BMW i8 Produktion

Die Produktion des BMW i8. - Bild: BMW

Damit könnte die vielbeachtete Marke für die Profitabilität im Kerngeschäft von den schwachen 7,2 Prozent im Vorjahr noch einmal deutlich sinken. Ein schon länger laufendes Sparprogramm wird nun deutlich ausgeweitet, von 2019 bis 2022 will BMW zusammengenommen 12 Milliarden Euro einsparen, wie die Deutsche Presseagentur berichtet.

"Wir haben mit Blick auf die zahlreichen Zusatzbelastungen frühzeitig begonnen gegenzusteuern und bereits tiefgreifende Entscheidungen getroffen", sagte Finanzchef Nicolas Peter. Die Mitarbeiterzahl soll in diesem Jahr nicht weiter steigen, ab 2021 sollen bis zu 50 Prozent der heutigen Antriebsvarianten entfallen. Die Entwicklungszeit für neue Fahrzeugmodelle soll um bis zu einem Drittel verkürzt werden.

BMW wird Rendite-Ziel wohl verfehlen

Der Autohersteller dürfte 2019 zum voraussichtlich zweiten Mal in Folge sein selbst gesetztes Rendite-Ziel von 8 bis 10 Prozent verfehlen, das BMW seit der Finanzkrise vor zehn Jahren bis zum vergangenen Jahr immer erreicht hatte. Steigende Herstellkosten wegen schärferen Abgasregeln würden das Ergebnis in diesem Jahr dämpfen, hieß es.

Zudem würden Wechselkurse und steigende Rohmaterialpreise vermutlich mit bis zu einem höheren dreistelligen Millionenbetrag belasten. Wegen ausbleibender Bewertungseffekte im Finanzergebnis dürfte auch das Vorsteuerergebnis gegenüber dem Vorjahreswert von 9,8 Milliarden Euro "deutlich" zurückgehen. Das bedeutet bei BMW einen Rückgang um mindestens zehn Prozent - also auf weniger als 8,9 Milliarden Euro. Analysten rechneten zuletzt mit knapp 9,3 Milliarden Euro.

Chinesischer Automarkt schwächelt

Im vergangenen Jahr war der Umsatz wie bereits bekannt um 0,8 Prozent auf 97,5 Milliarden Euro gesunken. Im Tagesgeschäft bekam das Unternehmen auf dem wichtigsten Einzelmarkt China vor allem den Zollstreit mit den USA zu spüren. In Europa belasteten die Marktverwerfungen durch die Einführung des neuen Abgas- und Verbrauchstests WLTP die Preise.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern rutschte um knapp 8 Prozent auf 9,1 Milliarden Euro ab. Der Nettogewinn fiel um ein Sechstel auf 7,2 Milliarden Euro, auch weil 2017 ein Sonderertrag aus der US-Steuerreform den Überschuss aufgebläht hatte. Die Dividende wollen die Münchener von 4 auf 3,50 Euro je Stammaktie kürzen.

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Die wichtigsten Statements von BMW-Chef Krüger

BMW Chef Harald Krüger.
Muss BMW derzeit durch schwierige Fahrwasser manövrieren: BMW Chef Harald Krüger. - Bild: BMW

Was BMW von anderen Autobauern unterscheidet?

BMW-Chef Harald Krüger: "Eines ganz klar vorweg: Fahrzeuge der BMW Group sind nicht manipuliert. Das wurde nun erneut bestätigt. Wir haben in hohem Maße investiert – in neue Produkte, in neue Antriebstechnologien und in Digitalisierung. Wir haben viele Modelle und Baureihen elektrifiziert. Unser BMW i3 läuft von Erfolgsjahr zu Erfolgsjahr. 2018 haben wir über 140.000 elektrifizierte Fahrzeuge verkauft. Wir haben die größte Modelloffensive unserer Geschichte gestartet. Damit gewinnen wir weltweit Marktanteile. Seit 2016 haben wir wichtige Schritte bei der Entwicklung des autonomen Fahrens gemacht. Unser Campus für autonomes Fahren bei München arbeitet auf Hochtouren. Gleichzeitig haben wir in allen großen Weltregionen unseren Footprint verstärkt und unsere Kapazitäten ausgebaut. All dies macht deutlich: Sie können uns vertrauen. Die BMW Group ist robust, schnell und flexibel."

Was macht BMW anders und warum?

Krüger: "Wir investieren konsequent in unser Angebot an elektrifizierten Fahrzeugen – für alle Kundenbedürfnisse. Dazu schaffen wir flexible Plattformen für die verschiedenen Antriebsarten: Verbrenner, Plug-in-Hybrid und Elektroantrieb. Wir starten 2020 mit dem beliebten BMW X3, den wir mit allen drei Antriebsarten ausstatten. Der Kunde hat dann die Wahl. Mit unserem breiten Ansatz sind wir hoch flexibel. Eine Plattform für alles – ist zugleich die effizienteste Lösung. Bei unseren neuen Modellen geben wir weiter Gas. Allein in diesem Jahr gehen wieder mehr als zwanzig neue bzw. überarbeitete Modelle an den Start. Wir elektrifizieren all unsere Marken und Baureihen. Ende des Jahres sollen 500.000 Plug-in-Hybride und E-Modelle der BMW Group auf der Straße sein. E-Mobilität macht Spaß. Großartige Beschleunigung – und das fast geräuschlos. Dafür sorgen der E-Motor und die Batterie. Sie bilden das Herz der E-Fahrzeuge. Wir fertigen den E-Antrieb und den Hochvoltspeicher selbst. So behalten wir die entscheidenden Kompetenzen bei der E-Mobilität fest in eigener Hand."

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Krüger über die Bedeutung Chinas:

"China ist unser größter Einzelmarkt und starker Treiber von E-Mobilität. Hier setzen wir an: Mit unserem neuen Werk in Shenyang erhöhen wir unsere Kapazität auf 650.000 Fahrzeuge pro Jahr. In unserem neuen Joint Venture mit Great Wall werden wir voll elektrische MINI Fahrzeuge bauen. Ab 2020 fertigen wir den ersten voll elektrischen BMW – den iX3 – und exportieren ihn von China in die Welt", so Krüger.

Was BMW in den USA plant:

BMW-Chef Krüger: "In den USA investieren wir weiter in den Ausbau unseres Werks in Spartanburg. In diesem Jahr feiert das Werk 25-jähriges Jubiläum. Mit dem neuen BMW X7 bekennen wir uns zu unserem second home. Das US Handelsministerium hat erneut bestätigt: BMW ist bereits das fünfte Jahr in Folge – am Wert gemessen – der größte Exporteur von Automobilen aus den USA. Mit unserem neuen Werk in Mexiko erweitern wir unseren Wirkungskreis in der Region Amerikas. Eröffnung ist im Juni."

Über den "Sinn" von Unternehmen allgemein:

"Derzeit wird viel über Sinn oder Purpose von Unternehmen diskutiert. Am Ende geht es immer darum: Ein Unternehmen muss mit seinem Geschäftsmodell nachhaltig Geld verdienen. Nur dann kann es die eigene Zukunft sichern. Nur dann entstehen Arbeitsplätze und Innovationen. Und nur dann kann es einen wirkungsvollen Beitrag für die Gemeinschaft leisten. Daran hat sich auch im digitalen Zeitalter nichts geändert", so Krüger.

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