllen auf EU-Autos? – Das Abkommen sieht eine Obergrenze von 15 % für die meisten EU-Warenimporte in die USA vor, auch für Autos und Autoteile.